Kulmbach
Stellungnahme

WGK-Stadtratsfraktion äußert sich zur Diskussion um die Mälzerei Müller in Kulmbach

Die WGK-Stadtratsfraktion hat sich nun ebenfalls zur Diskussion um den Abriss der ehemaligen Mälzerei Müller geäußert.
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Archiv/A. Zeitler
Archiv/A. Zeitler

Die WGK-Stadtratsfraktion äußert sich nun auch zum Abriss der ehemaligen Mälzerei Müller. Unterzeichnet ist die Pressemitteilung von Ralf Hartnack als Fraktionsvorsitzendem , seinem Stellvertreter Alexander Meile und Stefan Schaffranek als Mitglied der Fraktion, früherer Fraktionsvorsitzender und Zweiter Bürgermeister. Wörtlich heißt es in der Erklärung:

"Kulmbach ist eine liebenswerte Stadt, und wir haben gerade in den letzten zwölf Jahren zusammen mit OB Henry Schramm (CSU) viel dafür getan, um Kulmbach zukunftsfähiger und noch attraktiver zu gestalten.

Nur einige wenige Bespiele hierfür sind über 100 Straßensanierungen, wie zum Beispiel die der Karl-Jung-Straße, Wolfskehle oder Pestalozzistraße, die Renaturierung der Flutmulde, der Erhalt und die Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude, wie zum Beispiel unser historisches Rathaus, das ehemalige Einwohnermeldeamt in der Buchbindergasse sowie aktuell die umfassende Sanierung des roten Turms oder auch die Sanierung des Glockenturms der Spitalkirche.

In der Umbauphase befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude des Bauamts und der Volkshochschule. Nennen möchten wir auch die nach unserer Einschätzung sehr gelungene Neugestaltung des Eku-Platzes und seines Umfelds.

Die Unterstützung der Stadt bei der gelungenen Sanierung des Ratskellers, aber auch die Verbesserung der Fassade des ehemaligen KDM - all diese Projekte seien bereits im Vorfeld genannt, um aufzuzeigen, dass wir sehr behutsam und mit Bedacht mit unserer Heimat und ihrem Angesicht umgehen.

Auch bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Universitätsstandort ist die Stadt Kulmbach den schwierigeren Weg gegangen, um diese möglichst nah an der Innenstadt anzusiedeln und somit die Attraktivität der Altstadt zu erhöhen. Mit dieser Innenstadtlage ist Kulmbach für Studenten auch attraktiver als andere Unis auf der "grünen Wiese". Zu diesem zentralen Campus ist die Schaffung von Wohnraum in fußläufiger Nähe optimal.

Lassen Sie uns hier den Versuch einer objektiven Bestandsaufnahme unternehmen:

Unterschiedliche Investoren, Architekten und Fachleute haben sich das Gebäude der ehemaligen Malzfabrik Müller über Jahrzehnte hinweg angeschaut und sind vor weiteren Planungen oder auch Investitionen zurückgeschreckt. Die Planungen ergaben stets zu hohe Kosten bis hin zur Aussage ,unbezahlbar'.

Der Zustand zeigt einen zu großen Verfall, eine (Um-)Nutzung in jeder erdenklichen Art und Weise ist nur hochgradig unwirtschaftlich realisierbar. Und das alles, ohne dass dabei Fragen wie die mögliche mangelhafte Standsicherheit oder Altlasten bereits Berücksichtigung gefunden haben.

Hinzu kommt die besondere Lage dieses ehemaligen Industriegebäudes, bei dem die Rückseite des Bauwerks 13 Meter tief im Hang steckt und durch fehlende Öffnungen in diesem Bereich unterschiedlichste Nutzungen unmöglich macht. Die Denkmalschutzbehörde stuft das Gebäude zudem (mit Ausnahme des sogenannten Darrturms) als nicht denkmalschutzwürdig ein.

Das Gebäude selbst befindet sich im Privatbesitz mit allen sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten. Durch die vorhandene Bebauung in der direkten Umgebung ergeben sich rechtliche Ansprüche in Bezug auf Größe und Volumen eines neuen Gebäudes.

Erklärtes Ziel aller relevanten politischen Parteien und Gruppierungen ist es, Wohnungen in der Innenstadt neu zu schaffen und diese nachzuverdichten, um Bauflächen auf der grünen Wiese zu minimieren. Hätte es nicht zu Recht einen breiten Aufschrei gegeben, wenn die Stadt das Gebäude erworben und damit ein "Millionengrab" mit letztendlich höchst eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit gekauft hätte, und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem der Einsatz städtischer Gelder und Fördermittel zielorientiert für viele notwendige Maßnahmen eingesetzt werden müssen?

Der zusätzliche Wohnraum, der hier geschaffen wird, sorgt letztendlich auch dafür, dass Wohnen in Kulmbach bezahlbar bleibt.

Politik ist auch die Kunst des Machbaren und Finanzierbaren - und deshalb haben wir uns unter Abwägung unterschiedlichster Gesichtspunkte entschieden, dem Bauantrag zuzustimmen. Dies war ganz sicher keine leichte Entscheidung, die wir uns auch nicht leicht gemacht haben.

Dankbar sind wir den Kollegen der CSU, der SPD und der Grünen, die sich in der Stadtratssitzung mit sehr sachlichen und nachvollziehbaren Argumenten ebenfalls für diesen Bauantrag ausgesprochen haben.

Schade ist, dass Stadtratskollege Thomas Nagel (FDP) seine Visionen, aber auch seine Bedenken weder im Bauausschuss, in dem er Mitglied ist, noch im Stadtrat vorgestellt hat. So bleibt der fade Beigeschmack, dass es ihm nicht um die Sache, sondern um die Positionierung für die Stadtratswahl im nächsten Jahr geht.

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