Kulmbach
Streit

Wahlplakate zerstört: Jetzt zoffen Jusos und Henry Schramm

Vehement widersprechen die Jusos kursierenden Gerüchten, wonach sie an der Zerstörung der Wahlplakate von AfD und CSU beteiligt gewesen seien.
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Immer wieder werden in Kulmbach Wahlplakate der CSU zerstört. Foto: Lena Müller
Immer wieder werden in Kulmbach Wahlplakate der CSU zerstört. Foto: Lena Müller
"Kein Mitglied der Kulmbacher Jusos hat sich an irgendeiner dieser Aktionen beteiligt", stellt Vorsitzender Julian Seiferth in einer Stellungnahme klar.


"Verurteilen Aktion"

"Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es Bestrebungen gibt, uns die Sachbeschädigungen an Plakaten in und um Kulmbach in die Schuhe zu schieben", bedauert der Jusovorsitzende. "Dazu möchten wir klar sagen: Wir verurteilen diese Aktionen und wollen nichts mit Kriminellen zu tun haben - und wir halten diese Leute ohne jede Diskussion für Kriminelle."

Wer seine Ideen und Ideale nicht innerhalb unserer rechtstaatlichen Ordnung ausdrücken könne, sei für die Jusos kein Demokrat. "Diese Sicht haben wir auch den Geschädigten mitgeteilt, mit denen wir uns wenigstens in dieser Hinsicht einig sind."

Dann wird Seiferth deutlich: "Wir verbitten uns hiermit noch einmal ausdrücklich Spekulationen über unsere Beteiligung an diesen Aktionen. Wir hätten uns nicht vorstellen können, dass wir das noch einmal sagen müssen, aber: Auch unser Oberbürgermeister sollte sich überlegen, wie beleidigend und respektlos es ist, im Telefongespräch mit Mitgliedern unserer Partei nachdrücklich und mehr als einmal die Jusos der Sachbeschädigung anzuklagen. Wir sind davon enttäuscht, wähnten wir uns doch auf einem guten Weg gemeinsam mit dem Rathaus für Kulmbach gute Arbeit leisten zu können. An diesem Weg hat man dort allerdings wohl kein Interesse."

Die Vorwürfe lässt Henry Schramm, der CSU-Kreisvorsitzender ist, jedoch nicht auf sich sitzen. Er stellt klar: "Die Zerstörung und Beschädigung vieler Wahlplakate in den letzten Wochen hatten wir so vorher in Kulmbach nicht erlebt. Heruntergerissene und zertretende Plakate, Kandidaten mit Hitlerbärten verunstaltet und großflächig mit Beleidigungen besprüht - das hat schon eine Dimension, die vor allem für unsere vielen freiwilligen Helfer nur schwer zu verkraften ist. Zumal, wenn die Plakate anderer großer Parteien direkt daneben unbeschädigt bleiben oder an die Stelle der entfernten CSU-Plakate gehängt werden. "

Mit den SPD-Spitzen im Landkreis habe schon ein klärendes Gespräch stattgefunden: "Frau Aures und Herr Lehmann haben mir schon Mitte August in Telefongesprächen persönlich versichert, dass die Kulmbacher SPD und damit auch die Jusos nichts damit zu tun hätten. Damit war und ist zwischen Frau Aures und mir alles klar."


Politische Ambitionen?

Deshalb hat er für die Reaktion des Juso-Vorsitzenden kein Verständnis: "Dass sich Herr Seiferth jetzt, etwa zwei Wochen später, in gewohnt empörter Weise (,beleidigend, respektlos'), noch einmal lautstark öffentlich zu Wort meldet und mich mal wieder persönlich vehement angreift, schreibe ich eher seinen eigenen politischen Ambitionen zu."

Abschließend stellt Henry Schramm fest: "Was die Zerstörung der Plakate angeht: Hier bin ich optimistisch, dass die Polizei schon bald den oder die Täter fassen wird." red
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