Kulmbach
Entdecker-Tour (115)

Warum in Kulmbach ein Brunnen gleich zweimal gebaut wurde

Den wunderschönen Hasenbrunnen in der Kulmbacher Wolfskehle gab es früher schon einmal. Warum, das lesen Sie hier.
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Am "Hasenbrunnen" in der Wolfskehle kann man gut rasten.  Foto: Erich Olbrich
Am "Hasenbrunnen" in der Wolfskehle kann man gut rasten. Foto: Erich Olbrich
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In einem der ältesten Stadtteile Kulmbachs, der Wolfskehle, befindet sich ein schöner Sandsteinbrunnen. Dieser liegt an der südlichen Seite des Buchbergs neben der Zufahrt zum Kaupersgässchen.

Zum Trinken und Waschen

Auf Antrag der Anwohner in der Wolfskehle hatte die Stadt den Brunnen bereits 1888 errichten lassen. Er sollte Wasser zum Trinken, zum Feuerlöschen und zum Waschen liefern.

Das Gebiet um den Brunnen ist sehr wasserhaltig und mit Lehmschichten durchzogen. Beim Bau des Lochner-Hauses oberhalb des Brunnens stieß man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf nicht weniger elf Quellen. Um den Unterbau seines Gebäudes zu sichern, musste der Bauherr mehrere Meter tiefe Betonsäulen einbringen, um auf Felsen zu kommen. In seinem Haus befindet sich im Keller ein tiefer Brunnen. Der Brunnenbauer war Georg Limmer aus Niederndobrach, der vom Kulmbacher Maschinenbauer Johann Pöhlmann unterstützt wurde.

Hinweis für die Hasenjagd

Der Kulmbacher Heimatforscher Hans Edelmann hat 1934 geschrieben, dass das heutige Kaupersgässchen vormals Hasensäulenweg hieß. Auch eine Wiese an der Wolfskehle hatte die Bezeichnung Hasensäule.

In früheren Zeiten wurden die Reuten des Buchberges noch bejagt. Im Eifer einer Hetzjagd auf Hasen übersah man oft die Grenzsteine, die den Jägern zeigten, wie weit gejagt werden durfte. Ein Hase, der jenseits der Säule stand, durfte nicht mehr geschossen werden. Des Weiteren dürfte an der Hasensäule auch die Straßenzollgrenze der Stadt gewesen sein, denn auf der anderen Seite stand das Zollhaus.

Als in der Stadt Wasserleitungen in die Häuser verlegt wurden, war der Brunnen plötzlich überflüssig, sein Aufbau wurde abgebrochen. Der unterirdische Teil geriet in Vergessenheit.

Schacht entdeckt

Bei Gehsteigarbeiten entdeckten Mitarbeiter des städtischen Bauhof den 6,40 Meter tiefen abgedeckten Brunnenschacht mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern.

Auf Anregung von Anwohnern der Wolfskehle gelang es Werner Moritz, seine Stadtratskollegen davon zu überzeugen, den Brunnen wieder herrichten zu lassen. Die Sanierung der verfallenen Teile folgte 1993. Man fasste sie mit einer Sandsteinmauer ein. Sie sichert den Brunnen zum Buchwald hin ab. In der Rundung wurden Sitzbänke mit eingesetzt.

Dank für gelungene Aktion

Stadtrat Werner Moritz bedankte sich bei der Einweihung bei den Bauhofarbeitern Dieter Rohleder, Hans Ohnemüller, Heinz Gries, Erwin Felbinger und Anton Schöttner für die gelungene Aktion.

Wegen seiner Lage bekam er den Namen "Hasenbrunnen" und wurde oberhalb des Wasserausflusses mit der römischen Zahl MDCCCLXXXVIII versehen, als Erinnerung an die "erste" Erbauung im Jahr 1888.

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