Stadtsteinach
Hilfe

Viele haben ein Herz für Yusef

Das Schicksal des schwerbehinderten kleinen Jungen hat viele Rundschau-Leser berührt. 6200 Euro sind schon auf unserem Spendenkonto eingegangen.
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Yusef und seine Mutter Yasmin freuen sich über die  Hilfe der BR-Leser.Dagmar Besand
Yusef und seine Mutter Yasmin freuen sich über die Hilfe der BR-Leser.Dagmar Besand
Als Yusef am 5. April 2016 im Klinikum Kulmbach geboren wird, sind seine Eltern Yasmin und Samir Mohamad voller Vorfreude auf ihr drittes Kind. Dann der Schock für die Familie, die wenige Monate zuvor aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Deutschland geflohen ist und jetzt in Stadtsteinach lebt: Söhnchen Yusef kommt geistig völlig gesund, aber mit schweren Deformationen beider Beine und Füße zur Welt. "Wir haben das vorher nicht gewusst. Es war so traurig", sagt Mama Yasmin.
Ärzte gehen davon aus, dass die Behinderung eine unmittelbare Folge des Krieges ist: In Aleppo, wo die Familie zu Hause war, haben die Truppen des Machthabers Assad Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. Auch Yasmin Mohamad war diesen schädlichen Substanzen ausgesetzt. In ihrem Heimatort teilen viele in den letzten zwei Jahren geborene Kinder Yusefs Schicksal.
Dem Jungen fehlen Knochen in beiden Unterschenkeln, die Füße sind fehlgebildet. Mit diesen Beinen laufen lernen? Keine Chance! Im Gegenteil: Ärzte in mehreren Kliniken sind zunächst überzeugt, dass die Beine amputiert werden müssen.
Doch dazu soll es nicht kommen: Ein Spezialistenteam des Universitätsklinikums Münster will das Kind operieren und das Unmögliche möglich machen: dass Yusef irgendwann gehen kann. Im September ist Sonja Birner aus Wonsees, die sich als ehrenamtliche Patin um die Familie kümmert, mit Mutter und Kind nach Münster gefahren, damit die Experten Yusef untersuchen konnten. Das Ergebnis weckt Hoffnungen. Chefarzt Robert Rödl von der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie ist optimistisch, dass Yusefs Beine gerettet werden können. "Erfreulicherweise ist am linken Bein ein Kniestreckapparat angelegt, so dass wir die Operation durchführen können", so die Einschätzung des Ärzteteams. Einen Termin gibt es auch schon: Am 8. Februar ist es soweit.


Schritt für Schritt Richtung Ziel

Schrittweise wollen die Chirurgen die Beine behandeln, eines nach dem anderen. Beim ersten Eingriff werden sie zunächst einen so genannten "Fixateur externe" anlegen, um das Wadenbein unter den Oberschenkel zu bekommen und das Kniegelenk dabei zu strecken. Gleichzeitig soll der Fuß unter das Sprunggelenk gebracht werden. Bei einem Fixateur handelt es sich um ein mit Knochen verbundenes äußerlich getragenes Haltesystem.
In einer Folgeoperation wollen die Ärzte dann die Kniestreckmuskulatur mit dem Wadenbein verbinden, um ein funktionstüchtiges Kniegelenk zu erhalten.
Es wird eine Reihe chirurgischer Eingriffe nötig sein, bevor der Junge laufen lernen kann. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Operationen. Doch auf die Familie kommen viele weitere Belastungen zu, die sie aus eigener Kraft nicht stemmen kann: Mutter Yasmin und Sonja Birner werden den Jungen begleiten. Dafür fallen Fahrt- und Übernachtungskosten an. In den kommenden Monaten werden außerdem die Versorgung und Betreuung des Kindes, viele Arzt- und Therapiebesuche die Familie emotional und finanziell fordern.
Zumindest Letzteres wird den Mohamads jetzt weniger Sorgen machen - dank der Großherzigkeit unserer Leser, die im Rahmen unserer Weihnachtsaktion 6200 Euro für Yusef gespendet haben. Vielleicht wird es ja auch noch ein wenig mehr: Unsere Spendenaktion läuft über den Jahreswechsel hinaus. Wer den Jungen und seine Familie unterstützen möchte, kann dies jederzeit tun. Wir freuen uns über jeden Euro für den guten Zweck!


Unser Spendenkonto für Yusef

Zweck Die Bayerische Rundschau und "Franken helfen Franken" bitten die Leserinnen und Leser der BR um Spenden für die Begleit- und Folgekosten der notwendigen Operationen des kleinen Yusef. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Yusef" an.

Kostenlos Jeder gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken (MGO), der die Bayerische Rundschau angehört.

Idee Die MGO erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins Hilfsbedürftige zu unterstützen. Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders auszeichnet. Seit der Gründung vor acht Jahren wurden bereits rund 325 000 Euro ausgereicht.

Spendenkonto Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC: BYLADEM1SKB


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