Blaich

Wellness für die Seele

Am Blaicher Stammtisch im BSC-Sportheim gibt‘s "immer a schöns Gewaaf". Damit will der Verein einem Vakuum im Stadtteil begegnen.
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Am Blaicher Stammtisch im BSC-Sportheim lassen sie sich's gut gehen (von rechts): Dieter Rath, Claus Jacob, Achim Zeitler, Adolf Albrecht, Bernhard Hoffmann, Liesel Degel, Hans Hartmann und Stammtischwirtin Erika Schmidt.  Foto: Stephan Tiroch
Am Blaicher Stammtisch im BSC-Sportheim lassen sie sich's gut gehen (von rechts): Dieter Rath, Claus Jacob, Achim Zeitler, Adolf Albrecht, Bernhard Hoffmann, Liesel Degel, Hans Hartmann und Stammtischwirtin Erika Schmidt. Foto: Stephan Tiroch

Fußball wird zurzeit nicht gespielt. Es ist Winterpause, und das BSC-Sportheim führt ein bisschen ein Schattendasein. Nur nicht am Dienstag. Dann kommt der Stammtisch. Fast alle sind Blaicher und Rentner. "Aber bei uns ist jeder willkommen", sagt Achim Zeitler, "Gemütlichkeit und a schöns Gewaaf gibt's immer."

Diesmal ist Erika Schmidt die Stammtischwirtin. Sie macht es ehrenamtlich wie ihre Kollegin Monika Lindner, die einmal "frei" hat und sich einen Wellness-Nachmittag im Schwimmbad gönnt. Derweil wird im Vereinsheim des Blaicher Sportclubs Wellness für die Seele geboten.

"Das Kaufland fehlt"

Die Erika ("Wir duzen uns alle") zapft ein gepflegtes Pils vom Fass und bringt es an den Tisch. "Prost" - alle haben was zu trinken, und es wird weiter diskutiert. Man bedauert es, dass in der Stadt nichts mehr los ist: "Vor allem fehlt ein Lebensmittelladen." Erika sagt: "Das Kaufland war eine feine Sache. Man brauchte kein Auto und konnte mit dem Bus hinfahren."

Die Themen wechseln manchmal ziemlich schnell. Dass der Kulmbacher Reifenstecher endlich erwischt worden ist, finden alle gut. Dann will einer wissen, ob denn das Studentenwohnheim in der Blaich wirklich gebaut wird. Ja, dort, wo jetzt der Getränkemarkt ist. "Bald haben wir gar nichts mehr in der Blaich", meint Claus Jacob, der Seniorenbeauftragte des BSC. Der Einwand, dass die Brauerei wohl einen neuen Standort suchen werde, beruhigt die Skeptiker.

Inzwischen trifft auch der Biedermanns Hans ein, der schon vermisst worden ist. Man kennt sich, und man schätzt die Geselligkeit im BSC-Sportheim. "Am Stammtisch fühlen sich die Leute aufgehoben. Wir verstehen uns alle gut, und es wird mancher Spaß gemacht", sagt die Wirtin.

Achim Zeitler, der beruflich bedingt nicht immer teilnehmen kann, freut sich, dass die Zielsetzung des Vereins erreicht wird: "Vor zwei Jahren war es die Idee, eine Anlaufstelle für die Leute zu schaffen, damit sie nicht in ein Loch fallen". Denn in der Blaich habe sich ein Vakuum gebildet, nachdem es fast keine Gastwirtschaften mehr gibt. Das Sportheim sei immer dienstags ab vier geöffnet, sagt Zeitler, und groß genug "auch für die restlichen Kulmbacher im gesetzteren Alter, denen ein Platz unter Gleichgesinnten zum Waafn oder zum Kartenspielen fehlt".

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