Untersteinach
Verkehr

Umgehung Untersteinach: Freie Fahrt auf Abschnitt 1

Seit Montag um 14 Uhr kann die Bundesstraße zwischen Ludwigschorgast und Untersteinach auf der neuen Trasse genutzt werden.
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Seit Montag um 14 Uhr kann die Bundesstraße  zwischen Ludwigschorgast und Untersteinach auf der neuen Trasse genutzt  werden. Foto: Jürgen Gärtner
Seit Montag um 14 Uhr kann die Bundesstraße zwischen Ludwigschorgast und Untersteinach auf der neuen Trasse genutzt werden. Foto: Jürgen Gärtner
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Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer wird noch bis Ende des Jahres gelten. Bis dahin werden Restarbeiten - unter anderem am Bankett - erledigt, ehe das Tempolimit aufgehoben wird. Doch das dürfte den meisten Verkehrsteilnehmern egal sein, denn die Wochen der Umleitungen sind vorbei: Seit Montag um 14 Uhr ist die neue Trasse der Bundesstraße zwischen Untersteinach und Ludwigschorgast freigegeben.

Einer, der die Fertigstellung des kompletten Projekts schon sehnlichst erwartet, ist Gerhard Pöhlmann. Seit 66 Jahren werde er vom Straßenlärm geplagt, erklärt der Untersteinacher, der mit seinem Traktor zur Verkehrsfreigabe gekommen war. Danke! hat er auf das große Schild vorne gemalt, mit dem er für den Bau der Umgehung auch schon demonstriert hatte.

"Jetzt möchte ich allen Politikern danken, die den Bau möglich gemacht haben", sagte Pöhlmann, der sich noch genau an den Moment erinnert, in dem er von der Baugenehmigung erfahren hatte: "Ich habe eine Flasche Sekt aufgemacht - und keinen billigen."

Offiziell heißt der freigegebene Bereich Anschluss Untersteinach Ost. Der Abschnitt ist Teil der rund 60 Millionen Euro teuren Ortsumfahrung Untersteinach. "Mit der heutigen Verkehrsfreigabe werden die ersten 40 Prozent der Gesamtmaßnahme in Betrieb genommen", erklärte Projektleiter Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt Bayreuth.

Die Fertigstellung vor Schulbeginn sei das Ziel gewesen, und das habe man erreicht, auch wenn das mit großem Aufwand verbunden gewesen sei. Neben dem eigentlichen Bau mussten zudem die Ausschilderung vorgenommen, Markierungen angebracht, Schutzplanken aufgestellt werden.

Das größte "Schmankerl" steht für den Projektleiter noch bevor: der Bau der großen Talbrücke. "Ich bin dankbar, dass wir so ein schönes und anspruchsvolles Bauwerk erstellen dürfen", erklärte er, ehe sein Kollege Christoph Schultheiß (Abteilungsleiter Brückenbau) die Details erläuterte. Demnach ragen die Pylonen 25 Meter über den Erdboden und ähneln einem kleinen Kirchturm.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach mit Blick auf die Umgehung von einer "zentralen Achse für den Landkreis". Die Talbrücke sei zwar nicht die billigste Lösung, aber die beste. "Da waren anfangs Entwürfe dabei, die hätten die Untersteinacher nicht sehen wollen."

Nachdem die Umleitungsstrecke in den vergangenen Wochen für Wirbel gesorgt hatte, zeigte sich Söllner überzeugt, dass in Ludwigschorgast, Fölschnitz und See nun wieder Ruhe einkehre. Und auch in Untersteinach werde die "schwierige Situation, die über Jahrzehnte zu ertragen war, bald vorbei sein".

Das konnte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) nur unterstreichen. Die vergangenen Tage während der Umleitungszeit seien schon ein Vorgeschmack gewesen ohne Lkw-Verkehr im Ort. "Die Leute konnte ihre Fenster offen lassen."

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD) erinnerte an viele Ortstermine mit Politikern an der verkehrsbelasteten Strecke, bei denen man gezeigt habe, wo der Schuh drückt.

MdL Martin Schöffel (CSU) gab sich überzeugt, dass die Umgehung eine riesen Chance für die Innerortsentwicklung von Untersteinach darstelle.

Ludwigschorgasts Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani (CSU) ist froh, dass der Umleitungsverkehr durch den Ort nun vorbei ist. Der Pkw-Verkehr habe in dieser Zeit massiv zugenommen, dafür hätten sich nur wenige Lkw in den Ort verirrt. "Aber alles hat sich im Rahmen gehalten", sagte sie sichtlich erleichtert.



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