Veitlahm
Bürgerversammlung

Veitlahmer klagen: Wir surfen zu langsam

Mehrere Dorfbewohner kritisierten die schlechte Anbindung ans schnelle Internet. Dafür geht es wohl auf der Ortsdurchfahrt manchmal etwas zu flott zu.
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Mehrere Veitlahmer klagen über die langsame Internet-Anbindung. Symbolbild: Rolf Vennenbernd/dpa
Mehrere Veitlahmer klagen über die langsame Internet-Anbindung. Symbolbild: Rolf Vennenbernd/dpa
Die Tische in der Eselscheune in Veitlahm waren am Montagabend voll besetzt: 30 Besucher kamen in die Bürgerversammlung, weil sie Gesprächsbedarf hatten. Vor allem das Thema schnelles Internet bewegt die Bewohner des Mainleuser Ortsteils, für die vor nicht allzu langer Zeit ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung ging - die Ampel Mainleus Mitte.
"Früher kam oft aus Veitlahm der Wunsch nach einer Möglichkeit, die Bundesstraße sicher überqueren zu können", sagte Bürgermeister Robert Bosch (CSU). In der Zwischenzeit seien auch die Markierungen für Abbieger und ein Geradeaus-Pfeil angebracht, so dass hier auch keine Missverständnisse auftreten können.
Um Verschmutzungen durch Hundekot zu verringern, habe der Markt Hundetoiletten aufstellen lassen - auch am Patersbergparkplatz. "Wenn sich das bewährt, sind wir für weitere Standortvorschläge offen", so Bosch.
Dass man in Veitlahm gut verpflegt wird, das steht für den Bürgermeister außer Frage. Deshalb habe man versucht, für das Dorf die Anerkennung als "bayerischer Genussort" zu bekommen. "Leider sind wir nicht zum Zug gekommen", bedauerte Bosch. "Aber für uns ist Veitlahm ein Genussort."
Er wies noch darauf hin, dass am Steinloch und beim Patersbergweg der Oberflächenwasserkanal erneuert werden muss. Das werde wohl 2019 erfolgen.
Apropos Steinloch: Dort würden in der Schlucht unberechtigterweise Gartenabfälle abgelagert. Die Konsequenz: "Jetzt wird dort abgesperrt." Bosch zufolge gehören Gartenabfälle entweder auf die Kompostieranlage oder in die Bio-Tonne.
Den Patersberglehrpfad hat die Gemeinde weiter im Visier und versucht ihn über ein Förderprogramm zu realisieren.
In der Diskussion beklagte sich Florian Geyer über Raser zwischen Feuerwehrhaus und Friedhof. Er forderte eine Begrenzung auf Tempo 30 in dem Bereich.
Laut Bürgermeister Bosch handelt es sich um eine Kreisstraße, für die der Landkreis verantwortlich ist. "Ich werde den Wunsch weitergeben", versicherte er.


Der zweite Versuch

ABL-Gemeinderat Erich Luthardt, ebenfalls ein Veitlahmer, ergänzte, dass er einen entsprechenden Antrag schon vor etwa acht bis zehn Jahren gestellt hat - ohne Erfolg. "Aber es ist kein Schaden, wenn wir es nochmals probieren." Er wies noch darauf hin, dass auf der Strecke das Buswartehäuschen für die Kinder steht. "Auch das wäre ein Argument für Tempo 30."
Elisabeth Schulze sprach dann das Thema Breitbandausbau und schnelles Internet an. "Da steht so ein Kasten, aber es kommt bei uns nichts an", sagte sie. Nur für mehrere Hundert Euro könne sie anschließen, habe es geheißen. Ähnliches Problem bei Stephan Nestmann: "Bei mir kommen nur 2500 KB an", klagte er.
Bürgermeister Bosch erklärte, man müsse den Einzelfall prüfen, aber nachdem Veitlahm relativ gut von Kabel Deutschland versorgt werde, könne es durchaus sein, dass Anwesen nicht ins Fördergebiet fallen. Denn nur wenn weniger als 30 Mbit zur Verfügung stehen, greife die Förderung. "Wir werden prüfen, ob die Telekom eine höhere Brandbreite zur Verfügung stellen müsste."
Irmgard Dietel aus der Straße Waldesruh ist komplett ohne Internet. Doch das könnte sich ändern: "Die Waldesruh ist in der Ausschreibung für den weiteren Ausbau mit drin", so Bosch. Aber man müsse abwarten, ob man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die Lücke schließen kann.


Wie wirkt sich die Uni aus?

Elisabeth Schulze fragte noch nach den Erwartungen des Bürgermeisters mit Blick auf die Entwicklung der Nachbarstadt Kulmbach zum Uni-Standort.
Robert Bosch zeigte sich überzeugt, dass auch das Umland und damit Mainleus profitieren werde. "Wir haben eine gute Anbindung nach Kulmbach und liegen nicht weit entfernt", sagte er. Schon jetzt gebe es eine hohe Nachfrage nach Wohnungen.


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