Stadtsteinach
Natur

Walderlebnistag im Steinachtal

Der Wald hat viele Facetten: Er bietet Erholung und Ruhe, ist aber auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Zudem produziert er den wichtigen Werkstoff Holz und ist Energielieferant. Beim Walderlebnistag im Steinachtal gab es dazu Informationen en masse - und viel zu entdecken.
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Die zweijährige Luisa Friedrich macht es sich im Blockhaus schon mal bequem, während Uwe Döring und Klaus Blaß vom Jugendwaldheim Lauenstein noch an den Wänden werkeln. Fotos: Sonja Adam
Die zweijährige Luisa Friedrich macht es sich im Blockhaus schon mal bequem, während Uwe Döring und Klaus Blaß vom Jugendwaldheim Lauenstein noch an den Wänden werkeln. Fotos: Sonja Adam
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Für kleine und große Holzfans und solche, die es werden wollen, gab es beim Walderlebnistag im Steinachtal eine Menge Angebote. Auf einer vier Kilometer langen Strecke haben Firmen und Institutionen aus der gesamten Region alles Wissenswerte rund ums Thema Wald zusammengetragen. "Nachdem die Stadt Stadtsteinach 2011 den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung und nachhaltigen Waldumbau bekommen hat, ist das Steinachtal ein hervorragender Ort für die Wald erlebnistage", betonte Bürgermeister Roland Wolfrum.

Schon zum vierten Mal fänden die Walderlebnistage im Landkreis Kulmbach statt, wie Landrat Klaus Peter Söllner betonte. "Holz ist ein Werkstoff der Vergangenheit, aber auch ein Werkstoff der Gegenwart und der Zukunft", sagte er und vertrat die Auffassung, dass die Aktie Holz auch in hundert Jahren noch Bestand haben werde.


"Der Umbau ist wichtig"

"Wir sollten den Wald nur so beschränkt nutzen, dass auch unsere Kinder und Enkel noch einen Nutzen davon haben", ist die Maxime von Festredner Olaf Schmidt, der Präsident der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ist. Besonders wichtig sei der Umbau des Waldes, erklärte indes Forstdirektor Michael Schneider vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der Eröffnung in der Schneidmühle. "Wir wollen den Menschen klar machen, was alles vom Wald abhängt. Wir wollen aber auch auf Schäden hinweisen, die in den letzten Jahren durch Stürme, Borkenkäfer und Schneebruch entstanden sind", sagte Schneider.

Tatsächlich gab es beim Wald erlebnistag, der am heutigen Montag mit dem Besuch der Schulen fortgesetzt wird, Informatives, Spaß und Unterhaltung für alle Altersklassen und Interessensgebiete. Wolfgang Martin bot mit der Kulturinitiative "Die Wüste lebt" ein Wald-Quiz an, Bildhauer Wolfgang Schott aus Seßlach fertigte im Stadtwäldchen Kunstwerke. Michael Schütt aus Bindlach erklärte, wie Baumpflege vonstatten geht.

Rund um den Hainberg zeigte die SG Biathlon Stadtsteinach, wie wichtig der Wald als Erholungszentrum ist. Der Bund Naturschutz stellte die Hecke als kleine Schwester der Waldes dar. Und der Jagdschutz- und Jägerverein hatte ein Quiz ausgearbeitet. Für kleine Hobby-Förster spendierte die Außenstelle Forst des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kleine Ahornpflänzchen, und die Stadtwerke Stadtsteinach gewährten einen Probeschluck von der Stanicher Waldquelle.

Informationen en masse

Die Hartsteinwerke Schicker informierten im Steinbruch über Diabasgestein. Doch damit nicht genug. Die Kinder konnten Schieferherzen bemalen, außerdem informierte die Sozialversicherung für Landwirtschaft darüber, was passiert, wenn Holz unter Spannung steht.

Informationen über Forstwerkzeuge, Waldwegebau und Waldinventur durften ebenfalls nicht fehlen. Umweltpädagoge Oliver Leimenstoll hatte sich einiges einfallen lassen. Fortswirtschaftsmeister Thomas Uwira zeigte, wie man Zapfen in luftiger Höhe pflückt. Nachhaltigkeit, der Umbau des Waldes, Schäden, Fällung und Aufarbeitung von Bäumen - bei den Walderlebnistagen drehte sich alle rund ums Holz.

Kinder und Familien konnten sich am Holz-Pfundsägen beteiligen. Lehrbienenwart Heinrich Witzgall vom Imkervereins Stadtsteinach hatte ein Bienenvolk dabei und zeigte die Königin mit der roten Rückennummer 41. An der Schneidmühle bauten Kinder Rindenschiffla und ließen sie zu Wasser. Natürlich waltete auch Schneidmüller Ethelbert Kremer seines Amtes und setzte das Industriedenkmal mit lautem Getöse in Bewegung. Das Jugendwaldheim Lauenstein erklärte, wie Blockhausbau funktioniert. Die Untere Naturschutzbehörde war ebenso vertreten wie die Fischereifachberatung des Bezirks. "Hier sind die vier Hauptfischarten, die es in der Steinach gibt", zeigte Thomas Speierl auf: Äschen, Forellen, Mühlkappen und Bachneunaugen.

Die Hackergemeinschaft Buß & Hildner zeigte, wie Brennholz gemacht und Hackschnitzel erzeugt werden. Der Frankenwaldverein und der Fremdenverkehrsverein informierten über Wandertouren durchs Tal.
Der Landesbund für Vogelschutz hatte Biber Erwin dabei, und der Bund Naturschutz präsentierte das Wildkatzen-Projekt mit einem ausgestopften Tier. Und im Feuerwehrhaus konnten sich die Kinder im Nistkastenbau und beim Verzieren von Holzscheiben mit Brandmaltechnik versuchen. Jede Menge Infos gab es außerdem zum Thema "Heizen mit Holz, Hackschnitzeln und Pellets. Schließlich waren auch Rainer Nitsche, Pilzsachverständiger der deutschen Gesellschaft für Mykologie, sowie die Firma Gehring, die Wandertafeln für Stadtsteinach fertigte, mit von der Partie.
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