Spaziergänger, Jogger und Mountainbiker sind sauer über die neuen Forstwege vom Kessel bis nach Tennach, die der Staatsforst dort mit schwerem Gerät gebaut hat. Wo früher idyllische Trampelpfade gewesen sind, durchziehen jetzt breite Wirtschaftswege das Gelände am Rehberg. "Von den naturbelassenen Wanderwegen existiert kein einziger mehr", schimpft Mountainbiker Reiner Racek, "sie wurden alle bulldozergerecht plattgemacht."

Selbst das Teilstück des Hans-Edelmann-Wegs, das zum Rehturm führt, ist nicht verschont geblieben. Thomas Strunz, der hier immer gejoggt ist, zeigt auf die Markierung, den gelben Kreis auf weißem Grund: "Es ist zum Heulen, was war das für ein idyllischer Weg." Genauso hat der Markgrafenweg - blaues Kreuz auf weißem Grund - gelitten, weiß er und präsentiert Fotos: vorher und nachher. "Ein Trauerspiel."

Jobst Rathmann berichtet, dass er täglich mit seinem Hund hier spazieren geht. Dabei trifft er viele Leute. "Die schütteln alle mit dem Kopf und sagen: Das sind keine Wanderwege mehr."

Beim Staatsforstbetrieb Nordhalben betont man dagegen, dass solche Rückegassen für die naturschonende Waldbewirtschaftung notwendig sind. Moderne, breite Fahrzeuge wie Harvester und Rückegerät schonen den Waldboden, weil sie kaum einsinken, erklärt Gerhard Müller, stellvertretender Forstbetriebsleiter und versichert: "Was wir hier machen, dient vor allem der Pflege und der Stabilität des Waldes, dass der Bestand nicht überaltert und die Bäume kräftig wachsen können."