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Trebgast
Natur

Landkreis Kulmbach: Jäger macht gefährlichen Fund im Wald

Herbert Winterling hat in der Nähe von Trebgast eine Himmelslaterne gefunden - wohl ein Überbleibsel aus der Silvesternacht.
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Herbert Winterling an der Stelle im Laitscher Wald, an der er eine niedergegangene Himmelslaterne gefunden hat.  Foto: Dieter Hübner
Herbert Winterling an der Stelle im Laitscher Wald, an der er eine niedergegangene Himmelslaterne gefunden hat. Foto: Dieter Hübner

Es sieht zwar romantisch aus, wenn sie in den abendlichen Himmel aufsteigen. Doch das offene Feuer in der Luft birgt viele Gefahren, wenn sie - angetrieben durch den Wind - unkontrolliert wegfliegen. Denn wo und wann die bis zu 70 Zentimeter großen Laternen landen, ist nahezu unberechenbar.

Besonders hoch ist das Brandrisiko, wenn die Laternen bei lang anhaltender trockener Witterung eingesetzt werden, da dann eine erhöhte Waldbrandgefahr besteht. Gemeint sind die chinesischen Fluglampions, bei uns besser bekannt als Himmelslaternen.

Ein größeres weißes Etwas

Herbert Winterling, hobbymäßig unter anderem Jäger, ist in dieser Eigenschaft natürlich viel im Wald unterwegs. Als er dieser Tage im Laitscher Wald, etwa 300 Meter Luftlinie östlich der Staatsstraße von Trebgast nach Harsdorf entfernt, eine Futterstelle für das heimische Wild auffüllte, fiel ihm etwas abseits des Weges ein größeres weißes Etwas auf.

Als ordentlicher Waidmann stieg er aus seinem Pick-up, um den vermeintlichen Plastiksack aufzusammeln und daheim zu entsorgen. Bei genauerem Betrachten bemerkte er überrascht, dass es sich um eine hier abgestürzte Himmelslaterne handelte. Die Vermutung liegt nahe, dass sie am Silvesterabend entweder am Badesee oder im Ort gestartet wurde.

Die Tradition der Himmelslaternen kommt aus China. Dort wurden sie vor fast 2000 Jahren entwickelt und als Kommunikationsmittel eingesetzt. Sie gelten damit als älteste Heißluftballons der Welt.

Im Innern der aus Reispapier und einem Bambusgestell hergestellten Lampions befindet sich ein mit Wachs getränkter Baumwollstoff. Wird dieser angezündet, erwärmt sich die Luft im Lampion - und lässt ihn bis zu einer Höhe von 400 Metern schweben. Erst wenn der Brennstoff verbrannt ist, sinkt der Lampion langsam nach unten.

Erhebliche Brandgefahr

Von den Laternen kann eine erhebliche Brandgefahr ausgehen, etwa bereits durch Entzündung beim Start. Wenn die Laterne in regulär brennendem Zustand wegen Auftriebsverlusts abstürzt oder in der Luft Feuer fängt - zum Beispiel durch einen Windstoß - , wird sie zu einer Gefahr für Gebäude und Bäume.

In Europa waren die Laternen ab 2006 frei erhältlich. Nach mehreren Unglücksfällen ist ihr Gebrauch jedoch zunehmend national reglementiert.

Brand im Zoo

"In Bayern ist die Verwendung durch Paragraf 18 der Verordnung über die Verhütung von Bränden gänzlich untersagt", bestätigt David Schielke von der VG Trebgast. "Die Dinger sind höchst gefährlich."

Warum sie trotzdem vertrieben werden dürfen, konnte er auch nicht erklären. Erinnert sei hier an die Neujahrsnacht 2020, als das Affenhaus im Krefelder Zoo sehr wahrscheinlich durch Himmelslaternen in Brand gesetzt wurde. In den Flammen kamen mehr als 50 Affen und Vögel ums Leben.

Drei Frauen, die in der Silvesternacht Himmelslaternen trotz des geltenden Verbots gestartet hatten, stellten sich wenig später den Behörden. Herbert Winterling musste am Fundort im Wald an die Unvernunft von Zeitgenossen denken, und daran, was auch bei Trebgast alles hätte passieren können.