Kulmbach
Jeder gegen jeden (5)

Wie verhindern wir die Überhitzung des Planeten?

Vor der Bundestagswahl am 24. September haben wir die Kandidaten im Wahlkreis Kulmbach zum verbalen Schlagabtausch geladen.
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Heute: Thomas Müller (ÖDP) fordert Thomas Bauske (SPD) heraus.

Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen Jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen.

Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Heute fragt ÖDP-Kandidat Thomas Müller den Bewerber der SPD, Thomas Bauske, wie er sich die Energieversorgung der Zukunft vorstellt.

Thomas Müller: Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um mit einer krisenunabhängigen und klimaschonenden Energieversorgung die Überhitzung des Planeten zu verhindern?

Thomas Bauske: Zunächst einmal freue ich mich, dass wir mit dieser Zielstellung schon einmal übereinstimmen. Ich persönlich halte folgende Punkte für besonders wichtig:

Erstens müssen der öffentliche Gebäudebestand sowie der öffentliche Nahverkehr in Zukunft möglichst energieeffizient gestaltet werden. Dies mag, zugegeben, zum Teil hohe Subventionen des Staats voraussetzen, aber die Modernisierung unserer Infrastruktur ist eben auch eine zentrale Staatsaufgabe.

Dabei ist darauf zu achten, dass etwa bauliche Auflagen zielführend durch den Gesetzgeber ausgestaltet und nicht von Lobbyisten diktiert werden, um die Kosten - gerade im Bereich des Neubaus von Immobilien - möglichst gering zu halten.

Für den ÖPNV müssen die Finanzhilfen des Bundes erhöht werden. Die Elektromobilität muss stärker gefördert, gleichzeitig müssen aber auch die Automobilunternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden - und wir wollen auf europäischer Ebene höhere Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Pkw durchsetzen.
Sehr wichtig sind mir persönlich eine nachhaltige Klimaschutzpolitik und ein klares Bekenntnis zum Klimaschutzvertrag von Paris. Klimaschutzpolitik ist immer auch Friedenspolitik und Ausdruck internationaler Solidarität. Wir sollten nicht von Energieimporten, wie von Öl, Gas und Uran aus Konfliktregionen abhängig sein, denn dann leisten wir einen indirekten Beitrag zu der Finanzierung dieser Konflikte.

Im Inland bekenne ich mich klar zur Energiewende. Wir als SPD möchten, dass die Energiewende drei gleichrangige Ziele erfüllt: Umweltfreundlichkeit, Bezahlbarkeit und eine verlässliche Versorgung.

Und deshalb bitte ich Ihre Wählerinnen und Wähler, mich mit der Erststimme zu unterstützen. Es ist die einzige Chance, das Direktmandat für unsere gemeinsamen Ansichten zu erringen

Thomas Müller: Ihre Antwort zeigt, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Es fehlen jedoch noch etliche wichtige Elemente.

Wir brauchen auch bei den Lkw endlich verbindliche Schadstoff-Grenzwerte. Das Flugbenzin muss besteuert werden, da ein Flugzeug so viel Schadstoffe ausstößt wie 20 000 Pkw.

Kohlekraftwerke müssen sobald wie möglich stillgelegt werden. Die Preise für CO2 -Zertifikate müssen erhöht werden usw....



Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen vom jeweiligen Kandidaten und sind redaktionell weder gegenrecherchiert noch in irgendeiner Weise bearbeitet.
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