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Kulmbach
Sanierung

Umbau in der alten Spinnerei: 500 Tonnen Stahl und Beton

Die Sanierungsarbeiten in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude gehen voran. Auf zwei Geschossen soll zunächst vorübergehend die Universität einziehen.
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Gestern wurde im zweiten Obergeschoss der Betonboden gegossen. Aufmerksame Beobachter waren unter anderem (von links) der Leiter der städtischen Hochbauabteilung, Bernd Ohnemüller, Statiker Hilmar Schmidt und Oberbürgermeister Henry Schramm.Foto: Katrin Geyer
Gestern wurde im zweiten Obergeschoss der Betonboden gegossen. Aufmerksame Beobachter waren unter anderem (von links) der Leiter der städtischen Hochbauabteilung, Bernd Ohnemüller, Statiker Hilmar Schmidt und Oberbürgermeister Henry Schramm.Foto: Katrin Geyer
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In der Wand klafft, meterhoch über dem Erdboden, ein gewaltiges Loch. Ein riesiger Schlauch spuckt Beton auf die Armierungen auf dem Boden. Stahlstützen, Anschluss-Stutzen für Abflussrohre, die Treppenhäuser mit den über 100 Jahre alten geschwungenen Eisengeländern mit Planen verhängt: Das gesamte gesamte Gebäude auf dem westliche Areal der alten Spinnerei ist derzeit eine Baustelle.

Worum geht es? Kulmbach soll Universitäts-Standort werden. In Kürze wird die siebte Fakultät der Universität Bayreuth hier den Lehrbetrieb aufnehmen. Noch aber existiert der geplante Campus nur auf dem Papier. Für eine Übergangszeit sollen deshalb die ehemaligen Maschinenhallen der früheren Kulmbacher Spinnerei die Uni beherbergen. Genutzt werden dafür die Flächen über dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Im ersten Obergeschoss war bis vor wenigen Monaten das Kinder- und Jugendkulturzentrum untergebracht. Das Stockwerk darüber stand leer. "Wenn der Campus fertiggestellt und die Universität wieder ausgezogen ist, können wir die Raume für unsere Vereine und Verbände, aber auch für Theatervorstellungen anbieten", so Oberbürgermeister Henry Schramm bei einem Ortstermin auf der Baustelle. "Gerade wenn künftig viele junge Leute ihn unserer Stadt sind, wird ein solches Zentrum in Verbindung mit dem alten Turbinenhaus wichtig."

Was ist bisher geschehen? 1998 hat die Stadt Kulmbach unter anderem einen Teil des ehemaligen Hauptgebäudes der Spinnerei von der Firma Anterra gekauft. 1998 und 1999 wurden ZOB und Jugendzentrum errichtet. In dem Zusammenhang wurden die alten Böden unterhalb des Jugendzentrums durch moderne Stahlbetondecken ersetzt. 2013 und 2014 investierte die Stadt rund 1,3 Millionen Euro in die Sanierung von Dach und Fassade. Im November 2015 wurde im Stadtrat beschlossen, das Gebäude zu einem Kunst- und Kulturzentrum auszubauen. Das kann in Betrieb gehen, wenn die Uni wieder ausgezogen ist. Wann das der Fall sein wird, steht noch nicht fest.

Was wird im Rahmen der Sanierung alles gemacht? Hauptaufgabe der Planer war es, die Statik zu verbessern. Die alten Decken waren nicht mehr tragfähig. Durch neue Decken, die über den alten eingezogen worden, soll wieder eine ausreichende Belastungsfähigkeit von 500 Kilogramm je Quadratmeter erreicht werden. Rund 500 Tonnen Stahl und Beton sind dafür nötig. Komplett verändert wird die Raumaufteilung auf den jeweils 1600 Quadratmeter großen Stockwerken. Neben Hörsälen und einer kleinen Mensa entstehen dort auf zwei Etagen auch Büros und Sanitärräume. Der Eingangsbereich soll neu gestaltet werden, die gesamte Gebäudetechnik wird erneuert; das gesamte Gebäude ist künftig barrierefrei. "Das wird hinterher was Großartiges", so Oberbürgermeister Schramm.

Was kostet das alles und wer bezahlt es? Die Kosten für die Gesamtmaßnahme wurden auf von 7,507 Millionen Euro veranschlagt. Eine Förderung über das Programm Förderoffensive Nordostbayern über sechs Millionen Euro wurde beantragt. Rund 2,34 Millionen Euro wurden in einer ersten Stufe bereits bewilligt. Bewilligt wurde auch ein Zuschuss in Höhe von 587 000 Euro von Seiten der Oberfrankenstiftung sowie 115 000 Euro von Seiten der Bayerischen Landesstiftung. Zur Minimierung des städtischen Eigenanteils werden noch Anträge in Höhe von 54300 Euro an die Oberfrankenstiftung gestellt. Bei bestmöglicher Förderung liegt der Eigenanteil der Stadt Kulmbach bei etwa 750 700 Euro. Nach Aussagen von Henry Schramm entstehen durch die vorläufige Unterbringung der Uni und den späteren Umzug auf den Campus für die Stadt keine Mehrkosten.

Wie ist der Stand in Sachen Campus? Ziel ist es, den Universitäts-Campus auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes einzurichten. Derzeit laufen die Grundstücksverhandlungen. Bis gebaut werden, wird es noch einige Zeit dauern. Im Doppelhaushalt des Freistaates Bayern sind bereits 137 Millionen für das Projekt eingestellt worden. Noch 2020 soll der Unibetrieb aufgenommen werden. Bis 2023 rechnet man mit rund 300 Studenten. Irgendwann sollen dann 1000 junge Leute in Kulmbach studieren.

Sie planen das Projekt

Hochbau In der Hochbauabteilung der Stadt zeichnet deren Leiter Bernd Ohnemüller für das Projekt verantwortlich

Bauleitung Stefan Eckl und Christian Fichtl sowie H 2M-Architekten

Statik Hilmar Schmidt

Heinzung-Sanitär-Lüftung Ralph Heller

Elektroplanung Elplan (Daniel Petterich)red

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