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Kulmbach
Auszeichnung

Voller Einsatz für Oberfranken

Ireks-Geschäftsführer Hans Albert Ruckdeschel und Oberbürgermeister Henry Schramm wurden mit der Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken in Silber geehrt.
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Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Oberbürgermeister Henry Schramm und seine Frau Andrea, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Margit und Hans Albert Ruckdeschel sowie Landrat Klaus Peter Söllner nach der Ehrung. Fotos: Peter Müller
Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Oberbürgermeister Henry Schramm und seine Frau Andrea, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Margit und Hans Albert Ruckdeschel sowie Landrat Klaus Peter Söllner nach der Ehrung. Fotos: Peter Müller
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Der Absatz 2 des Paragrafen 3 in der Satzung zur Ehrung verdienter Bezirksbürger macht deutlich, wie selten und somit hochkarätig die Auszeichnung ist: Die Anzahl der in einer Wahlperiode zu verleihenden Ehrenmedaillen in Silber darf 30 nicht übersteigen. Bedacht werden können Persönlichkeiten, die sich um Oberfranken hohe Verdienste erworben haben.

"Dies ist sowohl bei Oberbürgermeister Henry Schramm als auch bei Hans Albert Ruckdeschel der Fall", sagte Bezirkstagspräsident Günther Denzler zu Beginn seiner Rede im Sitzungssaal des Rathauses, der für die Festveranstaltung mit anschließendem Menü stilvoll dekoriert und eingedeckt war.

Der illustren Gästeschar - Vertreter von Politik und Wirtschaft sowie Weggefährten und Freunde der Geehrten - wurden Schweinelendchen, Pfifferlinge und hausgemachte Semmelknödel serviert. Doch vor dem lukullischen Genuss servierte Bezirkstagspräsident Denzler zwei leicht verdauliche Laudationes für den höchsten Repräsentanten der Stadt Kulmbach und den Ehrenbürger und Geschäftsführer der Firma Ireks.

"Beispielhafte Familientradition"

Der Name Ruckdeschel stehe für eine beispielhafte Familientradition und für den Erfolg einer weltweit tätigen Firmengruppe, die in Kulmbach ihren Ursprung habe und in Oberfranken fest verwurzelt sei, betonte Denzler. Daher sei es für Hans Albert Ruckdeschel selbstverständlich gewesen, im Jahr 1978 als Geschäftsführer die Geschicke der Firmengruppe Ireks mit aktuell 2800 Mitarbeitern in über 90 Ländern zu übernehmen.

Das Traditionsunternehmen sei vor mehr als 160 Jahren von seinem Urgroßvater Johann Peter Ruckdeschel gegründet worden. Dessen Pioniergeist habe der Geehrte nicht nur bewahrt und erhalten, sondern fortgeführt. Dabei stehe immer eines im Fokus: Grundlagen für eine gesunde Ernährung zu schaffen. "Und wo, wenn nicht hier in Kulmbach, wo, wenn nicht hier in Oberfranken, sollten die Strukturen besser sein, dieses Ziel zu erreichen?", fragte Denzler und wies auf den Wandel der Stadt zu einem Kompetenzzentrum für Ernährung hin. "An dieser Zentrierung auf Kulmbach im Ernährungsbereich hat Ihre Firma sicher einen großen Anteil. Sie haben den Lebensmittelstandort Kulmbach international bekannt gemacht."

Weitblick und Erfolg

Der Bezirkstagspräsident würdigte aber nicht nur den "außergewöhnlichen Unternehmergeist", Weitblick und Erfolg, sondern auch die Unterstützung vieler sozialer und kultureller Initiativen, der sich Ruckdeschel zusammen mit seiner Frau Margit verschrieben habe. Beispielhaft erinnerte Denzler an die Rieger-Orgel in der Petrikirche und die Unterstützung des Brass-Konzert von Haus Marteau im Mönchshof, aber auch Ruckdeschels Engagement im Deutschen Mälzerbund sowie dessen Förderung der Braugerstenvereine und seine Aktivitäten in der IHK und dem Arbeitgeberverband der Bayerischen Ernährungswirtschaft.

Mit den Worten: "Du bist durch und durch Oberfranken" wandte sich der Bezirkstagspräsident dann an Oberbürgermeister Henry Schramm, der auf allen politischen Ebenen Bayerns vertreten war und ist - im Landtag, im Bezirkstag von Oberfranken, im Kreistag des Landkreises sowie in der Stadt Kulmbach, an deren Spitze er seit 2007 stehe und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren für sich selbst spreche.

Unter anderem wies Denzler darauf hin, dass es Schramm gelungen ist, das bayerische Kabinett vom Aufbau einer Fakultät der Universität Bayreuth in Kulmbach zu überzeugen. "Die Stadt wird damit ihren Ruf als bayernweites Kompetenzzentrum in Ernährungs- und Lebensmittelfragen nochmals ausbauen."

Bauwerke und soziale Themen

Auch in seiner Funktion als Stiftungsrat der Oberfrankenstiftung habe sich Schramm für den Erhalt und Sanierung vieler historischer Bauwerke stark gemacht - etwa das Rathaus in Kulmbach, den Roten Turm oder Schloss Thurnau. Auch soziale Themen lägen dem OB am Herzen. So habe er sich jahrelang um eine in Kulmbach lebende ausländische Familie gekümmert, die er vor der Abschiebung bewahrt habe und die sich mittlerweile bestens in der Stadt integriert habe. Zudem unterstütze Schramm das Ehrenamt, wo immer er könne, und sei bei vielen Vereinen und Verbänden selbst Mitglied.

"Weg war nicht vorgezeichnet"

Der Weg in die große Politik sei für den "Bauernbub vom Oberland", als den er sich oft selbst bezeichne, nicht vorgezeichnet gewesen, so Denzler weiter. Nach dem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt und seiner Tätigkeit als Referatsleiter im Landratsamt sei er 2003 in den Landtag gewählt worden - in einer Zeit, als die CSU noch auf 60,7 Prozent gekommen sei. Trotzdem habe Schramm seine Mandate vor Ort nie vernachlässigt, sei es als Stadtrat oder als zweiter Bürgermeister. Schließlich habe er sich 2006 bei der Wahl des Oberbürgermeisters erfolgreich gegen Amtsinhaberin Inge Aures durchsetzen können und sei als Kreis- und Bezirksrat auch auf die zweite und dritte kommunale Ebene gewählt worden.

Beispielgebend nannte Denzler das Engagement des OB als Vorsitzender des Fördervereins der Fachoberschule, für den und ein soziales Schulprojekt er rund eine Million Euro gesammelt habe. "Du hast dich nachhaltig für die soziale, kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Oberfranken eingesetzt", betonte der Präsident.

Ruckdeschel-Campus?

Hans Albert Ruckdeschel, der die Medaille auch für seine "vielen tüchtigen Mitarbeiter" entgegennahm, und Henry Schramm dankten für die Ehrung und schlossen dabei ausdrücklich ihre Familien und besonders die Ehefrauen ein, die von Günther Denzler mit Blumen beschenkt wurden.

Zum Schluss der Feierstunde, die von Meisterschülerin Doreen Dasol Yun mit der Violine umrahmt wurde, machte Schramm noch einen Vorschlag zur Namensgebung für die Fakultät der Uni Bayreuth: "Man könnte sie ja Ruckdeschel-Campus nennen."

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