Kulmbach
Vollversammlung

Trotz Umzug und Ungewissheiten will der KJR sein Jahresprogramm durchziehen

Der Kreisjugendring muss mit seinem Jugendzentrum zum Jahresende aus der Spinnerei ausziehen. Nach wie vor wird nach Veranstaltungsräumen gesucht.
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Wegen Umbauarbeiten im Stockwerk darüber muss das Jugendzentrum aus dem Spinnerei-Areal ausziehen. Foto: Archiv/Alexander Hartmann
Wegen Umbauarbeiten im Stockwerk darüber muss das Jugendzentrum aus dem Spinnerei-Areal ausziehen. Foto: Archiv/Alexander Hartmann

Die Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings, die am Montagabend im Juz "Alte Spinnerei" stattfand, stand ganz im Zeichen der Vertragsauflösung zum 31. Dezember 2018 zwischen der Stadt, dem Landkreis und dem Kreisjugendring Kulmbach was den Betrieb des Kinder- und Jugendkulturzentrums "Alte Spinnerei" angeht, denn aufgrund von Sicherheitsbedenken bei den umfangreichen Baumaßnahmen ist eine Fortführung des Betriebs in den bisherigen Räumen nicht mehr möglich. Diese Tatsache wird zu weitreichenden Einschnitten im gemeinsamen Jahresprogramm von Kreisjugendring, Landkreisjugendarbeit und dem Kinder- und Jugendkulturzentrum "Alte Spinnerei" führen, die derzeit noch nicht vollständig absehbar sind.

Schon früh bekannt

Sowohl Oberbürgermeister Henry Schramm als auch Landrat Klaus Peter Söllner sicherten ihre Unterstützung bei der Suche nach einer Ersatzlösung zu. Für den Unterhalt und den Betrieb des Kinder- und Jugendkulturzentrums "Alte Spinnerei" sowie für die allgemeine Jugendarbeit bringen Stadt und Landkreis jährlich jeweils rund 200 000 Euro auf. Vorsitzende Sabine Knobloch verwies darauf, dass bereits bei der letzten Vertragsverlängerung vereinbart wurde, die Zusammenarbeit lediglich für ein Jahr zu beschließen: "Es war damals schon bekannt, dass es zu Umbauarbeiten hier im Haus über uns kommen wird." Im Juni/Juli habe man erste Gespräche mit der Stadt Kulmbach geführt, um abzustecken, wie es weitergeht. Dann sei klar geworden, dass während der Umbauphase über dem Juz aus sicherheitstechnischen Gründen ein zeitgleicher Betrieb des Jugendzentrums nicht möglich ist. "Das sehen wir auch absolut als nachvollziehbar an", so Knobloch.

In enger Absprache mit der Stadt Kulmbach wurde dann nach Alternativen gesucht. Es habe sich dann das Bahnhofsgebäude als die einzig realistische Ausweichmöglichkeit herausgestellt, die auch weiterverfolgt werden sollte. Vorsitzende Sabine Knobloch: "Wir waren alle der Meinung, dass die Räumlichkeiten durchaus geeignet sind, und auch die zentrale Lage war ein entscheidender Aspekt."

Die große Herausforderung sei allerdings, dass man hier ein Gebäude über zwei Ebenen habe. Daher suche man, so die Vorsitzende, für Großveranstaltungen wie die Kinder-Kreativ-Tage, die Kindertheatertage, die Indoor-Spielplätze und die Ferienbetreuungsaktionen Ausweichquartiere. Ebenso könnten viele Schulungsangebote, Vereinsnutzungen, Tagungen oder Seminare nicht mehr in der gewohnten Art und Weise durchgeführt werden. Diese Punkte erschweren die Planungen für das Jahresprogramm 2019.

Sabine Knobloch: "Wir möchten unser Jahresprogramm in einem ähnlichen Umfang wie bisher durchführen, aber es hängt momentan einfach von der Suche nach Ausweichmöglichkeiten ab."

Hoher Mehraufwand

Eines ist jedoch klar: Die Verlagerung von Veranstaltungen weg von der "Alten Spinnerei" hin zu Ausweichquartieren ist mit einem deutlichen Mehraufwand in logistischer, personeller und finanzieller Hinsicht verbunden. Vorsitzende Sabine Knobloch zeigte sich deshalb über das Angebot der THW-Ortsgruppe Kulmbach sehr dankbar, die ihre Hilfe bei einem späteren Umzug in ein Ausweichquartier angeboten hat. Unabhängig von den genannten Unwägbarkeiten solle die grundsätzliche Struktur des Jahresprogrammes unverändert bleiben.

Bis Februar 2019 soll der offene Betrieb im Juz in eingeschränkter Form noch weitergeführt werden, aber die Großveranstaltungen im Saal gehören dann der Vergangenheit an. In dieser Phase wird auch bereits der Rückbau erfolgen und es müssen Lösungen für Zwischenlagerungen gesucht werden, eventuell muss auch Inventar verkauft werden.

OB Schramm betonte, dass man zusammen mit dem Landkreis eine Lösung finden möchte, die auch dem Kreisjugendring und seinen Aufgaben gerecht wird. Der Bahnhof ist nach Einschätzung des Oberbürgermeisters eine sehr gute und auch zentrale Lösung. Für die bisherigen Großveranstaltungen "werden wir Lösungen finden".

Streetworker

Besonders am Herzen liege der Stadt eine "aufsuchende Jugendarbeit". Denn es gebe zunehmend Probleme mit Jugendlichen, die nicht ins Juz kommen, sondern draußen vor der Tür stehen. Nach den Vorstellungen der Stadt sollte eine Streetworker-Stelle eingerichtet werden.

Die Ausweichmöglichkeit im Bahnhofsgebäude wird auch vom Landkreis unterstützt, wie Landrat Klaus Peter Söllner betonte. Er lobte die Jugendarbeit im Landkreis, deren Qualität extrem hoch sei. "Da können gerne Vergleiche mit anderen Landkreisen angestellt werden. Ich denke, was hier auf den Weg gebracht wird, das ist großartig."

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