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Was hat Edeka in Mainleus vor?

Heinz Hattel wird seinen Markt in der Burgkunstadter Straße in einem halben Jahr schließen. Wie es weitergehen soll, erklärt die Edeka-Zentrale.
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Noch ein halbes Jahr geöffnet - dann schließt Heinz Hattel seinen Edeka-Markt in Mainleus. Foto: Stephan Tiroch
Noch ein halbes Jahr geöffnet - dann schließt Heinz Hattel seinen Edeka-Markt in Mainleus. Foto: Stephan Tiroch
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Das Gerücht hielt sich hartnäckig - jetzt wurde es bestätigt: Heinz Hattel schließt seinen Edeka-Markt in der Burgkunstadter Straße und verlässt Mainleus. "Am 31. Januar 2020 wird Schluss sein", sagt der Kaufmann auf Anfrage.

Bedauern bei den Kunden

Die Kunden bedauern es, dass "ihr" Edeka weggeht. "Ich habe hier immer sehr gerne eingekauft", versichert eine Frau, während ihr Mann den vollgepackten Einkaufswagen zum Auto schiebt. "Man bekommt alles, was man braucht. Und man wird immer freundlich bedient." Oder eine junge Frau aus dem nahegelegenen Wohngebiet: Sie ist zu Fuß unterwegs und schätzt es, "dass man hierher laufen kann".

"Es tut mir leid für die Kunden, die uns immer die Treue gehalten haben", sagt der Geschäftsführer. "Die Entscheidung ist mir auch nicht leicht gefallen. Ich bin mehr als mein halbes Leben in Mainleus tätig." Zusammengerechnet sind es 33 Jahre: 1986 hat er den damaligen Edeka-Markt am Konrad-Popp-Platz übernommen und ist 1998 in den neuen Laden in der Nähe der Bundesstraße umgezogen.

Kosten 150 000 Euro

Inzwischen, so Hattel, ist der Markt veraltet. Aber jetzt wären enorme Investitionen von zirka 150 000 Euro notwendig. Nach seinen Worten läuft die Übergangsfrist für die Kühltechnik ab. Man brauche unter anderem neues Kältegas - Kosten 50 000 bis 60 000 Euro. Der Leergutautomat - Kosten 40 000 Euro - müsse ausgetauscht werden. Und das Finanzamt verlange neue Kassen. Wenn man so eine Riesensumme investiert, dann müsste auch gleich die Möblierung erneuert werden.

"Das lohnt sich nicht mehr", sagt der Kaufmann. Denn dafür sei das Haus nicht nur zu alt, sondern mit 800 Quadratmetern auch zu klein. "Das ist nicht mehr zeitgemäß. Standard ist heute das Doppelte bei einem Sortiment von 18 000 Artikeln."

"Keiner steht auf der Straße"

Seine 24 Mitarbeiter hat der Chef als erstes informiert. "Für fast alle gibt es Alternativen, es steht keiner auf der Straße", so Hattel, der sich künftig auf seinen anderen Edeka-Markt in Weidhausen konzentriert.

An Spekulationen, wie es weitergeht, will er sich nicht beteiligen. Parolen, dass Michael Seidl vom Kulmbacher E-Center in Mainleus einsteigt, stimmen jedenfalls nicht. "Nein, da ist nichts dran. Ich weiß nicht, was Edeka mit dem Standort vorhat", betont Seidl.

Modern und zeitgemäß

Die Immobilie gehört der Edeka-Regionalgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen. In der Zentrale in Rottendorf bei Würzburg gibt es eine klare Zielvorstellung. "Edeka möchte weiterhin am Standort in Mainleus festhalten. Wir planen, den Markt komplett neu aufzustellen, so dass wir unseren Kunden einen modernen und zeitgemäßen Markt bieten können", teilt das Unternehmen mit. "Aktuell befinden wir uns noch in der Planungsphase."

Aus Sicht der Gemeinde wäre es wichtig, dass weiter ein Vollsortiment in Mainleus angeboten wird, meint Bürgermeister Robert Bosch. Wenn gewünscht, wäre auch ein anderer Standort vorstellbar - etwa auf dem Spinnereigelände. Bosch: "Wir sind mit Edeka im Gespräch."

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