Himmelkron
Aufruf

TSV Himmelkron ruft zu Spenden für verurteile Betreuerin auf

Der TSV Himmelkron ruft zu Spenden zu Gunsten der im Zusammenhang mit dem Tod der kleinen Vanessa verurteilten Betreuerin auf.
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Das Freibad in Himmelkron war der Unglücksort.Archiv
Das Freibad in Himmelkron war der Unglücksort.Archiv
Die Übungsleiterin wurde zu einer Strafe wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verurteilt. Die Geldstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, jedoch muss sie 1000 Euro an den Kinderschutzbund überweisen. Darüber hinaus kommen Prozesskosten auf sie zu.

Vorsitzender Gerhard Schneider erklärte in der Hauptversammlung des TSV Himmelkron, es sei ein Urteil, das mehr als nachdenklich stimme und sicher bei vielen ehrenamtlichen Betreuern in Vereinen für Unbehagen sorge.

Der Unglücksfall im Freibad, der zum Tod der kleinen Vanessa geführt habe, sei mehr als tragisch. Wenn sich aber nach eingehender Beweisaufnahme keine Aufsichtspflichtverletzung von Betreuerinnen oder Bademeister feststellen lasse, müsse man dann trotzdem unbedingt jemandem die Schuld zuschieben und verurteilen?

Der langjährigen ehrenamtlichen Betreuerin sei sogar in der richterlichen Urteilsbegründung keine mangelhafte Aufsicht vorgeworfen worden, sondern nur ein sogenanntes Organisationsverschulden.

Die Ausführungen der Richterin, so Schneider, ließen aufhorchen. Beim Schwimmbadbesuch einer Kindergruppe reiche weder die mündliche Abfrage bei Eltern und Kinder, noch eine schriftliche Erklärung der Eltern aus. Vielmehr müsse man jedes Kind zusätzlich noch vorschwimmen lassen, um sich selbst davon zu überzeugen, dass ein Kind wirklich schwimmen kann.

" Ich denke, das ist eine Begründung und damit rechtliche Erwartungshaltung, die an der Realität in vielen Vereinen oder bei sonstigen ehrenamtlichen Aktivitäten vorbeigeht. Nicht umsonst wird seit dieser Urteilsbegründung im ganzen Landkreis über die Auswirkungen diskutiert. Es werden wohl aus Sicherheitsgründen viele bisher gängige Freizeitaktivitäten für Kinder bei Vereinen oder sonstigen Organisationen nicht mehr durchgeführt werden können", befürchtete der Vorsitzende.

"Wir vom TSV Himmelkron haben bereits unmittelbar nach dem tragischen Unglücksfall reagiert und alle Aktivitäten mit Kindern im Freibad eingestellt. Wir wollen aber auch ein Zeichen der Solidarität mit unserer ehrenamtlichen Betreuerin setzen und haben dafür ein Spendenkonto bei der VR-Bank Oberfranken-Mitte eingerichtet, damit sie weiß, dass sie nicht allein ist: DE02 7719 0000 0204 1118 34.

Der Leiter der Turnabteilung, Roland Hofmann, machte deutlich, dass Schwimmbadbesuche und vieles andere nicht mehr angeboten werde, denn es fehle an Rechtssicherheit. Er forderte vonseiten der Politik und Sportverbände entsprechende Hilfen und Unterstützung. Zu befürchten sei der Rückzug vieler Ehrenamtlicher aus der Jugendbetreuung.

Hans-Günther Naefken erklärte: "Das Urteil, das eine fahrlässige Tötung der kleinen Vanessa durch die Betreuerin sieht, überrascht, macht bedenklich und wütend. Wie das Gericht entschieden hat, wurde beim eigentlichen Schwimmbadbesuch und den Rettungsmaßnamen nichts falsch gemacht. Es wurde festgestellt, dass eine lückenlose Überwachung aller Badegäste zu jeder Zeit nicht möglich ist. Schon gar nicht aufgrund der baulichen Gegebenheiten des Schwimmbades."

Ein Vorschwimmen der Kinder bei Beginn des Schwimmbadbesuches sei unrealistisch. Bei oftmals mehr als 25 Kindern würde das den Zeitrahmen sprengen. Die Schwimmbadstunde würde enden, bevor sie überhaupt begonnen habe.

Naefkens Fazit: "Die Übungsleiterin wäre frei zu sprechen. Wenn nicht, wären auch die Eltern anzuklagen. Die Richterin hat eine Mitschuld der Eltern in ihrem Schuldspruch für die Betreuerin festgestellt. Sie tragen in gleichem Maße Schuld an dem Tod ihrer Tochter wie die Betreuerin."
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