Kulmbach
Burggeflüster

Warum Abkürzungen in die Irre führen können

Mit Abkürzungen ist das so eine Sache. Müssen wir als Journalisten sie erklären - oder nicht?
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Eine der bekanntesten Abkürzungen in Kulmbach: IREKSArchiv
Eine der bekanntesten Abkürzungen in Kulmbach: IREKSArchiv
Gerade wir Journalisten überlegen nämlich oft, ob wir DDM (Deutsches Dampflokomotiv-Museum) oder MupäZ (Museumspädagogisches Zentrum) näher erläutern müssen - oder ob die Abkürzungen so bekannt sind, dass dies nicht nötig ist.

Dann gibt es auch noch Fälle, in denen die Abkürzungen bekannter sind als die ausgeschriebenen Versionen des Begriffs. "Die IREKS" ist ein solches Beispiel - die Firma kennen sicher mindestens 99 Prozent der Kulmbacher. Ob sie aber auch wissen, dass die Initialen für "Johann Ruckdeschel et Söhne, Kulmbach" stehen?

Freilich sind wir dabei auch nicht gefeit davor, Abkürzungen zu kreieren, die es gar nicht gibt. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach beispielsweise kürzt sich AELF ab. Dass die Abkürzung in meinem Artikel am Mittwoch plötzlich ALEF hieß, lag daran, dass ich die Behörde fälschlicherweise in Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten "umgetauft" hatte.

Tatsächlich firmierte die Behörde in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht nur landläufig unter "Landwirtschaftsamt" (vor allem als die Forstämter noch eigenständig waren), sondern auch gerne mal mit dem Bereich "Ernährung" im Namen - oder auch ohne. Maßgebend war stets der Zuschnitt des zuständigen Ministeriums.

Unter Edmund Stoiber war ab 2003 Josef Miller nur noch "Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten" - die "Ernährung" wanderte in das "Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz" unter dem Kronacher Werner Schnappauf.

2008 änderte dies Horst Seehofer in seinem ersten Kabinett wieder und setzte Helmut Brunner als Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein. Einer seiner Vorgänger, Alfons Goppel, übrigens war es, der in seinem dritten Kabinett die Begriffsänderung eingeführt hatte. Aus dem vormaligen Landwirtschaftsminister wurde der "Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" - so wie aus dem vormaligen Kultusminister der "Staatsminister für Unterricht und Kultus" wurde. Auch ein Ressort, das einmal mit Unterricht, einmal mit Wissenschaft gekoppelt wurde.

Die Schulämter freilich - die haben ihre Bezeichnung nie mit ändern müssen. Sie brauchen und brauchten dafür aber auch nie eine Abkürzung.


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