Kulmbach
Vorbilder

Top-Ausbildung wird belohnt

Der Marktschorgaster Salon "AK Der Friseur" und die Sparkasse Kulmbach-Kronach haben sich den Kulmbacher Ausbildungspreis verdient.
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Masse und Klasse - beides stimmt bei Friseurmeisterin Annette Kurz-Mähringer (rechts) aus Marktschorgast. Sie bildet mit (von links) Laura Wanka, Gina Hilpert und Theresa Schiphorst in ihrem kleinen Salon derzeit drei junge Frauen aus. Fotos: Dagmar Besand
Masse und Klasse - beides stimmt bei Friseurmeisterin Annette Kurz-Mähringer (rechts) aus Marktschorgast. Sie bildet mit (von links) Laura Wanka, Gina Hilpert und Theresa Schiphorst in ihrem kleinen Salon derzeit drei junge Frauen aus. Fotos: Dagmar Besand
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In einem Keller am Rehberg wohnt eine Hexe, die sich auf Karriere-Prophezeihungen für junge Leute spezialisiert hat. Zwei ratlose junge Männer kosten von ihrem Zaubertrank und wissen plötzlich genau, wo's lang geht: Denn aus dem Kochtopf springt ein Anzug mit Krawatte, zusammen mit einem Ausbildungsvertrag bei der Sparkasse.


Azubis hatten freie Hand


Die Geschichte haben sich die Auszubildenden der Sparkasse Kulmbach-Kronach ausgedacht und ihre Idee gemeinsam mit der Film-AG des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums in einem Imagefilm für die Ausbildung in der Sparkasse umgesetzt. Eine der beiden Hauptrollen spielte Tim Partridge: "Das hat riesig Spaß gemacht, denn wir hatten weitgehend freie Hand, was wir aus der Aufgabe machen." Der 20-Jährige hat sich das Projekt allerdings einfacher vorgestellt: "Es ist unglaublich, worauf man alles achten muss. Trotzdem ist es am Schluss viel besser geworden als wir alle gedacht hatten."

Mit dem Projekt bewarb sich das Unternehmen um den Kulmbacher Ausbildungspreis, der vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und der Bayerischen Rundschau gemeinsam vergeben wird.
Die originelle und mit einfachen Mitteln sehr gut umgesetzte Idee überzeugte die Jury, und so überreichte gestern Abend Arbeitskreisvorsitzender Michael Pfitzner den Preis für "Best Practice" an das Filmteam sowie Ausbildungsleiterin Beate Kofer und Personalchef Heiko Reuther: "Das Filmprojekt der Sparkasse ist der Idealfall, wie ein Unternehmen Nachwuchs gewinnen kann. Die Azubis haben in Eigeninitiative mit einem pfiffigen Konzept und in Kooperation mit einer Schule und Laienschauspielern einen Imagefilm realisiert, der junge Leute anspricht."

Zwölf Auszubildende haben sich um das Projekt gekümmert. Und obwohl nur zwei als Darsteller neben der als Hexe agierenden Cosima Asen von den "Buschklopfern" vor der Kamera standen, haben alle ihren Beitrag geleistet. Lucie Fehn (18) war zuständig für die "Klappe", Philip Laaber (19) kümmerte sich ums Catering für das gesamte Team. "Es war eine tolle Erfahrung", sagen beide, und sind stolz auf ihre Teamleistung.
Stolz auf ihr Team ist auch Annette Kurz-Mähringer. Die Friseurmeisterin aus Marktschorgast erhielt den Preis für das Unternehmen mit den meisten Ausbildungsplätzen - gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten: Von sieben Mitarbeitern in ihrem Salon sind drei Auszubildende.

Seit Annette Kurz-Mähringer sich im Jahr 2000 selbstständig gemacht hat, bildet sie alle ihre Mitarbeiter selbst aus. "Das hilft mir, meinen eigenen Qualitätsansprüchen und den Erwartungen meiner Kunden gerecht zu werden."


Langfristige Perspektive


Ihren Lehrlingen will sie nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch eine langfristige Perspektive in ihrem Betrieb geben und investiert deshalb in ein umfangreiches Schulungsangebot: "Ich möchte ihnen helfen, weiter zu kommen."

Welche Ansprüche stellt die Salon-Chefin an ihre Auszubildenden? "Sie müssen lernen wollen, Talent und gute Umfangsformen mitbringen." Vor der Lehre steht bei Kurz-Mähringer deshalb immer ein Praktikum. Theresa Schiphorst (1. Lehrjahr), Gina Hilpert (2. Lehrjahr) und Laura Wanka (3. Lehrjahr) sind froh, dass sie ihre Ausbildung bei Annette Kurz-Mähringer machen dürfen. "Wir bekommen viele Möglichkeiten, interne Trainings, aber auch internationale Schulungen und einmal im Monat einen Akademie-Schulungstag in Erlangen", sagt die 17-jährige Laura, die diese besondere Förderung sehr zu schätzen weiß.

Auch der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und die Bayerische Rundschau finden das Engagement von Annette Kurz-Mähringer für die Ausbildung vorbildlich. Stellvertretende BR-Redaktionsleiterin Katrin Geyer überreichte den Preis. "Beim Ausbildungspreis haben auch ganz kleine Unternehmen eine Chance zu gewinnen", betonte sie, da die Zahl der Auszubildenden in Relation zur Firmengröße betrachtet wird.
Herzliche Glückwünsche sprach den Preisträgern Landrat Klaus Peter Söllner aus.

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