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Nahverkehr

VGN-Beitritt: Landkreise aus Nordostbayern bitten Söder um Hilfe

Eine "Nordostoberfranken-Erklärung" haben die Landkreise Kulmbach, Kronach, Hof und Wunsiedel sowie die Städte Kulmbach und Hof unterzeichnet.
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Unterzeichneten die "Nordost-Oberfranken-Erklärung" (von links): stellvertretender Landrat Gerhard Wunder aus Kronach, Landrat Karl Döhler aus Wundsiedel, OB Henry Schramm und Landrat Klaus Peter Söllner aus Kulmbach, Landrat Oliver Bär und OB Harald Fichtner aus Hof sowie VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder.Werner Reißaus
Unterzeichneten die "Nordost-Oberfranken-Erklärung" (von links): stellvertretender Landrat Gerhard Wunder aus Kronach, Landrat Karl Döhler aus Wundsiedel, OB Henry Schramm und Landrat Klaus Peter Söllner aus Kulmbach, Landrat Oliver Bär und OB Harald Fichtner aus Hof sowie VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder.Werner Reißaus
Sie fordern darin Ministerpräsident Markus Söder auf, die Region im Rahmen eines Pilotprojekts eisenbahntechnisch besser an die Europäische Metropolregion Nürnberg und damit an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) anzubinden.


"Am Beginn des Weges"


"Wir alle sind Mitglieder der Metropolregion und wollen folgerichtig auch Mitglieder des Leuchturmprojekts VGN werden. Dazu sind wir aber derzeit finanziell nicht in der Lage", so die Unterzeichner. Der Hofer Landrat Oliver Bär betonte, dass man "erst am Beginn des Weges" sei. "Wir müssen schauen, wie wir das Ganze finanzieren und umsetzen können. "

23 Landkreise und elf kreisfreie Städte sind inzwischen Teil der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Zwischen 2006 und 2018 ist auch das Gebiet des VGN vergrößert worden. Eine weitere Erweiterung scheiterte jedoch an den finanziellen Möglichkeiten der beitrittsinteressierten Aufgabenträger.


Für einheitliche Tarife


In der "Nordostoberfranken-Erklärung" verweisen die Unterzeichner auf die erste Regierungserklärung von Ministerpräsident Söder, in der dieser am 18. April zum Ausdruck brachte, dass Bayern auch im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs neue Wege gehen und einen einheitlichen ÖPNV-Tarif, ein bayernweites Ticket sowie einheitliche Verbundstrukturen schaffen wolle.

Weiter heißt es: "Der Freistaat könnte den Raum als Beispiel für die neuen und einheitlichen Verbundstrukturen in Bayern untersuchen und die vernetzte Mobilität zwischen der Metropole und dem ländlichen Raum konkret umsetzen. Dabei sollen neue Finanzierungsinstrumente sowie eine Kostenberechnung unter veränderten Rahmenbedingungen für die Erweiterung zugrunde gelegt werden, damit die bislang beitrittswilligen Aufgabenträger sich den Beitritt auch leisten können." Die Unterzeichner erhoffen sich planerische, organisatorische und vor allem finanzielle Unterstützung.


Söllner sieht große Chance


Bei der Ausschreibung verschiedener Schienenverkehrsleistungen in Oberfranken durch den Freistaat Bayern sollte der gewünschte Verbundbeitritt bereits in die Leistungsbeschreibung mit aufgenommen werden.

Für die Investitionen bei einem Beitritt, die zwischen einer und zwei Millionen Euro liegen, sollten die Landkreise und Städte eine Förderung von maximal 90 Prozent bekommen.Der Kulmbach Landrat Klaus Peter Söllner dankte seinen Kollegen aus Hof, Wunsiedel und Kronach. "Wir sehen eine große Chance für uns, weil wir dem VGN im Paket signalisieren, dass wir diesen Beitritt wollen. Wir sind auch der Auffassung, dass auf den ÖPNV gravierende Veränderungen zukommen. Wir wollen an vielen Vorteilen, die mit dem VGN verbunden sind, teilhaben."


Wichtig für Studenten


Oliver Bär ergänzte, dass die gemeinsame Initiative auch ein Signal für das Zusammenwachsen sei.
VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder begrüßte das Interesse. Er machte deutlich, dass auch junge Studenten einen bestimmten Beförderungsstandard in der Region vorfinden wollen: "Sie sind nicht mehr so autoaffin wie frühere Generatione. Da findet zum Glück ein gewisses Umdenken statt. Auch der Freistaat Bayern hat erkannt, dass er seine Verkehrspolitik ändern muss, denn in München oder in Nürnberg ist die Schadstoffbelastung schon dramatisch."

Wenn man den ÖPNV ausbauen und ein bürgernahes und attraktives Angebot unterbreiten möchte, dann dürfe das nicht an Landkreisgrenzen aufhören. "Es müssen auch weitere Fahrten möglich sein mit einem einheitlichen und bekannten Tarifsystem", so Mäder.
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