Kulmbach
Kochshow

Oberfränkin will bei Sat1-Show "The Taste" gewinnen

Susanne Klippstein aus Weismain, die in Kulmbach bei der Firma Raps arbeitet, möchte die Sat1-Kochshow "The Taste" gewinnen.
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Susanne Klippstein (rechts) aus Weismain, die in Kulmbach bei der Firma Raps arbeitet,  möchte  die  Kochshow "The Taste - Nur der Geschmack zählt" gewinnen. Unterstützt wird sie dabei von Promiköchin Maria Groß aus Thüringen. Foto: SAT.1/Benedikt Müller
Susanne Klippstein (rechts) aus Weismain, die in Kulmbach bei der Firma Raps arbeitet, möchte die Kochshow "The Taste - Nur der Geschmack zählt" gewinnen. Unterstützt wird sie dabei von Promiköchin Maria Groß aus Thüringen. Foto: SAT.1/Benedikt Müller
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Der Aufzug öffnet sich, Worte der Begrüßung, gefolgt von einem "Oh wie schön" hallen durch das Studio. Die Kandidatin mit Einhorn-Haarreif auf dem Kopf hält stolz ihre von Mutti gestrickten Topflappen in die Kamera und nennt ihren Namen.

"Ich kann sehr viel Geschmack auf den Teller bringen"

"Ach, die Susanne aus Oberfranken. Was machst Du sonst so in Weismain?", entfährt es Fernsehkoch Alexander Herrmann aus Wirsberg. "Ich bin Hobbyköchin." "Was war der Grund an der Fernsehsendung ‚The Taste - Nur der Geschmack zählt‘ teilzunehmen?", hakt Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten nach. "Ich will es mir selbst ein bisschen beweisen. Als Hobbyköchin bin ich beim Schneiden nicht so perfekt drauf wie manch anderer. Ich kann aber sehr viel Geschmack auf den Teller bringen", antwortet die 31-Jährige selbstbewusst.

Die Weismainerin, die in Kulmbach bei der Firma Raps arbeitet und mit Nachnamen Klippstein heißt, tischt in der Kochshow des privaten Fernsehsenders "SAT 1" den vier Promiköchen Herrmann, Rosin, Maria Groß (Erfurt) und Tim Raue (Berlin) Kalbsleber mit Kürbispüree in Rotwein-Balsamico-Soße mit marinierten Apfelscheiben auf den Probierlöffel. Die Juroren lassen sich das Gericht auf der Zunge zergehen.

Emotionaler Parforceritt

Die Teilnahme an der Sendung wird für die Oberfränkin zum emotionalen Parforceritt. "Ich wurde regelrecht in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. Vor allem bei der ersten Episode, dem Casting, bei dem aus 32 Kandidaten 16 ausgewählt wurden." Jetzt erlebten die Fernsehzuschauer, wie schwärmerische Töne (Rosin: "Das Mundgefühl ist sensationell") und kritische Anmerkungen (Groß: "Visuell war das nicht die Bombe") wie Ping-Pong-Bälle hin und her flogen.

Sie sei regelrecht auf die Folter gespannt worden, bis dann - quasi in letzter Sekunde - der erlösende Satz aus dem Munde von Groß gekommen sei: "Ich würde mich freuen!" Auf den Geschmack gekommen, an ihrer Lieblingssendung teilzunehmen, war die Weismainerin nach einem beruflichen Termin. Es sei eine spontane Aktion gewesen, erinnert sich Klippstein.

Auf der Arbeit packte sie der Ehrgeiz

Die 31-Jährige arbeitet als Produktentwicklerin bei der Firma Raps in Kulmbach, die Gewürzmischungen, Soßen und Marinaden herstellt. "Euphorisiert von einer gelungen Verköstigung, bei der ich Burger, Salate und Suppen für einen Kunden zubereiten musste, packte mich der Ehrgeiz, an der Sendung teilzunehmen", erzählt die Fernsehkandidatin. Nach dem Ausfüllen von Fragebögen, Telefoninterviews und einem Probekochen in einer Münchner Kochschule stand die selbstbewusste Oberfränkin endlich im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras.

Dort schlüpft sie in die Rolle der Botschafterin des guten Geschmacks. Sie liebe es, mit frischen Zutaten am Herd zu stehen und frei aus dem Bauch heraus etwas kulinarisch Neues auszuprobieren, hebt die Weismainerin hervor, die sich als Genussmensch sieht. Sie wolle nicht nur sich selbst verwöhnen, sondern auch andere Menschen dazu bewegen, genussvoll zu kochen. Gerne bekocht sie Freunde und Verwandte. "Bei mir gibt es dann - anders als im Fernsehen - keine Blindverkostungen mit dem Probierlöffel und auch kein filigranes Anrichten auf dem Teller. Es werden Schöpflöffel gereicht, und auf dem Tisch stehen Töpfe und Schüsseln", erläutert sie die die zwei Seiten ihrer Kochmedaille.

Auf eine harte Probe gestellt

Klippstein wird im Fernsehstudio auf eine harte Probe gestellt. Anders als am heimischen Herd, muss sie während der 60 Minuten Kochzeit auch die Fragen einer Redakteurin beantworten. "Wenn einem auch noch andauernd die Kamera im Nacken sitzt, dann braucht man schon stärkere Nerven als beim Kochen in den eigenen vier Wänden oder in der Firma." Sobald im Studio etwas schief laufe, dann laufe es schief. Fehler zu korrigieren, erlaube das Reglement der Sendung nicht, so Klippstein.

 

Eine Minute hat sie Zeit, eine Kostprobe ihres Lebermenüs auf einem Probierlöffel anzurichten. Was folgt, sind bange Minuten des Wartens, bis die Jury ihr Urteil gefällt hat. "Das war Anspannung pur!" Die Weismainerin ("Ich habe mit meiner Vorliebe für Glitzer und Punk das Mädchen in mir bewahrt!") fühlt sich im Team der Thüringer Fernsehköchin Maria Groß pudelwohl. "Ich liege mit ihr auf einer Wellenlänge. Auch sie ist ein spontaner, witziger Typ."

Klappt es mit dem großen Finale?

Bis in die dritte Runde hat es die Oberfränkin bereits geschafft. Gedreht wurde im Mai und Juni dieses Jahres. Sagen, welche Hobby- oder Berufsköche beim großen Finale, das am 27. November um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, die Nase vorne haben, will Klippstein nicht - andernfalls wäre die Spannung für die Zuschauer dahin. Dem Gewinner winkt eine Siegprämie von 50 000 Euro. Was sie damit machen würde, darüber hatte sich die 31-jährige schon vor der Sendung konkrete Gedanken gemacht: "Ich würde gerne eine Party schmeißen, verreisen und den Rest auf die Seite legen."

Und was, wenn es nicht klappen sollte? Als Kandidatin, die mit leeren Händen dasteht, sieht sich die Weismainerin nicht: "Ich nehme ganz viel mit. Ich habe in der Fernsehsendung wahnsinnig viele tolle neue Freunde kennengelernt. Ich habe erfahren, wie es hinter den Kulissen einer TV-Show zugeht und jede Menge Tipps von Profiköchen erhalten."

 

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