Kulmbach
Sanierung

Volkshochschule Kulmbach: Neuer Glanz für den alten Turm

Die Sanierung der Volkshochschule macht Fortschritte. Die Räume werden heller und großzügiger.
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Der Heilingschwertturm soll ein Schmuckstück werden. In beiden Etagen gibt es bodentiefe Fenster, die sich im Erdgeschoss komplett öffnen lassen.Foto: Katrin Geyer
Der Heilingschwertturm soll ein Schmuckstück werden. In beiden Etagen gibt es bodentiefe Fenster, die sich im Erdgeschoss komplett öffnen lassen.Foto: Katrin Geyer
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"Wann ist die neue Volkshochschule endlich fertig?" Das fragen sich vor allem die Dozenten, die seit etlichen Semestern in Ausweichquartieren Unterricht halten müssen, und die Hörer, die diese oft recht provisorischen Lösungen wenig komfortabel finden. Auch wir haben diese Frage gestellt. Bei einem Baustellen-Rundgang haben sie Simon Ries, der Leiter der Stabsstellen im Rathaus, und Sven Scherbel, stellvertretender Leiter der Hochbauabteilung der Stadt, beantwortet - und viele andere gleich mit. Warum sind in der Bauergasse so umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig? Obwohl immer wieder einmal Renovierungen vorgenommen wurden, gab es massive Gebäudeschäden im Anbau an der Stadtmauer. Ein behindertengerechter Zugang fehlte ebenso wie eine moderne energetische Ausstattung. Der Brandschutz war veraltet. Weil auch die technische Schulausstattung mangelhaft war, beschloss der Stadtrat eine Gesamtsanierung und Erweiterung des Gebäudes. Die Federführung hat dabei das Architekturbüro Eschenbacher. Teile des Gebäudes sind abgerissen und neu aufgebaut worden. Was ist im Einzelnen gemacht worden? Das ehemalige Archivgebäude, das sich an die Stadtmauer angeschlossen hat, wurde abgerissen, ebenso das ehemalige Verwaltungsgebäude mit der Garage. Das ehemalige Archiv wurde neu aufgebaut, dabei wurde der kleine Innenhof erhalten. Hier soll einmal die Stadtkämmerei einziehen. Es gibt jetzt ein neues Treppenhaus und einen Aufzug, so dass das Gebäude barrierefrei wird. Was wurde sonst noch gemacht? In den Gebäudeteilen, die stehengeblieben sind, wurden oder werden die Fenster erneuert und sie erhalten eine neue Wärmedämmung. Die Sanitäranlagen werden erneuert und behindertengerecht gestaltet. Außerdem wurde das Gebäude brandschutztechnisch überarbeitet. Von den künftigen Büro- und Unterrichtsräumen ist derzeit noch nicht viel zu sehen. Auf was können sich Mitarbeiter und Hörer freuen? Bei einem Baustellenrundgang sieht man es schon: Die Räume werden heller und großzügiger. Die vielen verschachtelten Vor- und Abstellräume sind verschwunden. Die gesamte technische Schulausstattung, die längst nicht mehr zeitgemäß war, wird erneuert. Auch am Heilingschwertturm wird gebaut. Was passiert da? Der Turm soll, so versprechen Simon Ries und Sven Scherbel, aus seinem "Dornröschenschlaf" geholt werden. Der Turm wurde früher als Archiv genutzt. Die großen Räume waren mit Regalen und Schränken vollgestellt, wirkten dunkel. Durch die Milchglasfenster war nicht wirklich etwas zu sehen. Nun erhält der Turm in zwei Etagen bodentiefe Fenster. Die im Erdgeschoss lassen sich weit öffnen, so dass ein Zugang zur Fläche vor dem Gebäude entsteht. Beide Räumen können dann für Veranstaltungen genutzt werden. Der Stadt schwebt vor, sie dann auch Firmen für Events oder Schulungen anzubieten. Im ersten Stock wird dafür extra eine Catering-Küche eingerichtet. Liegt der Bau noch im Zeitplan?

Ursprünglich hätte die Baumaßnahme noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen. Simon Ries und Sven Scherbel weisen allerdings daraufhin, dass man bei einem alten Gebäude nie vor Überraschungen sicher sei. So habe man an einigen der tragenden Balken massive Schäden und zudem in einigen Mauern Befall mit Hausschwamm festgestellt. Das habe die Arbeiten verzögert. Man ist aber zuversichtlich, alles im ersten Quartal abschließen und dann den Unterrichtsbetrieb wieder aufnehmen zu können. Weil dann Verwaltung und Unterrichtsräume wieder unter einem Dach sind, sollte auch, anders als in den letzten Monaten bisweilen der Fall, die Kommunikation wieder reibungslos funktionieren. Wenn man sich auf der großen Baustelle umschaut: Wäre es nicht einfacher gewesen, das Gebäude komplett abzureißen und neu aufzubauen? Das hat Simon Ries und Sven Scherbel zufolge nie zur Debatte gestanden. Die Sanierung der VHS sei ein weiterer Schritt hin zu einer barrierefreien Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Henry Schramm sieht es im übrigen als Verpflichtung an, das historische Erbe der Stadt gewissenhaft zu modernisieren und für kommende Generationen aufzuwerten. Die wichtigste Frage zum Schluss: Was kostet das alles? Bei der Stadt geht man von Gesamtkosten von etwa 3,9 Millionen Euro aus, das ist nur wenig mehr als die ursprünglich veranschlagten 3,7 Millionen Euro. Die Kostensteigerung ist der Behebung von anfangs nicht absehbaren Gebäudeschäden geschuldet. Weil die gesamte Maßnahme aber mit Geldern aus einem Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung für Investitionen finanzschwacher Kommunen in die örtliche Infrastruktur (kurz "KIP") sowie mit der Oberfrankenstiftung, der Landesstiftung und des Denkmalschutzes gefördert wird, beläuft sich der Eigenanteil der Stadt nur noch auf lediglich zehn Prozent.

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