Kulmbach
Glosse

Vorsicht: Bei guten Vorsätzen nicht verzetteln!

Einer (wie fast immer völlig sinnlosen) Umfrage zufolge haben es 60 Prozent aller Deutschen in der Silvesternacht wieder getan: Vorsätze gefasst nämlich - hoffentlich nur gute. Denn der Vorsatz an und für sich ist nicht nur positiv zu verstehen. Laut Lexikon ist ein Vorsatz "die konkrete Absicht, eine Handlung auszuführen".
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Altmodisch, aber sicher: Passwörter kann man sich an einem geheimen Ort auf Papier notieren. So können sie zumindest nicht digital geklaut werden. Foto: dpa
Altmodisch, aber sicher: Passwörter kann man sich an einem geheimen Ort auf Papier notieren. So können sie zumindest nicht digital geklaut werden. Foto: dpa
Das Strafgesetzbuch kennt den Vorsatz auch, bewertet ihn allerdings anders, etwa mit Geldstrafen.
Normalerweise kosten gute Vorsätze fürs neue Jahr keinen Cent; Taten mit Vorsatz hingegen können teuer zu stehen

kommen. Wer da blauäugig in 2015 angekommen ist, muss nicht der Naive sein, sondern ist vielleicht nur einem Schlagfertigeren begegnet.

Den schlagenden Beweis für einen ungewöhnlichen Vorsatz trat jemand im Bekanntenkreis an (der Name sei hier höflich verschwiegen): Er schwört allen Notizzetteln ab. Überall, klagt er, wuchern in der Wohnung diese papierenen Erinnerungshilfen, die den Namen nicht verdienen. Ja, sie scheinen geradezu von unten nachzuwachsen. Das ist wie einst bei dieser Hydra: Schlug man der einen Kopf ab, sprossen zwei neue nach.

Auch Zettel haben diese Eigenschaft. Denn Hand aufs Hirn: Wirklich Auskunft geben nur die allerwenigsten.
Hier liegt einer mit Telefonnummern, aber sinnigerweise ohne Namen dazu; dort türmen sich Gekritzel-Stapel mit Daten von Ankündigungen zu Basaren und Weihnachtsfeiern von vor zwei Jahren. Warum das aber alles nicht längst im Müll landete? Schulterzucken beim Zettel-Anhäufer - und ein allerletzter Zettel. Darauf steht dick und fett: Zettel wegwerfen!
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