Mainleus
Feuerwehr

Wehren im Landkreis Kulmbach mussten zu 926 Einsätzen

Die Rettungskräfte hatten 2018 im Landkreis Kumbach alle Hände voll zu tun. Bei der Kommandantenversammlung der Feuerwehren wurde Bilanz gezogen.
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Großbrand in Hegnabrunn im Juli 2018 mit 120 Einsatzkräften von FW, THW und BRK Foto: Archiv/Peter Müller
Großbrand in Hegnabrunn im Juli 2018 mit 120 Einsatzkräften von FW, THW und BRK Foto: Archiv/Peter Müller
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Die Gerätehalle des Mainleuser Feuerwehrhauses war voll besetzt zur Kommandantenversammlung des Landkreises Kulmbach, zu der Kreisbrandrat Stefan Härtlein am Freitagabend geladen hatte. "Mainleus ist um elf weitere Mitglieder gewachsen und die stärkste Wehr in der Gemeinde", sagte der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch zur Begrüßung. Erfreulich bezeichnete er die Entwicklung, dass verstärkt Kinderfeuerwehren gegründet würden, "ihr tut viel, um den Nachwuchs zu sichern." Tatsächlich ist die Zahl der Kinderfeuerwehren im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf 23 angestiegen, insgesamt 269 Kinder engagieren sich aktiv im Landkreis.

Hoch professionell

Landrat Klaus Peter Söllner begrüßte es, dass so viele Vertreter der Kommunen zur Kommandantenversammlung gekommen waren, denn "es ist Pflichtauftrag der Kommunen, für Schutz und Sicherheit zu sorgen." Gleich im Anschluss ging sein Dank an die vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die bei immer komplexer und schwieriger werdenden Einsätzen hoch professionell arbeiten würden.

Dass die Blaulichtorganisationen im Landkreis Kulmbach Hand in Hand arbeiten zeigte sich auch darin, dass Peter Hübner, Polizeichef der Kulmbacher Inspektion und Jürgen Dippold, Kreisgeschäftsführer des BRK Kulmbach bei der Versammlung anwesend waren. "Wir sind mit 1700 Einsätzen im Jahr eine der am meisten belasteten Dienststellen in Oberfranken - und wir sind froh, dass wir mit der örtlichen Feuerwehr gut zusammenarbeiten, etwa wenn es um die Aufklärung eines Großbrandes geht", spielte der Polizeichef auf aktuelle Ereignisse an.

3434 Einsatzkräfte

115 freiwillige Feuerwehren und vier Löschgruppen gibt es im Landkreis Kulmbach. 3434 Einsatzkräfte, darunter 454 Frauen, sorgten im vergangenen Jahr bei 926 Einsätzen mit 31 372 Stunden für die Sicherheit der Bürger. Unter anderem wurden 243 Brandeinsätze, 396 technische Hilfeleistungen und 156 Sicherheitswachen bewältigt, aber es gab auch einige Fehlalarme, darunter zwei missbräuchliche Alarme. "Das ist ein absolutes No-Go", sagte Kreisbrandrat Stefan Härtlein. "Was, wenn die Feuerwehr deswegen ausgerückt ist und parallel tatsächlich jemand Hilfe benötigt?" Wie etwa die Beteiligten an mehreren schweren Unfällen auf der Autobahn, zu deren Hilfe die Feuerwehren ausrückten.

Der Kreisbrandrat des Landkreises Bayreuth, Hermann Schreck, gab den Kommandanten Einblicke in die aktuelle Versorgungssituation. "Bis die Katastrophenschutzfahrzeuge des Bundes geliefert werden können, dauert es noch etwas, man hat diverse Mängel festgestellt", sagte er. Ebenso seien die Löschhubschrauber der Bundeswehr so gut wie nicht verfügbar, weshalb angesichts der Waldbrandsituation 2018 mit eventueller Förderung der EU die Polizei-Hubschrauberstaffel entsprechend ausgestattet werden soll, "wir brauchen hier Löschhubschrauber", sagte der Fachmann.

Weitere Themen waren die Anregung, in Bayern zentral ein Standby-Kontingent von Hilfstrupps vorzuhalten, oder das Krebsrisiko bei nicht rückstandsfreier Reinigung von Einsatzkleidung. "Hier gibt es aktuell eine Debatte, die Einsatzkleidung nach Brandeinsätzen so schnell wie möglich auszuziehen." Ebenfalls diskutiert werde der Wunsch der Krankenkassen, ihre ärztliche Notdienstnummer (116/117) auf 112 umzustellen, das ginge jedoch nicht ohne personelle Aufstockung.

Die ersten Minuten zählen

Gastredner Stefan Eigl, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, hielt im Anschluss einen sehr anschaulichen Vortrag über die Notwendigkeit von Ersthilfeleistungen am Unfallort. "Insbesondere geht es um Reanimation und starke Blutungen", sagte er. Bis ein Sanitätsdienst vor Ort sei, könnten acht Minuten vergehen - in vielen Fällen zu lange für einen Patienten. "Die ersten Minuten zu überbrücken ist überlebenswichtig, hier gilt es auch im Zuge der Nachbarschaftshilfe einzugreifen." Gute Erfahrungen habe man auch mit der telefonischen Anleitung zur Wiederbelebung gemacht. "Um Erste Hilfe zu leisten, brauchen Sie keine spezielle Ausrüstung, nur Ihre Hände, ein Verbandpäckchen", im idealen Fall einen Defibrilator. "Jeder Erstversorger ist wichtig", gab er den Kommandanten mit auf den Weg.

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