Mainleus
Prunksitzung

Wenn Waschweiber vom Leder ziehen

Ein Großaufgebot an Büttenrednern und Tänzern begeisterte die Besucher der Prunksitzung, die der Mainleuser Carnevals Club in Weismain veranstaltete.
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Geschwätzig: Bei den "Sumbarcher  Waschweibern" Frieda (Doris Motschmann/rechts) und Hulda (Silvia Otto), die  bei der Prunksitzung des Mainleuser Carneval Clubs in Weismain den MCC-Sonderorden "Der Goldene Schuh" erhielten, blieb kein  Auge trocken.Stephan Steöckel
Geschwätzig: Bei den "Sumbarcher Waschweibern" Frieda (Doris Motschmann/rechts) und Hulda (Silvia Otto), die bei der Prunksitzung des Mainleuser Carneval Clubs in Weismain den MCC-Sonderorden "Der Goldene Schuh" erhielten, blieb kein Auge trocken.Stephan Steöckel
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Wenn die "Sumbarcher Waschweiber" zum ironischen Großreinemachen antreten, dann bleibt garantiert kein Auge trocken. Bei ihrem Einsatz in der Weismainer Stadthalle am Samstagabend bei der Prunksitzung des Mainleuser Carnevals Clubs (MCC), der auch die Narren aus dem östlichen Landkreis Lichtenfels vertritt, machten die Raumpflegerinnen des Humors aus Sonneberg ihren Namen alle Ehre.

Die geschwätzigen Damen zogen gegen das vermeintlich starke Geschlecht gehörig vom Leder, was den Besuchern die Tränen in die Augen trieb. Sie ließen itzgründische Zungenbrecher in einem schier atemberaubenden Tempo vom Stapel. Aber auch ihre Ratschläge aus der Rubrik Gartenarbeit hatten Frieda (Doris Motschmann) und Hulda (Silvia Otto) mit überraschenden Pointen sauber hinbekommen. Damit die Tomaten schneller rot werden, riet Frieda ihrer Freundin Hulda, nackig durchs Gemüsebeet zu laufen. Diese tat, wie ihr befohlen, und was war das Ergebnis? "Die Gurken wurden zehn Zentimeter länger", verblüffte Hulda das lachende Publikum.

Mit "Goldenem Schuh" geehrt

Die nicht auf den Mund gefallenen Putzfrauen hatten sich den Sonderorden "Der Goldene Schuh", den ihnen Gesellschaftspräsident Wolfgang Hartmann überreichte, redlich verdient. Laudator und Vorjahrespreisträger Werner Hofmann aus dem unterfränkischen Karlstadt, besser bekannt als Teil des Fernsehduos "Hermann & Hermine", hatte nicht zu viel versprochen, als er ihren mit Pfeffer gewürzten Dialekt als Ohrenschmaus anpries. Der gelernte Illustrator überreichte den humorigen Damen ein selbst gemaltes Bild, das die beiden mit einem goldenen Schuh zeigt.

Mit Weiß-Grün statt Weiß-Blau hatte an diesem Abend das närrische Treiben seinen Lauf genommen. Die Blaskapelle des Musikvereins Mainleus unter der Leitung von Anneliese Kastner riss das Publikum mit fröhlichen Weisen von den Stühlen - das hatte Pep, das hatte Schmiss.

Selbstverständlich begrüßte auch das Prinzenpaar des MCC, Gitta I. (Sonntag-Buß) und Stefan I. (Buß), die Narren aus nah und fern. An seiner Seite: Das Prinzenpaar des Faschingsvereins Kuckuck Sonneberg, Sabrina I. (Schuller) und Michael IV (Bauer). Sitzungspräsidentin Christine Friedlein führte durch ein Programm, bei dem sich die Spaßmacher die Klinke in die Hand gaben.

Sadist, Kellerassel, Parkwächter

Des einen Freund, des anderen Leid: Während sich die Zuhörer dank der verbalen Übertreibungen des Narren locker und entspannt erheiterten, brachte der "Sadist von der Rezeption" den Baaschdörfer (Edwin Jungkunz) bei seinem Wellness-Urlaub auf der Beauty-Farm schier zur Verzweiflung.

Mit tiefsinnigem Gequassel erfreute die Weismainer Kellerassel (Franz Besold), die im Müll herumstöberte. Dabei zog sie die roten Zahlen der Lichtenfelser Regiomed-Klinik hervor. "Mach dich drüber, friss sie auf, dann sind sie weg", so Besold an die Adresse von Landrat Christian Meißner - eine nicht ganz ernst gemeinte Bitte.

Der fränkische "Siddi-Scheriff" Philipp Simon Goletz aus Untersteinach sah sich als humoriger Parkwächter in den Klauen der Deutschen Umwelthilfe ("Mit meinem Gasometer soll ich zeichen, wo öffentliche Gerüche schleichen").

Der Kronacher Martin Panzer zog als perfektes Edmund Stoiber-Double den frischgebackenen Kulmbacher Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig als "Schlagerkönig von Kulmbach und Vater von Florian Silbereisen" durch den satirischen Kakao. Wolfgang Baumann aus Knellendorf bei Kronach wiederum frisierte als Rindviehbader mit "Drei-Euter-Taft." Der Mainleuser Gemeinderätein

Hannelore Lindner setzte Senatspräsidentin Doris Riedel die Senatorenmütze auf das Haupt. Franziska Buß aus Himmelkron sang mit Sitzungspräsident Wolfgang Hartmann die Hymne des MCC und zu Ehren ihrer Eltern, die das aktuelle Prinzenpaar des MCC bilden.

Sprungkraft und Leichtigkeit

Quicklebendig und voller Sprungkraft zeigten sich die Tänzer- und Tänzerinnen: angefangen von der MCC-Jugendgarde über Tanzmariechen Melissa Freitag aus Marktzeuln und der MCC Marschtanzgarde bis hin zu Solotänzerin Eva-Maria Buss und den "Almdudlern" der Karnevalsgesellschaft "Carnevalissimo Herzogenaurach". Letztere bauten mit einer Leichtigkeit Menschenpyramiden.

Von der Ausgelassenheit der Tanzgruppe ließ sich das Prinzenpaar des MCC anstecken, das zum Abschluss in den siebten Schlagerhimmel tanzte, für den das Musikduo "Franken-Top" (Peter Birk und Bernd Kern) sorgte.



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