Kulmbach
Brandstiftung

Was wird aus der Kulmbacher Brandruine?

Im April wurde das Kulmbacher Freizeitcenter bei einem Großfeuer zerstört. Der Eigentümer hat inzwischen den Teilabriss beantragt.
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Die Brandruine in der Straße Am Goldenen Feld Foto: Alexander Hartmann
Die Brandruine in der Straße Am Goldenen Feld Foto: Alexander Hartmann
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Ob er sich mit dem Gedanken trage, die Halle wieder aufzubauen, haben wir den Besitzer des zerstörten Kulmbacher Freizeit-Centers Anfang Mai gefragt. Wenige Tage, nachdem die Halle am Goldenen Feld niedergebrannt war. Er könne darauf noch keine Antwort geben, sagte der Mann, der um Verständnis bat.

Die Brandruine

Heute, sieben Monate später, ist das Freizeit-Center im Industriegebiet Am Goldenen Feld immer noch eine Brandruine. Das Gebäude ist mit einem Bauzaun abgesperrt, Fenster und Türen sind mit Sperrholzplatten provisorisch abgedichtet. Riesige Löcher im Dach lassen erahnen, wie die Flammen in der Nacht zum 23. April im Inneren gewütet haben. Eine Nacht, in der es zu einem der größten Feuerwehreinsätze in der Geschichte der Stadt Kulmbach gekommen ist - verursacht durch Brandstiftung, wie die Polizei Mitte Mai bekanntgegeben hat.

Drei Millionen Euro Schaden

270 Kräfte von Feuerwehr, THW, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei waren über viele Stunden gefordert. Das Feuer setzte in der mit Blech verkleideten Halle, in der neben einem Bowlingcenter auch ein Kinderland und ein Restaurant untergebracht waren, nahezu die komplette Inneneinrichtung in Brand. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Es entstand jedoch ein riesiger Sachschaden in Höhe von rund drei Millionen Euro.

Aufzeichnungsgeräte fehlten

Schon in der Brandnacht hatte sich den Einsatzkräften der Verdacht aufgedrängt, dass das Feuer gelegt worden ist. Dieses war an mehreren Stellen ausgebrochen. Was die Feuerwehr-Kameraden stutzig gemacht hat: In der Halle waren mehrere Überwachungskameras installiert, die Aufzeichnungsgeräte nach dem Brand nach deren Angaben aber nicht aufzufinden.

Ende Juli hatte Jochen Götz von der Bayreuther Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass es einen Tatverdächtigen gibt, gegen den ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Wie unsere Zeitung erfahren hat, soll der Verdächtige die Tat auch schon gestanden haben.

Staatsanwaltschaft Hof ist zuständig

Jetzt wurde das Verfahren von der Bayreuther Behörde an die Staatsanwaltschaft in Hof abgegeben, die für Wirtschaftsstrafsachen zuständig ist. Es habe im Zuge der Ermittlungen Hinweise gegeben, die zum Wechsel der Zuständigkeit geführt hätten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Bayreuth, Herbert Potzel, der keine weiteren Angaben machen konnte und auf die Staatsanwaltschaft in Hof verwies. Wie der dortige Oberstaatsanwalt Andreas Cantzler mitteilte, sind die Akten aus Bayreuth erst eingegangen, weshalb auch er keine näheren Informationen geben könne. Wer ist der Tatverdächtige? Befindet er sich in Untersuchungshaft oder ist er auf freiem Fuß? Wegen welcher Straftat wird ermittelt? Antworten darauf konnten gestern weder Potzel noch Cantzler geben.

"Nicht genehmigt"

Ob die Bauruine am Goldenen Feld abgerissen wird? Diese Frage haben wir gestern dem Besitzer gestellt. Das wisse er selbst noch nicht, sagte der Mann am Telefon. Er müsse die Ergebnisse der Gutachten abwarten. Es sei auch noch nicht geklärt, wie der Brand mit der Versicherung abgewickelt werden kann. Den Teilabriss des Gebäudes habe er bereits beantragt. "Er ist aber noch nicht genehmigt." Ob am Goldenen Feld irgendwann wieder Bowling gespielt werden kann, er den Wiederaufbau der Spielhalle plane? Antworten auf diese Frage konnte der Besitzer auch sieben Monate nach der Brandnacht nicht geben.



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