Kulmbach
VHS

Trotz Umbaus: Volkshochschulkurse in Kulmbach finden statt

Das Hauptgebäude in der Bauergasse ist in die Jahre gekommen und wird generalüberholt. Die Kosten dafür werden steigen.
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Die alten Heizkörper und Waschtische sind schon ausgebaut: Seit einigen Wochen laufen im Hauptgebäude der Volkshochschule in der Bauergasse die umfangreichen Sanierungsarbeiten.Stadt Kulmbach
Die alten Heizkörper und Waschtische sind schon ausgebaut: Seit einigen Wochen laufen im Hauptgebäude der Volkshochschule in der Bauergasse die umfangreichen Sanierungsarbeiten.Stadt Kulmbach
Ein Stapel alter Heizkörper auf dem Kopfsteinpflaster ist von außen nur ein kleines sichtbares Zeugnis für das, was im Inneren des Hauptgebäudes der Volkshochschule in der Bauergasse los ist. Das Haus ist derzeit Großbaustelle. Das bedeutet natürlich auch, dass dort keine Kurse und Seminare stattfinden können.

Doch VHS-Leiterin Grete Rauh ist zuversichtlich: "Während der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen werden zwar auch im Herbst- und Wintersemester 2018/19 unsere rund 160 Kurse in Schulen und anderen Einrichtungen in Kulmbach angeboten. Wir sind aber sehr froh, dass wir die komplette Bandbreite unserer Kurse auch währen der Bauphase aufrechterhalten können."
Natürlich sei das für Teilnehmer und Verantwortliche eine besondere Situation, merkt die Leiterin an. "Aber die allermeisten haben großes Verständnis dafür, schließlich wird unsere VHS durch die Baumaßnahme schöner, moderner und durch den Aufzug auch benutzerfreundlicher."


1954 eingezogen

Die VHS war 1954 in die Gebäude eingezogen. Doch der Zahn der Zeit hat mit mächtigem Appetit an der Substanz gekaut. Aufgrund des maroden Zustandes stimmte der Stadtrat im Juni 2017 einer umfassenden Sanierung inklusive Teilerweiterung zu. Vorrangige Ziele sind, das Gebäude energetisch auf den Stand von heute zu bringen, einen komplett barrierefreien Zugang zu ermöglichen (inklusive Aufzug), den Brandschutz zu ertüchtigen sowie die Elektro- und Sanitäranlagen zu erneuern.

Vor allem im Anbau an die historische Stadtmauer führt an einem Teilabriss des ehemaligen Archivgebäudes kein Weg vorbei, bekundet Hochbauamtsleiter Bernd Ohnemüller. Dieser Bereich werde komplett neu aufgebaut und für Büroräume genutzt. Die Kosten lagen schließlich bei rund 2,4 Millionen Euro.

Diese Summe aber ist nicht zu halten, bestätigt Oberbürgermeister Henry Schramm, der den Stadträten jüngst eine neue Kalkulation präsentierte. Bei den Ausschreibungen für diverse Gewerke (Abbruch, Zimmerei, Elektrotechnik, Rohbau etc.) war ersichtlich geworden, so Schramm, dass die Planungen aufgrund einer merklichen Steigerung der Marktpreise nach oben angepasst werden müssten.


Neue Medienausstattung nötig

"Nun liegen wir für die VHS bei einem Volumen von 3,7 Millionen Euro - das entspricht einer Steigerung von 45,6 Prozent", sagt Schramm. Weitere Gelder dürften für die Medienausstattung nötig werden. Videorekorder, Schultafeln und Röhrenfernseher sind in der Tat nicht mehr zeitgemäß. Kontakte zu einem Schulausstatter habe die Stadt bereits geknüpft.

Aufgrund der ermittelten Kostensteigerungen seien die Fördergespräche in Absprache mit der Regierung von Oberfranken sowie der Oberfrankenstiftung "auf einen Zeitpunkt nach den ersten Ausschreibungen verschoben", erklärte der OB. Die Gremien seien über die Mehrkosten unterrichtet, Gespräche darüber stünden noch aus. Schramm: "Wir hoffen darauf, dass unsere Fördergeber, denen die momentane Preissituation im Bauhandwerk ebenfalls bekannt ist, die Stadt Kulmbach entsprechend unterstützen."

Die Regierung von Oberfranken hatte bereits Zuschüsse über knapp 1,4 Millionen Euro zugesichert. Für die Differenzsumme wurde ein Antrag im Rahmen der Städtebauförderung gestellt. Zuschüsse dafür gibt es über das Kommunale Investitions-Programm "KIP". Ein Aufschub des Vorhabens, bis sich die Konjunktur beruhigt habe, sei keine darstellbare Option, so OB Schramm, denn: Die Hauptmaßnahme müsse bis Ende 2019 komplett abgerechnet sein.

Weitere Gelder fließen übrigens auch aus Fördertöpfen der Denkmalpflege. Wegen des Denkmalschutzes sei ein Mehraufwand in Höhe von 300 000 Euro ermittelt worden. Für diese Mehrkosten werden Anträge bei Oberfrankenstiftung und Landesstiftung gestellt.

Adressen An folgenden Stellen finden die Kurse im neuen Semester statt: Badhaus (Oberhacken 34); Bayerisches Brauereimuseum (Hofer Straße 20); Feldenkrais-Praxis (Sutte 6); Fitness-Studio KA2 (Am Goldenen Feld 24); Fit'n'fun-Studio (Hardenbergstraße 30); Jugendzentrum Alte Spinnerei (Hans-Hacker-Straße 10); "Klangraum" (Hohe Flur 45); Kosmetikstudio Forstlahm (Forstlahmer Straße 4); Max-Hundt-Schule (Wickenreuther Allee 5); Naturheilpraxis Tiroch (Teichweg 17); Praxis "Leben in Balance" (Wilhelm-Hoegner-Straße 9); Pfarrsaal St. Hedwig (Am Galgenberg 2); Obere Schule (Kirchwehr 4); Pestalozzi-Schule (Pestalozzistraße 29); Städtische Musikschule (Wilhelm-Meußdoerffer-Straße 1); Schule Ziegelhütten I (Kirchweg 17); Rathaus (Marktplatz 1); Taekwon-Do-Center (Vorwerkstraße 14). Während der Bauphase des Hauptgebäudes in der Bauergasse lautet die Anschrift der Volkshochschule vorübergehend: Oberhacken 8.

Programm Das aktuelle Programmangebot ist Ende Juli online unter www.vhs-kulmbach.de sowie www.stadt-kulmbach.de freigeschaltet. Das Programmheft erscheint Anfang August und ist in der VHS, im Rathaus, in der Bücherei, in Banken und in vielen Arztpraxen und Apotheken kostenlos erhältlich. red


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