Kulmbach
Gericht

Verteilte ein Kulmbacher Schläge aus Eifersucht?

Ein 30-Jähriger ließ in einer Kulmbacher Gaststätte die Fäuste fliegen. Vor dem Amtsgericht kam er trotz einiger Vorstrafen mit einer Geldstrafe davon.
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Drei Mal schlug ein 30-Jähriger einem Gast im Kauernburger "Schlössla" mit der Faust gegen den Kiefer. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Drei Mal schlug ein 30-Jähriger einem Gast im Kauernburger "Schlössla" mit der Faust gegen den Kiefer. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Weil er einem Mann ohne Vorwarnung von hinten drei Mal mit der Faust auf den Kiefer geschlagen hatte, musste sich am Donnerstag ein 30-jähriger Kellner mit Wohnsitz in Kulmbach vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angriff hatte sich am 7. Januar um 4 Uhr morgens im Kauernburger "Schlössla" ereignet.


Zum Röntgen ins Krankenhaus


Der Geschädigte begab sich nach der Auseinandersetzung zum Röntgen ins Krankenhaus, zum Glück kam er mit einer Prellung davon.

Weshalb der Angeklagte ihn attackiert hatte, konnte der Mann vor Gericht nur vermuten. "Ich saß mit Freunden an der Bar, um kurz vor Partyschluss noch einen Absacker zu trinken. Da habe ich mich unter anderem mit seiner Exfreundin unterhalten, die ich flüchtig kenne", sagte er.


Unter Alkoholeinfluss


Ebenso wie Richterin Sieglinde Tettmann ging er von einer Handlung aus Eifersucht aus. Der Angreifer sei zudem durch seinen Alkoholkonsum gehemmt gewesen.

Da der Angeklagte bereits drei Einträge im Bundeszentralregister aufweisen konnte und in zwei der Fälle wegen einfacher Körperverletzung unter Alkoholeinfluss einschlägig vorbestraft war, erwog Staatsanwalt Stefan Kolb, eine Freiheitsstrafe zu beantragen. Da sich der Beschuldigte jedoch bereits eine Woche nach der Tat beim Geschädigten entschuldigt, die Tat zugegeben und unter Alkoholeinfluss gestanden hatte, beantragte er schließlich eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 30 Euro wegen vorsätzlicher Körperverletzung.


Beim nächsten Mal droht Gefängnis


Richterin Tettmann entsprach diesem Antrag. "Sie müssen sich im Klaren sein, dass der Alkoholeinfluss mit jeder Tat weniger berücksichtigt wird", ermahnte sie den Angeklagten.
Eine Geldstrafe könne sie trotz der Vorstrafen gerade noch vertreten. "Die Verletzungen des Geschädigten waren nicht unerheblich. Sie müssen sich bewusst sein, dass es beim nächsten Vergehen dieser Art eine Freiheitsstrafe geben wird."


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