Kulmbach
Stau

Verkehrschaos in Kulmbach: Und das droht bis Oktober

Verkehrschaos in Kulmbach: Die Sperrung der Theodor-Heuss-Allee sorgt für einen Riesenstau an der Schauer-Kreuzung. Von Melkendorf bis Kulmbach braucht man bis zu einer Stunde.
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Warten ist angesagt. Wer im Berufsverkehr von Melkendorf in Richtung Kulmbach fährt, steht im Stau. Fotos: Alexander Hartmann
Warten ist angesagt. Wer im Berufsverkehr von Melkendorf in Richtung Kulmbach fährt, steht im Stau. Fotos: Alexander Hartmann
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Die Sperrung der Theodor-Heuss-Alle sorgt für einen Riesenstau an der Schauer-Kreuzung."Mir platzt gleich der Kragen", "Das ist eine Katastrophe." Das sind die noch zitierbaren Bemerkungen der Autofahrer, die an den beiden vergangenen Tagen von Melkendorf aus in Richtung Kulmbach unterwegs waren und in einem Riesenstau standen.


"Ich habe 50 Minuten gebraucht"

Im Berufsverkehr reihte sich Auto an Auto - und das bis zur Gärtnerei Herzog, die 2,5 Kilometer von der Ampelanlage an der Schauer-Kreuzung entfernt ist. "Ich habe von Melkendorf aus 50 Minuten gebraucht", sagte Tina Wiesenmüller aus Thurnau, die in der Kolonne stand und wie die anderen Verkehrsteilnehmer genervt war.


Das ist der Grund für das Chaos

Was ist der Grund für das Verkehrschaos? Es ist die Sperrung der Theodor-Heuss-Allee, die die Verbindungsstraße von Melkendorf zur Bundesstraße 289 bei Burghaig und ins Industriegebiet am Goldenen Feld ist. Im Zuge des Umgehungsbaus wird die Allee umgestaltet, auch ein Kanal und eine neue Gasleitungen werden verlegt. Dafür ist eine Vollsperrung nötig. Freigegeben wird die Theodor-Heuss-Allee aller Voraussicht nach erst wieder Ende Oktober, wie Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt in Bayreuth mitgeteilt hat.


Ausparken geht nicht

Die Staatsstraße 2190 ist die Ausweichroute, und so werden sich die Szenen, die sich dort am Donnerstag und Freitag abgespielt haben, in den kommenden Monaten wohl noch oft wiederholen. Den Stau bekommen im übrigen nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Anwohner zu spüren.
Im Schreibwarenladen von Christoph Hofmann in der Melkendorfer Straße ist das Verkehrschaos das große Thema. Die Kunden würden schon in Laden kommen, sagt Christoph Hofmann. "Aus dem Parkplatz vor unserer Eingangstür kommen sie dann aber nicht mehr raus. Denn kaum einer, der im Stau steht, lässt sie einfädeln."


Laufen statt fahren

Eine Erfahrung, die auch Fabian Prehmus gemacht hat, der im benachbarten Bestattungsinstitut Stübinger arbeitet. "Ich wollte gegen 16 Uhr nach Hause fahren. 15 Minuten habe ich vergeblich versucht, rückwärts auszuparken. Reingelassen hat mich nämlich keiner. Deshalb habe ich mein Auto stehen lassen und bin nach Hause gelaufen", berichtet der Kulmbacher.


"Das ist der Wahnsinn"

Thomas Alberth, der im verlängerten Galgenberg wohnt, spricht vom Wahnsinn. "Die Autos stehen am Nachmittag fast bis zum neuen Kreisel bei Melkendorf. Viele, die ortskundig sind, biegen nach der Gärtnerei Herzog in unsere Straße ab und fahren von dort durch die Siedlung." Er hat beobachtet, dass sich der Verkehr auch in der Siedlung immer wieder staut.
Ursache allen Übels, das sagen viele Kulmbacher, sei die Engstelle vor der Ampel an der Schauer-Kreuzung. "Wenn dort beispielsweise bei Rot ein größerer Lastwagen an der Ampel steht und nach links Richtung Kreuzstein abbiegen will, blockiert er die Straße. Da kann kein Auto vorbeifahren, dass geradeaus in die Innenstadt oder nach rechts Richtung Bayreuth abbiegen will", stellt Geschäftsmann Christoph Hofmann fest. Er fragt, warum Polizisten den Verkehr zu den Stoßzeiten nicht mit der Hand regeln.


Polizei: "Denkbar, aber nicht machbar"

Wäre das eine Option, um das Chaos zu verhindern? "Denkbar wäre es, sinnvoll vielleicht, aber nicht machbar", sagt dazu der Verkehrssachbearbeiter der Kulmbacher Inspektion, Klaus-Peter Lang. Personell könne man das nicht stemmen, und es sei fraglich, ob Beamte das besser in den Griff bekommen würden. "Denn die Schaltungen der Ampeln sind aufeinander abgestimmt. " Eine ähnliche Situation, so Lang, habe man vor gut einem Jahr erlebt, als die Nordumgehung gesperrt war. Auch da sei die Staatsstraße Ausweichroute gewesen. "Da war nur in den ersten Tagen Chaos. Später hat es sich beruhigt, wohl auch deshalb, weil Ortskundige eine Ausweichroute gewählt haben", sagt der Polizist, der zuversichtlich ist, dass das auch diesmal der Fall sein wird.


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