Mainleus
Gemeinde-Entwicklung

Was den Leuten an Mainleus gefällt - und was nicht

Ideen waren ebenso gefragt wie Lob und Kritik. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Bei der Vorstellung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes in der Aula der Mainleuser Schule hatten die knapp 100 Besucher an ihrem Heimatort einiges zu bemängeln.
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Kritik wurde jede Menge geübt. Foto: Jürgen Gärtner
Kritik wurde jede Menge geübt. Foto: Jürgen Gärtner
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Federführend für die Ausarbeitung des Konzepts sind das Büro für Städtebau und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner aus Bamberg sowie das Büro Planwerk aus Nürnberg. Deren Vertreter, Leonhard Valier und Gunter Schramm, erklärten zunächst einmal, was ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept überhaupt ist.

Laut Stadt- und Regionalplaner Leonhard Valier geht es um Stadt- und Baustruktur, Wohnen, Bildung, Barrierefreiheit und vieles mehr. "Eben alle Sachen, die für eine Gemeinde wichtig sind." Ziel sei es, ein Konzept zu erstellen, mit dessen Hilfe die Entwicklung des Marktes für die kommenden zehn bis 15 Jahre gesteuert werden kann.

Für Förderung nötig

Und nicht zuletzt sei es für die Umsetzung von Städtebauförderungsmaßnahmen und das Erlangen von Fördermitteln erforderlich.
Nicht zuletzt könnten auch Privatleute im Fördergebiet durch Abschreibungsmöglichkeiten profitieren.

Das Konzept basiere auf drei Säulen: der Politik, den Bürgern und den Fachleuten. Letztere würden einen Blick von außen auf die Gemeinde werfen. "Möglicherweise sind die Externen weniger betriebsblind und sagen Sachen, die man sich vielleicht vor Ort nicht sagen traut."

Gunter Schramm erläuterte das so genannte Quartierskonzept für das Ensemble Hornschuchshausen ("ein Modellprojekt"). Derzeit sei geplant, im Haupt- und Ostflügel 25 barrierefreie Wohnungen unterzubringen. Im Spinnstuben-Areal ist im Erdgeschoss ein Gastro-Betrieb vorgesehen, im ersten Stock sind Tagungsräume möglich. Das Untergeschoss könnten sich ein Museum und ein Jugendtreff teilen.

Spinnerei: Sehr gut überlegen

Neben den Spinnstuben sei das ehemalige Spinnerei-Gelände natürlich ein weiterer Schwerpunkt, ergänzte Leonhard Valier. "Was dort rein soll, muss mit dem Gemeinderat diskutiert werden." Für den Planer steht jedenfalls fest: "Man muss sich sehr gut überlegen, was man will, was dort bebaut werden soll und was nicht."

Es gebe verschiedene kombinierte Nutzungsmöglichkeiten für Wohnen, Gewerbe und Grünflächen. "4,4 Hektar werden für eine Wohnbebauung reichen", lautete seine Einschätzung. Grundstückseigentümer und Gemeinderat seien jedenfalls bereit, für das Spinnerei-Gelände einen Wettbewerb unter Architekten und Planern durchzuführen. Wichtig dabei sei stets, die Verbindung Hornschuchshausen-Spinnerei-Ortsmitte im Blick zu halten.

Dann waren die Bürger gefragt: Was gefällt ihnen an Mainleus und was nicht? Stärken wurden zwar auch genannt (Kinderbetreuung, Schulstandort, gute Ärztesituation, attraktives Freibad, funktionierende Vereine, wunderbare Landschaft und Fahrradstrecken), aber die Kritik überwog deutlich. Genannt wurden ein unattraktiver Ortskern, die schlechte gastronomische Situation, der Zustand des Bahnhofs, die fehlende Nahversorgung im Ort, ein Mangel an attraktiven Arbeitsplätzen, schlechter ÖPNV, fehlende Grünflächen im Ort, keine Angebote für die Jugend, fehlende Räume für Kleinkunst und Veranstaltungen, die Parksituation und vieles mehr.

Das Fazit der Planer

Das Fazit der Planer nach rund einer Stunde: Für Leonhard Valier ist es die Frage "Wo ist das Mainleuser Zentrum?" "Das Defizit an Versorgungseinrichtungen und die Freizeitqualität", war es für Gunter Schramm. In den nächsten Tagen können noch Vorschläge per E-Mail an die Bauverwaltung des Marktes Mainleus geschickt werden. Die Adresse lautet: busch@mainleus.de

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