Stadtsteinach
Ehrenamt

Wie in Stadtsteinach künftig für die Caritas gesammelt wird

Jahrzehntelang gingen in Stadtsteinach Freiwillige von Haus zu Haus, um für die Caritas zu sammeln. Doch heuer konnte niemand gefunden werden. Der neue Pfarrer Wolfgang Eßel hat aber eine Idee.
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Pfarrer Wolfgang Eßel will die Caritas-Sammlung auch in Zukunft beibehalten, auch wenn es keine Sammler mehr gibt. Dem Pfarrbrief werden jetzt Überweisungsträger beigelegt. Foto: Sonja Adam
Pfarrer Wolfgang Eßel will die Caritas-Sammlung auch in Zukunft beibehalten, auch wenn es keine Sammler mehr gibt. Dem Pfarrbrief werden jetzt Überweisungsträger beigelegt. Foto: Sonja Adam
Landauf, landab haben die Caritas-Herbstsammlungen begonnen. Aber in diesem Jahr werden weder Pfarrer, noch pastorale Mitarbeiter oder freiwillige Sammler durch die Stadtsteinacher Straßen ziehen und um eine Spende bitten. "Wir hatten in den vergangenen Jahren viele Sammler, die durch ihre Tätigkeit große Verdienste erworben haben", sagt Pfarrer Wolfgang Eßel. "Aber in diesem Jahr haben wir einfach keine Sammler mehr gefunden. Einige haben aufgehört, weil sie sich einfach zu alt fühlen", so der Seelsorger.

Tatsächlich waren die großen Wegstrecken in den vergangenen Jahren nur noch dadurch zu bewältigen, dass einige Ehrenamtliche immer mehr Straßenzüge betreuten. Außerdem hatten auch die pastoralen Mitarbeiter mitgeholfen, Lücken zu füllen. "Aber wir können das nicht mehr schaffen", sagt der neue Stadtsteinacher Pfarrer. Deshalb hat er sich dazu entschlossen, einfach einen Überweisungsträger dem Pfarrbrief beizulegen. "Die Sammlung findet statt, aber eben nur in einer anderen Form", sagt Eßel.

Der Pfarrer weiß, dass das Sammeln kein leichter Job ist, und dankt ausdrücklich all denjenigen, die in den vergangenen Jahren viel Zeit für diese Aufgabe geopfert haben. Der neue Stadtsteinacher Pfarrer weiß auch, dass sich die Sammler oft Kritik anhören mussten, vielfach auch ungerechtfertigt.

"Ich kenne auch andere Seelsorgeeinheiten, wo das so gehandhabt wird", sagt Pfarrer Eßel im Vorfeld der Pfarrbrief-Aktion und hofft trotzdem auf die Spendenbereitschaft der Stadtsteinacher Bürger. Die Kontoauszüge werden vom Finanzamt bei Beträgen bis 200 Euro auch als Spendenquittung anerkannt, erklärte Pfarramtssekretärin Rosi Grimm.

Trotzdem finden die Straßensammlungen in anderen Gemeinden auch in Zukunft in gewohnter Weise statt, ergänzt Dekan Hans Roppelt. Auch in Kulmbach wird noch bis zum 5. Oktober für die Caritas gesammelt. Motto der Sammlung ist in diesem Jahr "Weit weg ist näher, als du denkst!" Und am 5. Oktober wird auch die Kirchenkollekte für die Caritas erhoben. "Manchmal geht es bei der Caritas-Sammlung auch einfach darum, dass man einen Besuch macht und den Leuten eine Freude bereitet. Aber wo es keine Sammler mehr gibt, behilft man sich mit Überweisungsträgern", kennt Dekan Hans Roppelt die Situation.

Generell ist der Rücklauf bei Überweisungen geringer, dafür werden aber oft höhere Beträge gespendet. Ein Teil des Erlöses bleibt übrigens in der Pfarrei.
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