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Kulmbach
Bandporträt

Voltage Kill: Metal-Fans unter Hochspannung

Als Elektriker kennt sich Richard Ehlert mit Dingen aus, die unter Spannung stehen. Auch in seiner Freizeit steht er unter Hochspannung. Der 22-Jährige ist Gitarrist der Metal-Gruppe "Voltage Kill".
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Die Formation "Voltage Kill" will mit einer Mischung aus Death- und Thrash-Metal durchstarten. Unser Bild zeigt (von links) Gitarrist Jonathan Gubitz, Drummer Adrian Kaspar, Sänger Tobias Lindner, Gitarrist Richard Ehlert und Bassist Lukas Zitzmann. Foto: Voltage Kill
Die Formation "Voltage Kill" will mit einer Mischung aus Death- und Thrash-Metal durchstarten. Unser Bild zeigt (von links) Gitarrist Jonathan Gubitz, Drummer Adrian Kaspar, Sänger Tobias Lindner, Gitarrist Richard Ehlert und Bassist Lukas Zitzmann. Foto: Voltage Kill
"Eine Gruppe namens ‚Voltage‘ gibt es bereits. Warum also nicht ‚Voltage Kill‘? Der Ausdruck, der die Anspannung vor dem Sterben beschreibt, schwirrte mir schon länger im Kopf herum", erklärt Ehlert.

Nach Ansicht der Musiker spiegelt sich in dem Namen aber auch das Lampenfieber wieder, vor dem kein Künstler gefeit ist. Davon weiß auch Sänger Tobias Lindner ein Lied zu singen: "Nervosität ist immer mit dabei. Wenn die ersten Minuten vorüber sind und der Adrenalinschub eingesetzt hat, kann man befreit aufspielen."

Mit einer Mischung aus "Oldschool Thrash- und melodischem Death-Metal", wie es im Musikerjargon so schön heißt, wollen die fünf Akteure, die sich im Sommer 2010 zusammenfanden und aus den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth stammen, in der oberfränkischen Metalszene durchstarten.

Metal ist ehrliche Musik

Was hat der Metal, was andere Musikrichtungen nicht haben? Für Schlagzeuger Adrian Kaspar aus Neudrossenfeld ist der harte, energiegeladene Sound eine ehrliche Musik: "Ein Metalsänger nimmt kein Blatt vor den Mund. Er sagt, was er denkt." Zudem gehe es in dieser Musikrichtung weit weniger um Kommerz. Hard'n'Heavy-Musikanten würden sich viel weniger verbiegen lassen als Künstler anderer Genres, meint der Neudrossenfelder.

Durch seinen Vater gelangte der 24-Jährige auf die harte Schiene. "In seinem Schrank finden sich noch alte Vinyl-Scheiben von Gruppen wie "Black Sabbath", "Deep Purple" und "Led Zeppelin". Der eine mag Thrash-, der andere Death-Metal - von jedem Bandmitglied fließen unterschiedliche Vorlieben ins Klangbild ein. Kaspar outet sich als Fan des Death-Metal.

Wie ein Maschinengewehrfeuer

"Die große Trommel, auch Bass Drum genannt, wird mit zwei Pedalen gespielt. Damit ist man dreimal so schnell wie normal. Man fühlt sich an ein Maschinengewehrfeuer erinnert."

Die harten Jungs haben - für eine Metalband nicht alltäglich - eine Ballade in ihrem Programm. Sie heißt "9/11" und handelt von den Terroranschlägen in den USA. "Das Lied beschreibt eine Person, die eingeklemmt unter den Trümmern des World-Trade-Centers liegt. Ob sie stirbt, wird von mir als Texter offen gelassen", erklärt Lindner. Mit diesem Lied wolle man vor Augen führen, dass das Leben von der einen auf die andere Sekunde zu Ende sein kann. "Es ist etwas Kostbares", bringt es der 20-jährige auf den Punkt.

Die beiden Songschreiber wollen ihre Texte auch allgemein verstanden wissen. "Wir verpacken Themen von gesellschaftlicher Tragweite so, dass auf den ersten Blick niemand daran denkt", sagt Ehlert. Persönliche Erlebnisse finden ebenfalls Eingang in Songs, ergänzt Lindner. Von direkten Parolen oder Gesellschaftskritik halten sie nicht viel. Lindner: "Unser Fans sollen Spaß haben an unserer Musik und bei unseren Konzerten abschalten vom Alltag."

Derzeit träumen die Musiker von einem eigenen Album. "Dazu fehlt uns momentan das Kleingeld. Um Kapital zu beschaffen, lautet die Devise: "Spielen! Spielen! Spielen!" Die Offerte der Kulmbacher Metalband "Aimless Death", beim "Rise Of Chaos"-Festival im "Nepomuk" mitzumischen, haben die Musiker dankend angenommen. Sie fänden es toll, wenn aus dem Konzertabend eine Reihe würde. "Das wäre eine gute Plattform für junge Ensembles", meint Kaspar. Und schiebt die Frage nach: "Wie soll man groß werden, wenn man nirgends spielen darf?"


Steckbriefe

Richard Ehlert Alter: 22 Jahre; Wohnort: Seulbitz; Instrumente: Gitarre; Beruf: Elektriker; Hobbys: Musik, Motocross.

Jonathan Gubitz Alter: 23 Jahre; Wohnort: Untersteinach (Landkreis Bayreuth); Instrumente: Gitarre; Beruf: Maler- und Lackierer; Hobbys: Musik.

Lukas Zitzmann Alter: 17 Jahre; Wohnort: Speichersdorf; Instrumente: Bass; Beruf: Schüler; Hobbys: Musik.

Tobias Lindner Alter: 20 Jahre; Wohnort: Seybothenreuth; Instrumente: Gesang; Beruf: Student; Hobbys: Feuerwehr, Zeichnen, Musik.

Adrian Kaspar Alter: 24 Jahre; Wohnort: Neudrossenfeld; Instrumente: Schlagzeug; Beruf: Schreiner; Hobbys: Musik.

Kontaktadresse E-Mail: VoltageKill@gmail.de; Internet: www.facebook.de/VoltageKill.
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