Kulmbach

Verkehrserschließung: Durch den Buchwald zur Plassenburg?

Ein lange angekündigtes Gutachten zur Erschließung des Kulmbacher Wahrzeichens ist überfällig. Nun gibt es offensichtlich erste Ergebnisse.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Plassenburg steht im Fokus der Politik: Wie kann eine erfolgreiche Erschließung gelingen? Foto: Archiv/Katrin Geyer
Die Plassenburg steht im Fokus der Politik: Wie kann eine erfolgreiche Erschließung gelingen? Foto: Archiv/Katrin Geyer

Können die Kulmbacher ebenso wie Touristen bald ganz bequem mit dem eigenen Auto über die Obere Buchgasse bis hinauf zur Plassenburg fahren und dort parken? Oder erreicht man das Kulmbacher Wahrzeichen künftig auf einer Straße durch den Buchwald?

Beide Varianten und einige mehr sind nach Ansicht von Experten denkbar. So jedenfalls steht es in dem viel diskutierten und längst überfälligen Gutachten zur Verkehrserschließung der Burg. Das ist zwar noch längst nicht fertig. Immerhin aber hat das bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat nun darüber informiert, wer das Gutachten erstellt und wie der derzeitige Sachstand ist.

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass die Bayerische Rundschau unter dem Titel "Wird im Ministerium gebummelt?" nach eben diesem Gutachten fragte. Mit gutem Grund: Immerhin hatte kein geringerer als der amtierende Ministerpräsident Markus Söder mehrfach ein solches Gutachten versprochen und erste Ergebnisse noch im Jahr 2018 angekündigt.

Anfragen an das zuständige Ministerium nach dem aktuellen Stand allerdings wurden immer sehr kurz beantwortet: Ein Ergebnis stehe noch aus. Das erfuhr Sabine Weigand, Landtagsabgeordnete der Grünen und denkmalschutzpolitische Sprecherin, im Dezember 2019 auf eine Anfrage. Mehr erfuhr auch die Redaktion der Bayerischen Rundschau nicht, die Anfang Januar noch einmal nachhakte.

Überraschende Neuigkeiten

Diese knappe, nichtssagende Antwort ließ uns spekulieren: Hatte das Ministerium das Gutachten womöglich noch gar nicht auf den Weg gebracht? Oder gibt es - ein ungeheuerlicher Verdacht! - schon ein Ergebnis, das aber, aus welchen Gründen auch immer, unter Verschluss gehalten wird?

Eine Antwort auf diese Fragen wird es wohl nicht geben. Aber es gibt, nur knapp zwei Wochen später, immerhin überraschende Neuigkeiten.

Am Dienstag dieser Woche hatte Sabine Wiegand das Thema erneut im Plenum zur Sprache gebracht."Ich frage die Staatsregierung, an welche Fachfirma die Erstellung eines unabhängigen Gutachtens zur Verkehrserschließung der Plassenburg in Kulmbach vergeben wurde, welche Lösungsvarianten abgestimmt werden/wurden und welche Akteure an dieser Abstimmung beteiligt sind/waren?"

Auf diese Anfrage nun gibt es plötzlich eine Antwort, die mehr sagt, als dass man noch nichts sagen könne. "Mit der Erstellung des Gutachtens wurde das Ingenieurbüro K. Langenbach Dresden GmbH (IBL GmbH) beauftragt", heißt es aus dem Ministerium der Finanzen und für Heimat. "Im Rahmen der Erarbeitung des Konzepts wurden beziehungsweise werden sechs verschiedene Varianten zur Erschließung des geplanten Parkplatzes geprüft."

Um folgende Varianten soll es sich dabei handeln: Ausbau Obere Buchgasse - Nordhangstraße Umfahrung Schieferturm (die Aussichtsterrasse des Restaurants, red.) Erschließung via Forstweg nach Fölschnitz Erschließung via Kasernenhof Erschließung via Buchwald Erschließung via Buchwald mit Pkw-Zufahrt via Kasernenhof.

All diese Varianten gehen offensichtlich von einem Parkplatz auf dem ehemaligen Reitgelände hinter der Plassenburg aus.

Die Parkplatz-Frage

Für die derzeit laufende Bewertung sei eine Abstimmung der komplexen Planungen der Schlösserverwaltung unter anderem mit der Regierung von Oberfranken, der Stadt Kulmbach, der Gemeinde Ködnitz, dem Landesdenkmalrat, Naturschutzbehörden und den Bayerischen Staatsforsten erforderlich, so das Ministerium weiter.

Es tut sich also was. Keine Auskunft allerdings gibt das Ministerium darüber, wann das Gutachten denn nun in Auftrag gegeben wurde und wann mit einer Fertigstellung zu rechnen ist. Es wird nichts darüber gesagt, was es kostet. Und schon gar nichts ist zu erfahren zu der Frage, was geschieht, wenn der Landesdenkmalrat auf seiner bisherigen Haltung beharrt. Der nämlich lehnt einen Parkplatz hinter der Plassenburg ab.

Wir haben diese Fragen

am Donnerstagabend dem Ministerium gestellt. Und warten nun erneut auf eine Antwort.

Verwandte Artikel

Kommentare (3)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren