Trebgast
Gastspiel

"Waldschrat" in Trebgast: Böser, bissiger und fränkischer als je zuvor

Bei ihrem Auftritt auf der Naturbühne Trebgast machte die Band "Waldschrat" ihrem Image wieder einmal alle Ehre: Die Musiker nehmen kein Blatt vor den Mund.
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Die Band "Waldschrat" begeisterte mit ihrem Auftritt auf der Naturbühne Trebgast. Foto: Sonny Adam
Die Band "Waldschrat" begeisterte mit ihrem Auftritt auf der Naturbühne Trebgast. Foto: Sonny Adam

Der "Waldschrat" ist ein urfränkisches Fabelwesen: geheimnisvoll, zauberhaft, koboldartig, ein bisschen gemein. Und außerdem sollen Schrate, wie die offizielle Pluralform wohl ist, auch Alpträume verursachen. All diese Eigenschaften treffen auf die gleichnamige Band ""Waldschrat"" zu.

"Waldschrat", das sind Harry Tröger (Schlagzeug), die Gitarristen Uli Saalfrank und Christoph ("Grisdoff") Lemberg, der "Quoten-Schwede" Jan "Jansen" Reinelt und Bassist Michael "Mänla" Sommermann. Alle eint eines: eine Liebe zu verwegener Musik und die Liebe zum Bier.

Die Band "Waldschrat" taucht nur einmal im Jahr aus der Versenkung auf, zur Kerwa im Neudrossenfelder Ortsteil Unterbrücklein. Und die Lieder und die Texte sind so, dass man sie lieben und zugleich auch ein bisschen verabscheuen muss. Denn wenn die "Waldschräte" singen, dann nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Sie thematisieren die fränkischen Schwächen mit einer Detailgetreue, die teils ganz schön an die Nieren geht oder manchem sogar auf den Magen schlagen kann. Doch am Ende siegt der Humor gemäß dem Motto: Wer trotzdem lacht, ist "Waldschrat"-tauglich.

Die Gründung der Band, erzählte der Münchberger Harry Tröger, war im "Gloswollnlocher" eines Helmetzer Baugeschäftes - damals, als Feinstaub noch gar nicht erfunden war, als die Musiker noch mit einer Zündapp herumfuhren und als "Laddnrost" für eine Geschlechtskrankheit gehalten wurde. In dieser Zeit des Hippie-Nirvanas haben sich die Musiker - Gitarrist Roland "Schieffi" Bergold war in der ursprünglichen Besetzung noch dabei - zusammengefunden. Sie arbeiteten Coverversionen um und landeten kongeniale fränkische Superhits, die teils ganz schön kräftig in die Fäkalienschublade griffen. "Neigschbeit" und der "Wiss" wurden genauso thematisiert wie "das Bärschdn" oder die "Saachrinna". Deftigkeit schreckt doch einen echten Schrat nicht!

Immer wieder war der Bierdurst ein Thema. Und der Trick funktionierte: Nicht nur einmal wurden die Musiker mit Bier versorgt.

Mit Bier Musik machen

Beim Song "Sound vom Bier" stellten die Bandmitglieder unter Beweis, dass sich mit Bier sogar Musik machen lässt. Die Musiker, allen voran Harry Tröger, ließen die Seidla-Verschlüsse ploppen, dass so mancher im Publikum eine trockene Kehle bekam.

Beim Konzert auf der Naturbühne wurden Baustellenerlebnisse lebendig. "Die Wochn werds wohl nix mehr wern", unkten die "Handwerker" in ihrem ganz besonders fränkischen Song. Ob Schlager oder Reggae-Klänge - die "Waldschräte" mit ihren Ulkliedern trafen genau den Geschmack des Publikums. Aus nah und fern waren die Fans nach Trebgast gepilgert, um wieder "Schrat-Feeling" hautnah zu erleben. Und sogar Gesellschaftskritik kam nicht zu kurz: "Ärbern mehr mehra, gring mer no mera", wurde aus dem bekannten Lied "Guantanamera". Die Sensation für echte Fans und solche, die neu zur "Waldschrat"-Gemeinde gefunden haben, war durch das Gastspiel auf der Naturbühne perfekt: "Waldschrat" sind zurück - bissiger, böser und fränkischer als je zuvor!

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