Trebgast
Gemeinderat

Was wird aus dem Trebgaster Bahnübergang?

Über die Zukunft des Trebgaster Bahnübergangs "Weiherweg" wurde im Gemeinderat nicht öffentlich beraten. Ein Antrag, öffentlich zu diskutieren, wurde abgelehnt. Das Vorgehen wirft ebenso wie die unklare Zuschussfrage nach den Unwetterfolgen in Waizendorf Fragen auf.
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Seit eineinhalb Jahren sichern Posten rund um die Uhr den Übergang "Weiherweg", zusätzlich zum vorhandenen Blinklicht, mit zwei Absperrbändern. Foto: Dieter Hübner
Seit eineinhalb Jahren sichern Posten rund um die Uhr den Übergang "Weiherweg", zusätzlich zum vorhandenen Blinklicht, mit zwei Absperrbändern. Foto: Dieter Hübner
Das Interessanteste an der Sitzung des Trebgaster Gemeinderats am Montagabend war der Beginn. Herwig Neumann (CSU/NWG) stellte den Antrag, Punkt 2 der nichtöffentlichen Sitzung im öffentlichen Teil zu behandeln. Es ging um den Bahnübergang "Weiherweg". Neumann begründete den Antrag damit, dass alle Vorgänge zu diesem Thema bisher - zumindest, soweit es sich nicht um Grundstücksangelegenheiten handelte - immer öffentlich besprochen wurden. Mit den Stimmen der SPD/WG-Fraktion wurde der Antrag abgelehnt.
Das Vorgehen wirft Fragen auf, denn die Bürger sind natürlich daran interessiert, zu erfahren, was hinter den Kulissen gespielt wird. Da sind zunächst die Fakten: Die interne Betriebsgenehmigung für diesen Übergang ist am 30. Juni abgelaufen. Derzeit sperren Sicherungsposten während der Betriebszeiten, zusätzlich zur vorhandenen Blinklichtanlage, den Übergang ab, wenn ein Zug passiert.
Und das bereits seit eineinhalb Jahren.

Das Vorhaben der Bahn AG

Nach heutigem Kenntnisstand beabsichtigt die Bahn AG, hier künftig nur noch Fußgänger und Radfahrer queren zu lassen. Dazu gibt es einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, dass der Zugang zu den Sportanlagen künftig von der Lindauer Straße aus über eine neu zu bauende Brücke über die Trebgast erfolgen soll. Gleichwohl erklärt der Bürgermeister immer wieder, dass man alles für den Erhalt des Übergangs tun werde. Die Planer der Bahn AG würden derzeit fieberhaft an einer Möglichkeit arbeiten, die alle Erfordernisse für den Erhalt berücksichtigt, die dem heutigen Stand der Technik entspricht, und für alle Beteiligten - Regierung, Straßenbauamt, Bahn und Kommune - tragbar und natürlich förderfähig ist.
Hinter vorgehaltener Hand hört man zwar, dass sich etwas bewegen soll. Es ist sogar die Rede davon, dass die Entscheidung pro Übergang bereits gefallen sei. Aber von offizieller Seite hält man sich, warum auch immer, derzeit äußerst bedeckt. Es darf weiter spekuliert und gemutmaßt werden. Der Gemeinderat gab am Montag jedenfalls der Öffentlichkeit keine detaillierten Informationen darüber, was sich am Bahnübergang "Weiherdamm" tut.

Das Unwetter und seine Folgen

Öffentlich wurde über das Dauerthema "Unwetterschäden Waizendorf" beraten. Der Tagesordnungspunkt lockte auch einige Waizendorfer Bürger ins Rathaus. Dabei ging es wieder um die Folgen der Unwetterschäden vom 20. Juni. Der Eine oder Andere versteht nicht, warum hier nichts vorwärts geht, und äußerte seinen Unmut darüber schon mal öffentlich (siehe BR vom 1. November). Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) schickte voraus, dass sich zwar Einiges hin und her bewege, aber "wegen der unklaren Zuschusslage können wir derzeit nicht mehr tun". Die momentane Situation erlaube die gefahrlose Benutzung der betroffenen Straßenabschnitte. Eine dauerhafte Lösung sei damit nicht gegeben. In der Zwischenzeit seien Gespräche mit dem Landratsamt, dem Wasserwirtschaftsamt und der Forstverwaltung geführt worden, die Aufklärung darüber bringen sollen, unter welchen Voraussetzungen Zuschüsse gewährt werden können. Unklar sei, ob sich die Bürger bei der Sanierung der in Mitleidenschaft gezogenen Bereiche wieder für einen Schotterbelag oder für eine Teerschicht entscheiden. Das werde auch eine Rolle spielen bei der Frage, wer bei welchen Maßnahmen zur Kasse gebeten wird.
Der Bürgermeister machte deutlich, dass es vorrangige Aufgabe sei, das abschüssige Wasser zu bändigen. Das Wasserwirtschaftsamt empfehle, ein Gutachten durch ein Ingenieurbüro erstellen zu lassen. Danach werde man wissen, woher welche Menge Wasser kommt. Mit der ebenso betroffenen Gemeinde Ködnitz gelte es dann, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Unterhaltslast tragen Anlieger

Etwas anders stellt sich die Lage etwas südlicher bei der Zufahrt zum Anwesen von Sandra Vetter dar. Der Weg, über den auch Landwirte zu ihren dahinterliegenden Wiesen und Wäldern gelangen, gehört der Gemeinde. Die Unterhaltslast tragen jedoch die Anlieger. Die Forstverwaltung habe empfohlen, einen Antrag auf Förderung zu stellen. Voraussetzung für einen Zuschuss sei aber, dass sich die Anlieger einig sind und alle mitziehen, betonte Diersch

Bürgergespräch im November

Ein Bürgergespräch, zu dem die Gemeinde am 26. November in das Feulner Feuerwehrhaus einladen wird, soll Klarheit darüber bringen, welche Sanierungsmaßnahmen die Waizendorfer bevorzugen. Fakt ist laut Bürgermeister Werner Diersch, dass ein Teilausbau auch zu Lasten der Bürger gehen werde. Helmut Küfner (SPD/WG) wollte sichergestellt wissen, dass die Verwaltung bis zu diesem Gespräch eine Kostenschätzung als Entscheidungshilfe vorlegen kann.
Der Tenor der Zuhörer, die sich neue Erkenntnisse erhofft hatten, war am Ende eindeutig und lautete: "Wir sind jetzt auch nicht schlauer als vorher."
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