Trebgast
Gemeinderat

Wie geht es weiter mit Schule, Hort und Kita in Trebgast?

Der nötige An-, Um- oder Neubau der Betreuungseinrichtungen fordern von der politischen und kirchlichen Gemeinde Trebgast einen finanziellen Kraftakt.
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Der Platz wird knapp in der Grundschule mit dem Hort (links), und der Kindertagesstätte (rechts).Dieter Hübner
Der Platz wird knapp in der Grundschule mit dem Hort (links), und der Kindertagesstätte (rechts).Dieter Hübner

Wie geht es weiter mit dem Schul-, Hort- und Kita-Ensemble in Trebgast? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Januar-Sitzung des Gemeinderats. Die Fakten: Seit Anfang 2018 war klar, der im Gebäude der Grundschule angesiedelte Hort stößt an seine Aufnahmegrenze. In der Kita werden dringend neue Krippenplätze benötigt. Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) legte gleichzeitig unmissverständlich fest: "Die Konzentration auf den Schulstandort hat oberste Priorität. Als Wohngemeinde sind wir dabei auf den Hort und die Krippe angewiesen."

Im März vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat einen Anbau von zwei Klassenzimmern und zwei Behinderten-WCs an der Westseite der Schule; Planungskosten: 730 000 Euro. Dadurch würde im Untergeschoss Platz für den Hort frei und alle Klassenzimmer sowie die Verwaltung könnten auf einer Ebene im Erdgeschoss angesiedelt werden. Mit dieser Lösung sahen Bürgermeister und Gemeinderat das bisher einwandfrei funktionierende Gesamtkonzept der unmittelbaren Nähe von Krippe, Kindergarten, Schule und Hort langfristig gesichert. Im Oktober nahm man erfreut zur Kenntnis, dass dieses Projekt mit 617 800 Euro in das Förderprogramm das "Kommunale Investitions-Programm Schulinfrastruktur (KIP-S) aufgenommen wurde, vorbehaltlich einer noch schulaufsichtlichen Genehmigung.

Für alle überraschend kam im November nun der Bescheid von der Regierung, dass die Schule einen Flächenüberhang hat und dadurch kein Anbau von weiteren Klassenzimmern möglich sei. Der Bürgermeister reagierte prompt: Das Architekturbüro soll die Planungen in den Anbau eines Hortes an die Grundschule umwandeln. Der Pferdefuß dabei: Um dafür die Fördermittel aus KIP-S zu erhalten, müssen in der Schule selbst Maßnahmen zur Barrierefreiheit, unter anderem mit einem Innenaufzug, durchgeführt werden. Die Konsequenz: Die Planungskosten haben sich dadurch um fast das Doppelte erhöht.

Projekt schnell durchziehen

In der anschließenden Diskussion waren sich alle über das weitere Vorgehen einig. Zweiter Bürgermeister Albert Kolb (SPD/WG): "Die Anmeldungen liegen vor. Wir müssen Hort und Schule jetzt so anpacken und durchziehen, wie es geplant war. Danach können wir schauen, wie es mit dem Kindergarten weitergeht", gab er unmissverständlich zu Protokoll. Als der Bürgermeister darauf hinwies, "dass uns bei der Finanzierung der neuen zusätzlichen Kosten unsere gute finanzielle Lage wieder auf die Füße fällt, weil wir dafür nach dem Finanzausgleichsgesetz mit geringeren Fördersätzen rechnen müssen", fügte Kolb noch hinzu: "Dann bin ich mal gespannt, wo das Geld und die Zuschüsse herkommen sollen."

Allein schon wegen der Frage "Wo bleiben die Kinder während der Bauzeit?" war dann auch für alle eines klar: Parallel nebeneinander sind beide Maßnahmen nicht zu schultern. Der übereinstimmende Tenor: Wenn der Hort fertig ist, könnte er auch eine Entlastung und Nutzung für die Zeit des Kindergartenneubaus sein.

Emil Lauterbach (CSU/NWG) sieht das so: "Ein Projekt sollte schon abgeschlossen sein, bevor das nächste begonnen wird." Zustimmung signalisierte Ingo Moos (SPD/WG): "Trotz des höheren Eigenanteils sollte uns dieser finanzielle Aufwand das wert sein. Die Schule wird dadurch aufgewertet, und wir haben für die nächsten Jahrzehnte ein Vorzeigeobjekt." Bei so viel Einigkeit war die Entscheidung Formsache: Die Gemeinde wird einen Förderantrag für den Anbau eines zweigruppigen Kinderhorts an das Gebäude der Grundschule stellen.

Neubau des Kindergartens?

Dringender Handlungsbedarf besteht auch für die Kirchengemeinde als Träger der Kita. Nach einer Bedarfsfeststellung erfordern vermehrte Geburten und Zuzug junger Familien sowohl von der Kommune als auch von der Kirchengemeinde schnelles Handeln. Pfarrer Peter Ahrens sieht es realistisch: "An einem Erweiterungsbau führt kein Weg vorbei." Die Planer der Landeskirche empfehlen tendenziell, nur den sieben Jahre alten Krippenanbau stehen zu lassen, und den 1986 eingeweihten Kindergarten durch einen Neubau zu ersetzen. Auch Pfarrer Peter Ahrens hat nicht viel Zeit: Die Antragsfrist für ein entsprechendes Förderprogramm läuft am 31. August aus. Vordringlichste Aufgabe wird es jetzt sein, die wirtschaftlichste Lösung herauszufinden.

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