Kulmbach
Vortag

Vortrag bei der MGO in Kulmbach: Dem Reizdarm nicht machtlos ausgeliefert

In einem Vortrag aus der Reihe "mgo erklärt" machte Heilpraktikerin und Physiotherapeutin Andrea Oberhofer die Zuhörer mit der Sympathikus-Therapie vertraut, die beim Reizdarm-Syndrom wirksam ist.
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Heilpraktikerin Andrea Oberhofer machte das Publikum in den Räumen der Mediengruppe Oberfranken am Dienstag mit der Sympathikus-Therapie gegen den Reizdarm vertraut. Foto: Alexander Müller
Heilpraktikerin Andrea Oberhofer machte das Publikum in den Räumen der Mediengruppe Oberfranken am Dienstag mit der Sympathikus-Therapie gegen den Reizdarm vertraut. Foto: Alexander Müller

Der Sympathikus-Nerv sorgt für die Leistung, die der Körper erbringt. Er ist dafür zuständig, dass der Mensch in Gefahrensituationen fliehen oder gegebenenfalls kämpfen kann. Wenn er allerdings unter Dauerstress steht, so Andrea Oberhofer vor knapp 100 Zuhörern im Vortragsraum der Mediengruppe Oberfranken, zu der die Bayerische Rundschau und die Fachverlage gehören, sorgt er für Probleme.

Untersuchungen legen nach den Worten der Referentin nahe, dass bei zwischen 20 und 30 Prozent der Patienten mit Magen-Darm-Problemen keine Ursache gefunden werden kann. Wer länger als drei Monate lang unter Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlveränderungen leide, müsse mit Hilfe eines Arztes die Ursache suchen, weil nicht nur die Lebensqualität leide, sondern auch eine ernsthafte organische Erkrankung oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen könne.

Eine Untersuchung von Blut und Stuhl, eine Sonographie oder eine Endoskopie könnten letztlich Aufschluss über die Erkrankung geben. Könnten sie das nicht, so Andrea Oberhofer, könne Stress die Ursache sein. Denn die Verdauung sei ein vegetatives Geschehen, also eines, auf das man sich nicht konzentrieren müsse, das automatisch ablaufe.

Für Stress könnten hastiges und unruhiges Essen ebenso sorgen wie Streit oder Diskussionen beim Essen, Unruhe oder Lärm - oder wenn man sich einfach unwohl dabei fühle. Der Körper könne dann mit Hilfe des Sympathikus das grundlegende "Notfall-Programm" aktivieren, das eigentlich für Gefahrensituationen vorgesehen sei. Die Verdauung ändere sich - entweder beschleunige oder verlangsame sie sich, die Drüsen schütteten weniger Verdauungssäfte aus - und es werde letztlich schlecht verdaut, was wiederum zu Darmproblemen führen könne.

Was lasse sich gegen den Stress beim Essen tun? - Die Heilpraktikerin rät dazu, sich für das Essen Zeit zu nehmen, gut zu kauen, das Essen zu genießen sowie bewusst und nicht nebenbei zu essen.

Dennoch gebe es Menschen, die all diese Ratschläge befolgten und ungeachtet dessen mit dem Reizdarm-Syndrom zu kämpfen hätten. Ursache ist ihren Erkenntnissen nach eine gestörte Reizweiterleitung durch lokalen Stress an der Wirbelsäule. Konkret sorgten Verhärtungen unterhalb des achten Brustwirbels dafür, dass der Sympathikus im nahe vorbeilaufenden Grenzstrang dadurch negativ beeinflusst werde und das "Notfall-Programm" aktiviere.

Der Physiotherapeut könne hier hilfreich eingreifen, versprach Andrea Oberhofer, und die Blockierungen lösen. Natürlich könne man aber solchen Beeinträchtigungen auch vorbeugen. Ausreichend Bewegung, eine Kräftigung des Rückens - etwa durch Hanteltraining - und eine gesunde Körperhaltung könnten helfen.

Weitere Vorträge

In diesem Jahr finden im Rahmen der Reihe "mgo erklärt" noch zwei weitere Vorträge statt. Am Donnerstag, 14. November, um 18.30 Uhr geht es um das Thema "Tagespflege". Referieren wird Luisa Streng vom Kreisverband des Roten Kreuzes. Am Donnerstag, 12. Dezember, um 18.30 Uhr dreht sich der Vortrag um "Soforthilfe und Erste Hilfe".

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