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Ludwigschorgast
Tragödie

Trotz Tod des Pfarrers: Kirchweih findet statt

Die Kirchengemeinde Ludwigschorgast trauert um ihren verstorbenen Pfarrer Michael Leicht. Für diese Woche ist noch eine Vertretung organisiert. Wie es dann weitergehen soll, weiß noch niemand. Am Wochenende wollen Vereine und Wirtschaften trotz des Tods von Pfarrer Leicht die Kirchweih feiern.
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Ludwigschorgast im Jahr 2011: Michael Leicht tritt seinen Dienst in der Kirchengemeinde an.  Foto: Archiv/be
Ludwigschorgast im Jahr 2011: Michael Leicht tritt seinen Dienst in der Kirchengemeinde an. Foto: Archiv/be
Auf seiner Internetseite hatte Pfarrer Michael Leicht noch Urlaubsgrüße an die Gemeinde geschickt. Von der Suche nach dem Sinn und dem Auftrag, den man selbst von Gott bekommen hat, schreibt er in seinen Gedanken zum Urlaub. Und dass er selbst immer wieder neu erkundet, was sein Auftrag ist.

Diese Grüße wurden am 9. August online gestellt. Schon am darauf folgenden Wochenende war die Suche nach seinem Auftrag für Michael Leicht beendet.

Die Kirchengemeinde trauert um den mit erst 36 Jahren verstorbenen Gemeindepfarrer, der am Samstagfrüh in Kroatien tot aufgefunden wurde. Trotzdem wird am kommenden Sonntag der Gottesdienst zur Kirchweih stattfinden, versichert Peter Wilm, Gemeindereferent im Seelsorgebereich: "Die Kirchengemeinde wird einen ganz normalen Kirchweih-Gottesdienst feiern.
Mit anderen Aktivitäten haben wir allerdings nichts zu tun."

Kirchweih in den Wirtshäusern
Die Kirchweih außerhalb der Kirche findet in Ludwigschorgast an drei Stätten statt: dem Gasthof Schicker, im Sportheim des FC Ludwigschorgast und im Wirtshaus "Zur Schlegla" . Carmen Porzelt, Geschäftsführerin des Gasthofs Schicker, kündigt an: "Die Kirchweih findet bei uns wie gewohnt statt." Auch Christian Diller, Vorsitzender des FC Ludwigschorgast, bestätigt, dass das Programm des Sportvereins zur Kirchweih bestehen bleibt: "Wir können es uns nicht leisten, die Veranstaltungen abzusagen, es ist schon alles bestellt."

Obduktion im Kroatien
Wann es eine Trauerfeier für Pfarrer Michael Leicht in der Gemeinde gibt und wann die Beerdigung stattfinden kann, ist derzeit noch unklar. Alexander Czech, Pressesprecher des Polizeipräsidium Oberfrankens, erklärt: "Wenn ein Todesfall im Ausland eintritt, dann sind erstmal die Kollegen im Unfall-Land zuständig. Bei einem solchen Fall ist es dann normalerweise so, dass die Obduktion vor Ort durchgeführt wird. In Deutschland dauert es dann ungefähr eine Woche, bis der Leichnam freigeben wird."

Über die Todesursache konnte am Dienstag noch keine Aussage getroffen werden. Alexander Czech bemerkte: "Es ist mir nicht bekannt, dass Ermittlungen stattfinden. Wenn, dann laufen sie sowieso im Ausland."

Auch die Kirchengemeinde wusste noch nichts Genaueres, wie Peter Wilm erläutert: "Momentan ist der Leichnam noch in Kroatien, und wir wissen selber nicht, wie es weiter geht. Vorerst gibt es noch die Urlaubsvertretungen für die Gottesdienste und danach sehen wir dann weiter." Beratungsgespräche sind für Mittwoch Vormittag angesetzt.

Bürgermeisterin Doris Leith ner-Bisani ist selbst erst seit Sonntagabend aus dem Urlaub zurück: "Es war für uns alle völlig unterwartet, und wir müssen jetzt erst einmal beraten, wie es weitergehen soll." Außerdem stellt sie fest: "Die Leute sind sehr bedrückt. Es ist einfach eine Tragödie, wenn ein so junger Mensch stirbt."

Hier finden Sie die Traueranzeige auf trauer.inFranken.de.
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