Untersteinach
Umgehung

Untersteinach: Hier rollt Ende 2020 der Verkehr

Die Schorgasttalbrücke und die Galerie über die Bahnlinie prägen den Bau der Umgehung Untersteinach. Wir haben uns auf der Baustelle umgeschaut.
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Blick auf die Baustelle bei Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
Blick auf die Baustelle bei Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
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Es ist bissig kalt in diesen Tagen auf der Baustelle. Der Boden ist aufgeweicht, klebt an den Schuhen. Aber Fritz Baumgärtel und sein Kollege Christoph Schultheiß sind gut ausgerüstet für solche Bedingungen. Dichte Jacken, durch die kein Wind pfeift. Festes Schuhwerk, dem man ansieht, dass es nicht zum ersten Mal durch Dreck stapfen muss.

Fritz Baumgärtel vom staatlichen Bauamt Bayreuth ist der Projektleiter für den Bau der Umgehung Untersteinach, sein Kollege Schultheiß der Experte für den Brückenbau.

Die gute Nachricht stellt Baumgärtel gleich an den Beginn der Baustellenbegehung: "Wir liegen im Zeit- und Kostenrahmen", sagt er, während wir auf dem Weg zur großen Talbrücke sind, die einmal das Schorgasttal überspannen wird.

Sie wird der Blickfang der 4,2 Kilometer langen und 60 Millionen Euro teuren Untersteinacher Ortsumgehung werden. Kein Betonklotz, sondern filigran, mit Pylonen und Schrägkabeln. "Das Brückenbauwerk und die Galerie über der Bahnlinie liegen im sensiblen Schorgasttal und bedürfen einer herausragenden Bauwerkgestaltung", heißt es im offiziellen Flyer des Bauamts. Ende 2020 soll der Verkehr darüber rollen.

Bis zu 54 Meter tief reichen die Bohrpfähle, auf denen die Brückenfundamente stehen. "Erst so tief befindet sich an einer Stelle der Fels, der für die Tragfähigkeit wichtig ist", erklärt Schultheiß.

Hinter der Brücke in Richtung Ludwigschorgast ist ein etwa 60 Meter breiter Geländeeinschnitt, durch den die Bundesstraße einmal führen wird. An die steilen Böschungen wird derzeit ein Raumgitter angebracht. Das soll vor Steinschlag schützen und wird mit einer Art Eisenbahnschotter gefüllt. Die Steine verkanten sich mit dem Untergrund und sorgen für Halt. Dann wird das Gitter mit Humus bedeckt und begrünt.

Es muss aber noch tiefer in den Hang gegraben werden. Der ist bislang nur zur Hälfte abgetragen. "Wir brauchen das Material noch für Dämme in einem anderen Bereich und müssen es so nicht zwischenlagern", erklärt Baumgärtel die Taktik.

Dann geht der Rundgang zur letzten Station, zur Galerie am Ortseingang von Untersteinach. Galerie nennen die Experten die Überführung über die Bahn. Auch hier handelt es sich um ein außergewöhnliches Bauwerk. Denn die Querung der Gleise erfolgt in einem extrem spitzen Winkel, um wieder die alte Trasse der Bundesstraße anbinden zu können.

Wenn die Galerie einmal fertig ist, wird sie ein Segen für die Anlieger sein, sagt Baumgärtel. Denn die Stützwand bilde einen Lärmschütz, "die Bahn wird nicht mehr zu hören sein".

Noch vor Weihnachten soll in einer 30-stündigen Aktion die Deckenplatte gegossen werden. 1900 Kubikmeter Beton sind dafür notwendig. "Dann sind die lärmintensivsten Arbeiten in diesem Bereich vorbei", betont Baumgärtel und bittet die Anwohner um Verständnis. Die nächtlichen Arbeiten seien Vorgabe der Bahn.

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