Mainleus
Waldbrand

Oberfranken: Martin H. (17) verhindert Waldbrand - "das war ein Riesenglück"

Der 17-jährige Martin Hamburg hat in der Nacht einen Waldbrand bei Mainleus entdeckt. Er verständigte die Feuerwehr und verhinderte so Schlimmeres.
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Martin Hamburg zeigt den Brandort: Mitten im Wald loderte in der Nacht zum Donnerstag ein Feuer. Der 17-Jährige, der selbst seit Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist, alarmierte seine Kollegen und verhinderte so womöglich einen großflächigen Brand. Foto: Sonny Adam
Martin Hamburg zeigt den Brandort: Mitten im Wald loderte in der Nacht zum Donnerstag ein Feuer. Der 17-Jährige, der selbst seit Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist, alarmierte seine Kollegen und verhinderte so womöglich einen großflächigen Brand. Foto: Sonny Adam
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Martin Hamburg (17) kommt gerade von der Arbeit. Er ist ein bisschen müde. Zudem steckt ihm der Schrecken der vergangenen Nacht noch in den Gliedern. Denn der junge Mann entdeckte zufällig einen beginnenden Waldbrand und verhinderte ein Übergreifen der Flammen.

"Wir haben uns abends mit Freunden im Schrebergarten zum Grillen getroffen", erzählt der 17-Jährige. Gegen 22 Uhr Uhr habe er eine 15-jährige Freundin nach Hause begleitet. "Ich wollte nicht, dass sie alleine durch den Wald läuft, also bin ich mitgegangen", erklärt Martin Hamburg - und fügt gleich hinzu: "Das war ein Riesenglück."

Nächtliches Lagerfeuer

Denn auf dem Weg Richtung Pölz entdeckte er, dass es im Wald brannte. "Ich habe gleich die Flammen gesehen. Erst habe ich gedacht, dass jemand grillt, aber es war schnell klar, dass das Feuer größer sein muss", erinnert sich der 17-Jährige. Gemeinsam mit seiner Begleiterin schaute er nach dem Rechten und entdeckte die verlassene Lagerfeuer-Stelle. "Wir haben noch gerufen, ob jemand da ist. Aber da war niemand."

Stattdessen entdeckte Hamburg ein ausgegrabenes Loch, das eindeutig darauf hinweist, dass hier wohl ein Lagerfeuer geschürt wurde. Rings um das Feuer waren Baumstämme zu einer U-Form zusammengelegt: Das scheint die Sitzecke des Treffs gewesen zu sein. Und Martin Hamburg hat auch Dosen gesehen. "Die sind aber heute nicht mehr da", bemerkt er einen Tag später am Ort des Geschehens.

Beliebter Treffpunkt

Martin Hamburg weiß, dass das Wäldchen hinter dem Spielplatz nicht nur tagsüber ein beliebter Treffpunkt ist. Jugendliche spielen hier, chillen. Auch am Tag nach dem Brand laufen einige durch den Wald.

Martin Hamburg ist schon seit Jahren bei der Feuerwehr Mainleus. "Beim Konfiunterricht hat uns der Pfarrer einen Flyer gegeben, da bin ich dann mal hin. Und es macht Spaß", sagt er. Nachdem er den Brand entdeckt hatte, zögerte der 17-Jährige nicht lange und wählte den Notruf. "Es ist ein komisches Gefühl, wenn man merkt, dass man nichts machen kann. Ich hatte ja keinen Eimer oder so dabei und ich hätte gegen den Brand nichts ausrichten können", schildert Hamburg.

Der Feuerwehr den Weg gezeigt

Nachdem er den Notruf abgesetzt hatte, sei er zum Spielplatz gelaufen und habe der Feuerwehr den genauen Weg zur versteckten Feuerstelle gezeigt. Nur jemand, der sich in dem Wäldchen hinter dem Spielplatz auskennt, findet die Stelle. Man muss mehrere Male den Bach queren, um an den Platz zu kommen.

"Das Problem war, dass genau in dem Moment ein richtig starker Wind aufkam. Ich hatte Angst, dass das Feuer schnell auf die Bäume übergreifen könnte", erzählt der 17-Jährige. "Ich habe in diesem Moment eigentlich nur gedacht: Welcher Idiot macht denn bei so trocknem Wetter im Wald ein Feuer?", berichtet der heimliche Held von Mainleus.

"Wenn wir zu Hause grillen, dann stelle ich immer einen Eimer Wasser daneben. Da lacht auch keiner, jeder versteht, dass Vorsicht nötig ist. Vor allem jetzt, wo alles so trocken ist", so Martin Hamburg. "Es war wirklich ein Riesen-Glück, dass ich um diese Zeit diesen Weg genommen habe. Allein wäre meine Begleiterin andersrum gegangen, dann hätte niemand das Feuer bemerkt", sagt Hamburg.

Jetzt möchte der junge Mann, der gerade bei der Firma Dittrich eine Ausbildung zum Feinmechaniker absolviert, erst einmal sein wohl verdientes Wochenende genießen - ohne Aufregung und Rettungseinsatz. Eines ist klar: Martin Hamburg hat seinen Freunden jede Menge zu erzählen.

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