Marktschorgast
Geschichte

Vor 25 Jahren versank Marktschorgast im Wasser

Vor 25 Jahren, am 21. Juli 1982, suchte ein verheerendes Unwetter mit Gewitter und Hagel den Markt Marktschorgast heim.
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Als ein neuralgischer Punkt erwies sich immer wieder die Kreisstraße KU 1 im Bereich des Anwesens Fröbel. Die Strecke war nach dem furchtbaren Gewitter mit Schlick und Hagelkörnern bis zu dreißig Zentimeter hoch übersät. Der Bauhof des Landkreises unterstützte die Marktschorgaster bei den Aufräumarbeiten. Foto: Bruno Preißinger
Als ein neuralgischer Punkt erwies sich immer wieder die Kreisstraße KU 1 im Bereich des Anwesens Fröbel. Die Strecke war nach dem furchtbaren Gewitter mit Schlick und Hagelkörnern bis zu dreißig Zentimeter hoch übersät. Der Bauhof des Landkreises unterstützte die Marktschorgaster bei den Aufräumarbeiten. Foto: Bruno Preißinger
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Vor genau 25 Jahren hat ein Unwetter in Marktschorgast schwere Schäden angerichtet. "So einen Gewittersturm brauchen wir nicht mehr. Das war katastrophal", erinnert sich Paul Gebhardt. Er ist der einzige Zeitzeuge, der heute noch im Ortsteil Grundmühle wohnt und dort vom 21. auf den 22. Juli 1992 das Unwetter mit schwerem Gewitter, sintflutartigen Regenfällen und gewaltigen Hagelschauern erlebt hat.


Schnell in die Stiefel geschlüpft


" Ich bin damals schnell in die Stiefel geschlüpft und zum Anwesen Schmeißner gerannt", erinnert sich der Grundmühler. Die Wassermassen hatten ein Auto auf ein ehemaliges Werkstor geschwemmt. Durch das Tor gelangten die Fluten an das etwas tiefer liegende Haus.

Eine ehemalige Tür, mit Ytong-Steinen ausgemauert, hielt dem Druck nicht stand. Das Wasser bahnte sich einen Weg durch die Küche und die Gasträume des Hausbesitzers. Gustav Schmeißner rief um Hilfe. Die Türen ließen sich bei einem Wasserstand von 1,20 Meter n wegen des immensen Wasserdrucks nicht mehr öffnen. Schließlich gelang es, die Glasscheibe der Haustür sowie Fensterscheiben einzuschlagen, damit das Wasser abfließen konnte.


Untergeschoss total verwüstet


Den Bewohnern gelang es nur mit Mühe, durch die Fluten ins Freie zu kommen. Ein Bild des Schreckens bot sich, als die Wassermassen allmählich schwächer wurden: Kreuz und quer lagen Möbelstücke und Elektrogeräte übereinander.

Verwüstet war das Untergeschoss. Ölgeruch durchzog das Haus und den Außenbereich. Die Marktschorgaster Feuerwehr - zuvor in der Firma Paul Langer in der Verzinkerei im Einsatz - kam der Familie zuhilfe. Verstärkung traf aus Gefrees und Wirsberg ein.


Das ganze Mobiliar war hin


Die Familie Schmeißner hatte es wohl am schlimmsten getroffen. "Als ich bei Morgengrauen durch Schlamm und Wassermassen wieder heim stampfte, sah ich die Bescherung. Unsere Wohnung war so in Mitleidenschaft gezogen, dass wir das gesamte Mobiliar erneuern mussten", meint Paul Gebhardt.

Im Ort selbst hatten die drei Stunden anhaltenden Niederschläge Straßen in Flussbette verwandelt, die angeschwollenen Ströme überforderten das Kanalsystem total. Das Wasser drang in unzählige Keller und Wohnungen. Die Schäden waren immens.
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