Kulmbach
Protest

Verkehr in Kulmbach: Sie wollen die Autos bremsen

Die Anwohner im Spiegel sind genervt vom fahrenden und vom ruhenden Verkehr. Ihr Wunsch wäre Tempo 30.
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Viele Anwohner im Spiegel sind genervt vom ruhenden und vom fahrenden Verkehr. Ihr Wunsch wäre: durchgängig Tempo 30 vom Röhrenplatz bis zur Stadtgrenze.Stephan Tiroch
Viele Anwohner im Spiegel sind genervt vom ruhenden und vom fahrenden Verkehr. Ihr Wunsch wäre: durchgängig Tempo 30 vom Röhrenplatz bis zur Stadtgrenze.Stephan Tiroch
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Die Straße im Spiegel und in der Wolfskehle - teilweise asphaltiert, teilweise gepflastert - ist eng, die ganze Situation einigermaßen verzwickt. Hier sollen sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer bewegen können. Beim Kindergarten ist die Geschwindigkeit auf Tempo 30 beschränkt, sonst darf 50 gefahren werden. Gleichzeitig reicht der Platz zum Parken hinten und vorn nicht aus. Und dort leben Leute, die vom fahrenden und vom ruhenden Verkehr genervt sind.

Jetzt wollen sie ihrem Ärger einmal Luft machen. Deshalb das Treffen mit der Zeitung.

"Wie ein Kreuzfahrtschiff"

Sie sagen, dass die Situation im Spiegel seit einem Jahr durch die Baustelle beim ehemaligen Schwanenbräukeller verschärft wird. Dort entsteht ein großer Wohnblock, der in dem Viertel wie ein Fremdkörper wirkt. "Wie ein Kreuzfahrtschiff", so Heike Müller. Die Architektur gefällt den Anwohnern nicht: monströs, passt hier nicht rein. Sie hoffen, dass das Gelände "ordentlich begrünt" wird. Am besten mit großen Bäumen.

Derzeit wird an den Außenanlagen gearbeitet. "Der Baulärm ist unerträglich. Der Rüttler treibt uns in den Wahnsinn", sagt Susanne Volkmar.

Sie und ihre Nachbarn können sich damit trösten, dass die Baustelle dem Ende entgegengeht. Der Lärm wird dann zwar weniger, aber die Anwohner glauben, dass es künftig noch schwerer wird, einen Parkplatz zu finden.

"Die Situation wird sich weiter verschärfen. Es gibt jetzt schon zu wenig Parkplätze", meint Heike Schweens, deren Grundstückszufahrt nicht selten zugeparkt ist. Sie befürchtet, dass die Stellplätze für die neuen Nachbarn nicht ausreichen. "Die Leute haben auch mal Besuch oder Kinder mit eigenen Fahrzeugen."

Alexander Kubalek spricht deshalb das Grundstück an, das die Stadt gekauft hat. Hier sollten nach seiner Ansicht Parkplätze für die Allgemeinheit gebaut werden. Keinesfalls dürfe man die Kurve begradigen. "Dann wird bloß noch schneller gefahren."

Flott unterwegs

Alle nicken und sind sich einig: Viele Autos sind hier flott unterwegs. "Nach der Pflasterstrecke wird deutlich schneller gefahren, das hört man besonders nachts", sagt Holger Reitzmann.

Susanne Volkmar erinnert sich, dass einmal ein Geschwindigkeitsmessgerät im Spiegel stand. "Das hatte Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Seit der Kasten weg ist, fahren sie wieder schneller", bedauert sie.

Der große Wunsch der Anwohner ist es, dass vom Röhrenplatz bis zur Stadtgrenze Tempo 30 gelten soll. "In der Herlas und in der Alten Forstlahmer Straße geht es doch auch", so Holger Reitzmann.

Und weil's gerade passt, will Dieter Vetter noch ein Anliegen loswerden: In der Kohlenbachstraße sei der Straßenbelag miserabel. "Mehr Löcher als was anderes", sagt er.

In der Stadt sind die Probleme bekannt. Dass im Spiegel und in der Wolfskehle gerast wird, kann die städtische Ordnungsamtsleiterin Gisela Ritschel nicht bestätigen. Sie verweist auf die angesprochene Tempomessung und stellt fest: "Das Geschwindigkeitsmessgerät stand letztmals Ende 2014 im Spiegel 10 nach schriftlichen Eingaben von Anwohnern. Die Auswertung ergab eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h."

Messgerät kommt noch mal

Tatsächlich, so Ritschel, bewegte sich der Großteil der gemessenen Fahrzeuge sogar deutlich unter 50 km/h. Von durchgängig Tempo 30 redet sie zwar nicht, aber immerhin sei bereits vorgemerkt, das Geschwindigkeitsmessgerät erneut im Bereich zwischen Röhrenplatz und Beethovenstraße aufzustellen.

Was das Parken angeht, plant die Stadt auf dem besagten Grundstück Stellplätze zu errichten. "Darüber hinaus wollen wir in diesem Bereich einen vollwertigen Gehsteig anlegen, um die Sicherheit für Fußgänger, insbesondere Kinder, zu erhöhen", sagt Stadtsprecher Simon Ries. Ferner solle dort auch der Zugang zum alten Braukeller fachmännisch gesichert werden.

Mehr Parkplätze als erforderlich

Bei der Baugenehmigung für das Mehrparteienhaus, so Ries weiter, habe der Stadtrat darauf gedrungen, dass der Bauträger auf seinem Grundstück mehr als die vorgeschriebene Anzahl an Stellplätzen errichtet. Das sei auch erfolgt - die insgesamt 29 Stellplätze seien sieben mehr als von der Satzung gefordert.

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