Trebgast

Wenn Kulmbacher Frauen nach den Sternen greifen

Das Damenorchester "Cappuccino" feierte in der Trebgaster Johanneskirche seinen zehnten Geburtstag.
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Das Salon-Orchester "Cappuccino" beim Jubiläums-Konzert in der Trebgaster JohanneskircheDieter Hübner
Das Salon-Orchester "Cappuccino" beim Jubiläums-Konzert in der Trebgaster JohanneskircheDieter Hübner

"In den Sternen steht's geschrieben: Cappuccino sollst du lieben" - unter diesem Motto stand das Jubiläumskonzert des gleichnamigen Salonorchesters in der Trebgaster Johanneskirche. Pfarrer Peter Ahrens freute sich zum Muttertag über eine besondere Geburtstagsfeier in der Markgrafenkirche. "Der Jubilar ist zwar erst zehn Jahre alt, scheint aber schon ziemlich erwachsen zu sein", sagte er. Der Termin war bewusst gewählt, denn am Muttertag 2009 hatte das Salonorchester "Cappuccino" als "aufgehender Stern in Nordost-Oberfranken" im damals bis auf den letzten Platz besetzten "Röhrleinshof" sein erstes Konzert gegeben.

Christine Hofmann-Niebler hatte schon viele Jahre auch in großen Orchestern Cello gespielt, bevor sie mit Mitte 40 noch mit der Posaune anfing. Als Ritterschlag empfand sie eine Anfrage, im Deutschen Kinderärzte-Orchester mitzuspielen. "Das ist ein Highlight im Leben eines Musikers. Darauf freue ich mich sehr."

Keine Zeit für Langeweile

Über Langeweile kann sich Christine Hofmann-Niebler bestimmt nicht beklagen. Die Vollblutmusikerin will spielen. Deshalb ergriff sie vor zehn Jahren die Initiative, suchte Gleichgesinnte, um sie für ihre Idee zu begeistern. Frauen, die spielen können, was auf dem Blatt steht, und dafür nicht erst stundenlang üben müssen.

Sonja Adam, Traudl Tröger-Franz und Susanne Trottmann gehörten mit zu den Ersten. Heute sind die Gründungsmitglieder Annette Kinateder (Bassklarinette) und Hofmann-Niebler (Posaune) die einzigen verbliebenen Fixsterne. Nach und nach kamen Anette Mytzka (Flügelhorn), Brunhilde Schott (Querflöte), Ute Nolte (Oboe), Anja Gimpel-Henning (Klarinette), Ursula Hägele (Violine), Katrin Horn (Klavier), Simone Meisel (Gitarre), Irene Münch (Violine) und Elke Höhn (Querflöte) dazu. Alle sind Top-Musiker, die sich alle 14 Tage in der Kulmbacher Musikschule zum Proben treffen.

"Die Vorbereitung für ein Konzert ist richtig viel Arbeit, das schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel. Wir haben da schon einen gewissen Anspruch", erklärt Chefin Christine Hofmann-Niebler. Unvergessene Evergreens und populäre Schlager, meistens aus den 1920er bis 1950er Jahren, waren und sind bis heute die Grundlage ihres Repertoires. Manche Titel hat man schon lange nicht mehr gehört.

Ohne Verstärker

Nach wie vor ohne elektrische Verstärkung legten die zehn Damen mit "Icecream" auch gleich richtig los. Bei "Fiesta Argentina", "Hello Dolly", "Sunshine Boogie" und "Wiener Walzer Dancing" kam gleich ein Stück Beschwingtheit und Leichtigkeit auf. Es folgten Margot Werners legendärer Hit "So ein Mann", "True Love" von Cole Porter, Bert Kaempferts Welthit "Blue Spanish Eyes" - in fast allen Lieder werden die Sterne und die Liebe beleuchtet, geht es um Männer, die an einem Tag einer Frau die Sterne vom Himmel holen wollen, und die man an einem anderen Tag manchmal auf den Mond schießen möchte.

Dazwischen wechselten sich die Damen charmant in der Moderation ab, plauderten schon mal aus dem Nähkästchen und gönnten sich "In einer kleinen Konditorei" auch heimliche Verführungen - "Aber bitte mit Sahne".

Das Orchester zog bei einem "Glenn-Miller-Medley", der "Elisabeth-Serenade" und bei "Moon River" alle Register und bewies, dass nicht nur in der Liebe, sondern auch in der Musik Gefühle und Temperament eine große Rolle spielen. Wie Opern und Operetten miteinander verwoben sind, zeigte Brunhilde Schott an einem herrlichen Beispiel mit viel Wortwitz auf.

Sie war'n noch niemals in New York

"Wir haben zwar nie in der Met, auch nicht in der Elbphilharmonie gespielt, aber ein guter Stern hat uns bisher von Deggendorf bis Schleiz, von Würzburg bis nach Waldsassen geführt. Wir haben auf der Naturbühne, in vielen Kirchen, auf dem Kulmbacher Marktplatz, bei vielen Advents- und Weihnachtskonzerten gespielt und werden zu vielen Straßenfesten, Landesgartenschauen und Geburtstagen eingeladen. Diese 10 Jahre sind ratz-fatz vorbeigezogen", so Hofmann-Niebler, die dem Publikum dankt, "dass es uns durch so viele Sternstunden begleitet hat".

Pfarrer Peter Ahrens sprach gleich eine Einladung "spätestens zum 20. Geburtstag" aus.

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