Presseck

Unglück beim Berg-Revival: Staatsanwalt fordert Geldbußen

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem schrecklichen Unglück beim Berg-Revival des MSC Presseck am 1. Mai 2011 steht der Fall juristisch vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth ist bereit, das Verfahren in vier Fällen gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen.
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Ein Großaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich nach dem Unfall beim Berg-Revival 2011 um die Verletzten. Foto: Archiv/Sonja Adam
Ein Großaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich nach dem Unfall beim Berg-Revival 2011 um die Verletzten. Foto: Archiv/Sonja Adam
Wie Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz auf Anfrage der Bayerischen Rundschau erläuterte, hatte die Staatsanwaltschaft insgesamt gegen sieben Personen ermittelt. Die beiden Erziehungsberechtigten des bei dem Unfall "dauerhaft schwer verletzten Jungen" werden wie in solchen Fällen meist üblich nicht belangt, obwohl sie sich nicht an die Absperrungen gehalten und selbst in den Gefahrenbereich begeben hatten.

Auch das Verfahren gegen den Fahrer des Unfallwagens wurde eingestellt. "Der konnte nichts dafür", fasste Oberstaatsanwalt Schmalz das Ergebnis der Untersuchungen zusammen.

Versäumnisse beim Rennen

Vier weitere Beteiligte können die juristische Aufarbeitung der schweren Unfalls gegen Zahlung einer zum Teil nicht unerheblichen Geldauflage beenden.
In drei Fällen handelt es sich dabei um bei der Veranstaltung verantwortliche MSC-Mitglieder, denen Versäumnisse bei der Abwicklung des Berg-Revivals vorgeworfen werden. Unter anderem geht es dabei um die Überwachung der Absperrungen und den zu eng bemessenen Zeitabstand der Starter. Und schließlich soll auch ein Mitarbeiter der Genehmigungsbehörde wegen Versäumnissen im Zulassungsverfahren eine Geldbuße bezahlen.

Laut Ernst Schmalz wurde diese Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft mittlerweile auch vom Kulmbacher Amtsgericht gebilligt, so dass die Schreiben den vom Verfahren Betroffenen zugestellt werden konnten.
Ob die juristische Aufarbeitung des Unfalls damit beendet ist, liegt nun allein an daran, ob die "Beteiligten das Friedensangebot der Geldauflage annehmen", wie es der Oberstaatsanwalt formulierte. Und davon geht der Jurist auch aus. Sollte das aber nicht der Fall sein und Einspruch eingelegt werden, so Ernst Schmalz, könnte es trotzdem noch zu einer öffentlichen Hauptverhandlung kommen.

Aufgelaufen

Bei der beliebten Motorsportveranstaltung des MSC Presseck mit Tausenden von Zuschauern und weit über 150 Fahrern historischer Automobile war es am 1. Mai 2011 zu einem schrecklichen Unglück gekommen. Der damals 32-jährige Fahrer eines Polo aus dem Raum Schweinfurt hatte den Zieleinlauf bei Große Birken bereits passiert, als er auf ein langsameres Fahrzeug auflief. Der Polofahrer bremste, geriet mit dem Auto ins Schlingern und kam von der Straße ab.

Sechs Personen verletzt

Dort erfasste der Wagen eine Zuschauergruppe. Ein damals sechsjähriger Junge wurde dabei lebensgefährlich, ein neunjähriger Bub schwer verletzt. Vier weitere Menschen, der älteste 72 Jahre alt, mussten ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden.

Sechs weitere Menschen erlitten einen Schock und mussten an Ort und Stelle behandelt werden.

Großeinsatz

Neun Teams von Rettungskräften waren im Einsatz, der Sechsjährige wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Bayreuth gebracht.

Der damals noch zuständige Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky war unmittelbar nach dem Unfall mit einem Sachverständigen der Dekra nach Stadtsteinach geeilt, um sich ein Bild von der Situation zu machen und erste Erkenntnisse über die Unfallursache zu gewinnen.
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