Kulmbach
Versorgung

Umfrage bei Kulmbacher Tankstellen: Wie lange reicht der Sprit noch?

In Deutschland mussten schon einige Tankstellen wegen Spritmangels schließen. Wie ist die Lage in Kulmbach? Wir haben nachgefragt.
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Symboldbild: Barbara Herbst
Symboldbild: Barbara Herbst

Drei Tankstellen betreibt die Firma Erik Walther im Raum Kulmbach. Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Schweinfurt hat, bezeichnet die Versorgungslage als "kritisch". Geschäftsführer Jürgen Lobig zufolge kommt das aber nicht überraschend.

Bereits vor zwei Monaten hätten fränkische Ölhändler darauf hingewiesen, dass der niedrige Pegel des Rheins Probleme bereiten kann. Denn auf dem Fluss wird mit Schiffen das Öl in den Süden Deutschlands transportiert. Durch den niedrigen Wasserstand ist der Verkehr auf dem Strom stark eingeschränkt. Tankschiffe mit einer Kapazität von 2100 Tonnen können derzeit nur 500 Tonnen laden.

Sonst vier Schiffe im Einsatz

Vier Schiffe hat das Schweinfurter Unternehmen normalerweise im Einsatz, die die Treibstoffe von den Raffinerien in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen zu den Tanklagern nach Unterfranken bringen. Doch derzeit fahren sie so gut wie nicht.

Ein Ausweichen auf die Bahn ist für die Treibstofffirmen nur bedingt möglich. Denn die Nachfrage nach Kesselwaggons, mit denen der Transport erfolgt, ist groß. Das Angebot ist entsprechend knapp. Nach den Worten von Jürgen Lobig sind die Frachtkosten in seiner Branche derzeit mehr als viermal so hoch wie vor dem Beginn der langen Trockenheit.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: der Großbrand in der für die Versorgung in Süddeutschland wichtigen Raffinerie in Vohburg (bei Ingolstadt).

Das Ziel von Lobig ist es, dass die 85 Walther-Tankstellen in Nordbayern weiterhin ausreichend Sprit vorhalten können. "Derzeit sieht es danach aus, dass wir dieses Ziel auch erreichen können", sagt Lobig. Bis auf zwei kleinere, eineinhalbstündige Ausfälle habe man eine sichere Versorgung bewerkstelligen können. Die Planungen der Firma gehen derzeit bis Ende November. "Bis dahin sind wir safe. Wir kennen unsere Absatzzahlen, wissen, was wir auf Lager haben und was angeliefert wird."

Die Autofahrer merken die Lage am Geldbeutel: Denn die Preise für Benzin und Diesel haben schwindelerregende Höhen erreicht. Um die 1,60 Euro schwankt derzeit der Preis für einen Liter Super.

Eine Entspannung ist nicht in Sicht, sagt der Pächter der Kulmbacher Esso-Tankstelle am Kreuzstein. Und wenn sich die Situation nicht bessere, würden die Preise weiter steigen.

Er weiß von Tankstellen im Norden Deutschlands, die schließen mussten. "Das ist immer gebietsbedingt. Jeder hofft, dass es ihn nicht trifft. Aber wenn es so weitergeht ..." In Kulmbach habe es aber noch keine Lieferprobleme gegeben.

Auch nicht bei der benachbarten Shell-Tankstelle. Dort sind die Tanks voll. "Wir haben am Donnerstag erst eine frische Lieferung bekommen", hieß es. Sorgen macht man sich dort nicht, die Versorgung laufe gut.

"Bislang können wir an unseren Stationen in Kulmbach und Mainleus alle Kraftstoffsorten anbieten", lautet die Information auf unsere Anfrage zur Liefersituation aus der Pressestelle der Jet-Tankstellen Deutschland in Hamburg.



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