Kulmbach

Was kommt nach dem Abitur?

Künftige Schulabgänger konnten sich am Samstag im Beruflichen Schulzentrum Kulmbach über ihre Karrieremöglichkeiten in der Region informieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dominik Müller von der Robotik-Gruppe des MGF-Gymnasiums zeigt Helena Müller am Stand der Schwender GmbH & Co. KG einen Roboter, der dank eines roten Ultraschallsensors laufen kann.  Fotos: Stephan Stöckel
Dominik Müller von der Robotik-Gruppe des MGF-Gymnasiums zeigt Helena Müller am Stand der Schwender GmbH & Co. KG einen Roboter, der dank eines roten Ultraschallsensors laufen kann. Fotos: Stephan Stöckel
+7 Bilder

Wie lautet der Werbeslogan der Automarke Audi? "Vorsprung durch Technik" oder "Vorsprung mit Technik"? Bei der Kupferberger Werbeagentur "Bergwerk" geht es knifflig zu. Bei den jungen Leuten kommt das Ratespiel gut an. "Spielerisch an eine Materie herangeführt zu werden, ist mal was anderes", findet Lukas Drews. Auf die Frage nach dem Traufberuf, zuckt er mit der Achsel und sagt dann: "Vielleicht werde ich einmal Sportlehrer, schließlich spiele ich gerne Fußball, Hockey und Tischtennis."

Der 16-jährige Kulmbacher zählt zu den Unentschlossenen, die noch nicht wissen, wie es nach dem Abitur oder Fachabitur weitergehen soll. Eine Hilfestellung bietet ihnen die Kulmbacher Ausbildungsmesse "Abitura", die am Samstag Hunderte von Schülern und ihre Eltern in das Berufliche Schulzentrum lockte. 72 Aussteller und 30 Vorträge offerierten ihnen jede Menge Informationen zu den zahlreichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in Oberfranken, und das zum mittlerweile sechsten Mal. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung, die eine Ergänzung zur Kulmbacher Ausbildungsmesse im Herbst ist, vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, dem Landkreis Kulmbach, dem Caspar-Vischer-Gymnasium, dem Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium und der Adalbert-Raps-Schule.

Einige Schüler haben bereits ein klares Ziel vor Augen. Der Kulmbacher Jan Dressel will auf dem Gebiet der Pharmazie arbeiten. "Das Experimentieren im Labor bereitet mir Freude." Er versucht sich am Stand der Berufsfachschule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten im Langheimer Amtshof an einer Säure-Base-Titration. Chemielehrerin Linda Seelmann ist begeistert vom Fachwissen des 17-Jährigen. Ob er einmal ihr Schüler sein wird, steht noch in den Sternen. Dressel kann sich nämlich auch vorstellen, Arzneimittelkunde zu studieren.

Als "technikaffin" stellt sich Helena Müller vom MGF-Gymnasium vor. Die 15-Jährige will sich auf der "Abitura" informieren und inspirieren lassen. Am Stand der Firma Schwender wird sie auf das duale Studium "Versorgungstechnik" aufmerksam. "Das wäre eine Möglichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verzahnen", sagt sie. Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik zählen für sie zu den wichtigen Dingen des täglichen Lebens. "Mit meiner Arbeit könnte ich dazu beitragen, dass Menschen in ihren Häusern gut mit Wärme und Wasser versorgt sind", so die Gymnasiastin.

Von der Modebranche angezogen fühlen sich Katharina Ramming (16) und ihre ein Jahre jüngere Freundin Milena Pavlovic. Sie schauen der angehenden Bekleidungstechnikerin Katharina Karen Gutt von der Bekleidungsschule Naila beim Abzeichnen einer Puppe über die Schulter. Beide würden gerne in der Modebranche ihre Kreativität ausleben. "Ich wäre stolz, wenn andere Menschen meine Entwürfe tragen würden", sagt Ramming.

Bei der Eröffnung gaben sich die Persönlichkeiten aus Kommunalpolitik, Schule und Wirtschaft die Klinke in die Hand. "Wir wollen den jungen Menschen zeigen, dass es direkt vor ihrer Haustür viele Unternehmen gibt, die einen sicheren Ausbildungsplatz und attraktive Karrierechancen bieten", bringt es Alexander Battistella, Leiter der Adalbert Raps-Schule, auf den Punkt.

Vorsitzender Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, der den Bereich Schule vertritt, ermunterte die Firmen, auf die jungen Menschen zuzugehen, "denn sie sind die Zukunft ihres Unternehmens." "Warum sind wir nicht als Region eine Art von Influencer, der der Jugend aufzeigt, dass wir mehr sind, als eine preiswerte Genussregion? Wir haben zum Beispiel zwei große Arbeitgeber, die zur Kohlendioxid-Reduzierung ihren Beitrag leisten", fragt sich Clemens Dereschkewitz, der beim Arbeitskreis den Bereich Wirtschaft leitet. Dies gelte es, so der Redner, stärker herauszuarbeiten.

"Wir brauchen keine Cathy Hummels als Influencerin, wir sind selbst stark genug, um unsere Stärken hervorzuheben", griff Landrat Klaus Peter Söllner die Gedanken seines Vorredners auf.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren