Mainleus
Gestaltungsfibel

Wird Mainleus eine romantische Gartenstadt?

Mainleus soll schöner werden, deswegen hat die Marktgemeinde ein Städtebau-Förderprogramm für ihre Bürger aufgelegt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bürgermeister Robert Bosch zeigte das Sanierungsgebiet auf einer Karte.Uschi Prawitz
Bürgermeister Robert Bosch zeigte das Sanierungsgebiet auf einer Karte.Uschi Prawitz
+3 Bilder

200 Mainleuser waren am Dienstagabend zu einem Informationsabend in die Schulaula gekommen. "Wir haben uns gefragt, was man tun kann, die Schönheit von Gebäuden zu erhalten und das Ortsbild zu verschönern", sagte Bürgermeister Bosch zur Einführung. Über ein Jahr lang wurden städtebauliche Untersuchungen durchgeführt und schließlich ein fachlich fundierter Vorschlag für ein Sanierungsgebiet erarbeitet.

Wer private Baumaßnahmen zum Erhalt oder zur Verschönerung des eigenen Anwesens durchführen will, kann dafür künftig Fördermittel beantragen. Bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Herstellungskosten können je Einzelobjekt bezuschusst werden, höchstens jedoch 20 000 Euro. Wichtig jedoch: Das Gebäude muss im ausgewiesenen Sanierungsgebiet liegen, die Sanierungsvorhaben müssen frühzeitig bei der Gemeinde angemeldet werden und die Maßnahmen dürfen erst nach schriftlicher Förderzusage begonnen werden.

"Darüber hinaus verpflichtet sich der Antragsteller zu einer Sanierungsberatung", sagte Bettina Seliger, erste Ansprechpartnerin für Interessierte in der Gemeinde. Eine solche Sanierungsberatung wird von Kersten Schöttner als Partnerarchitekt kostenfrei durchgeführt. Die verschiedensten Maßnahmen seien denkbar, ob nun eine Neugestaltung der Fassade, eine Dacheindeckung, ein Erhalt alter Fenster oder Türen, die Neugestaltung eines Vorgartenbereichs. "Es gibt auch keine Bagatellgrenze, jede Maßnahme ist ein Beitrag zur Mainleuser Ortsentwicklung", ergänzte Bettina Seliger.

Maßnahmen der energetischen Sanierung seien jedoch unter diesem Programm nicht förderwürdig. "Sobald der Antrag samt Protokoll und entsprechenden Vergleichsangeboten bei der Gemeinde eingereicht wurde, entscheidet der Gemeinderat über Förderwürdigkeit und Höhe des Zuschusses." Ausbezahlt wird die Förderung nach Abschluss aller Maßnahmen.

Um den Mainleuser Bürgern die Geschichte und die Schönheit ihres Heimatortes näher zu bringen und um Anregungen zu liefern, gab die Marktgemeinde die Realisierung einer "Gestaltungsfibel" in Auftrag. Ingenieurin Martina Schwarz hat einen Master in Denkmalpflege und wurde mit der Erstellung der Fibel beauftragt. In der Gestaltungsfibel, die ausdrücklich keine Satzung ist, finden sich neben den Förderbestimmungen, Anregungen zur Gestaltung von Einfriedungen, Fassaden, Fenstern und Dächern auch alte Fotografien. Dem Industriellen Fritz Hornschuch sei es wichtig gewesen, viele Gärten und Grünanlagen in Mainleus zu haben. Anliegen der Marktgemeinde Mainleus sei es vor allem, den alten Bestand zu bewahren.

Bettina Seliger ist als Beraterin jeweils dienstags von 8 bis 16 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr oder nach individueller Vereinbarung im Mainleuser Rathaus zu erreichen.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren