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Mainleus
Corona

Tierärzte geben Entwarnung: Keine Hinweise auf Infektrisiko durch und für Haustiere

Die Epidemie bereitet auch Haustierbesitzern Sorge: Kann mich mein Hund infizieren, oder ist meine Katze auch gefährdet?
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Wer einen Hund hält und an Corona infiziert ist, darf auch mit seinem Vierbeiner nicht nach draußen. Hier kann unter anderem ein Gassi-Service helfen.Fotolia
Wer einen Hund hält und an Corona infiziert ist, darf auch mit seinem Vierbeiner nicht nach draußen. Hier kann unter anderem ein Gassi-Service helfen.Fotolia

Verstörende Bilder laufen in der aktuellen Situation ja zur Genüge über die Bildschirme. Aber diese Aufnahmen lassen Tierfreunde sprachlos und wütend zurück: In Wuhan, dem vermutlichen Ausgangspunkt der Corona-Epidemie in China, aber auch in Hongkong sah man Menschen, die ihre Hunde und Katzen alleine zurückließen, irgendwo aussetzten oder, noch drastischer, vom Balkon warfen - aus Angst, ihre Vierbeiner könnten Herrchen und Frauchen mit dem Virus infizieren. Ein schrecklicher und für weltweit wohl zigtausende Tiere tödlicher Irrtum.

Denn nicht zuletzt laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist es nahezu faktisch ausgeschlossen, dass der Erreger ein Haustier infizieren und dieses somit selber zum Überträger von Sars-CoV-2 werden kann.

Das bestätigt auch Tierärztin Christine Kammerer. "Der medizinische Stand ist derzeit klar und besagt, dass Hund oder Katze keine aktiven Überträger sein können."

Auch hier gilt: Hände waschen!

Auch bei ihr in der Praxis in Mainleus hatten sich jüngst Haustierbesitzer gemeldet und wollten wissen, ob sie aufgrund der Gefährdungslage besondere Maßnahmen ergreifen müssten, um sich zu schützen. "Es gelten die allgemeine Hygienemaßnahmen wie regulär auch, also Hände waschen nach dem Tierkontakt." Der Coronavirus werde über Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. "Wenn ein Halter seinen Hund beispielsweise anniest und jemand anderes fasst das Fell an, könnten er unter Umständen so die Viren aufnehmen. Aber die Übertragung geht, wie gesagt, nicht aktiv vom Hund aus."

Könnten unsere Vierbeiner ihrerseits Symptome auf das Virus entwickeln? Auch das kann die Medizinern verneinen. "Es handelt sich um einen human-pathogenen Erreger, betrifft also den menschlichen Organismus. Selbst der Versuch, Tiere im Experiment damit gewollt zu infizieren, scheint - bislang jedenfalls - in alle Fällen fehlgeschlagen zu sein."

Praxis ab Montag zu

Aber auch Christine Kammers tägliche Arbeit in der Praxis hat sich aufgrund der Pandemie verändert. "Wir haben im Wartezimmer unsere Stühle auseinandergerückt, so dass ein Mindestabstand von eineinhalb Metern gewährleistet ist. Das bedeutet, dass derzeit nur drei Tierhalter Platz nehmen können. Wenn es mehr werden, bitten wir die Halter, mit ihre Tieren auf Abruf draußen im Auto zu warten."

Mittlerweile hat sie beschlossen, in der kommenden Woche ihre Praxis zu schließen. Alle OP-Termine seien abgesagt, bei Notfällen ist die Tierärztin wie gehabt über die Handynummer zu erreichen (siehe Homepage www.tierarzt-kammerer.de). "Ich denke, das ist nötig, weil auch wir in der jetzigen Situation die Lage entzerren wollen und müssen. Eigentlich wäre die Praxis ohnehin wegen Urlaubs für eine Woche zu. Jetzt ist, unter den gegebenen Umständen, auch der Termindruck eher niedrig, weil die Menschen es sowieso vermeiden, rauszugehen."

Gassi gehen Viele Hundebesitzer fragen sich: Sollte die Ausgangssperre für Deutschland kommen - darf ich dann noch mit meinem Hund rausgehen, selbst wenn ich nicht am Coronavirus infiziert bin? Zurzeit gibt es noch keine konkrete Regelung dazu. Andere Länder mir Ausgangssperre (Italien, Spanien, Österreich) haben das geklärt: Hundehalte dürfen ihre Tiere Gassi führen - mit der Einschränkung, dass sie in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung oder ihres Hauses bleiben müssen und eine sogenannte Selbstauskunft mitführen für den Fall, das sie kontrolliert werden. Die Spazierrunde sollte sich auf wenige Minuten beschränken. Es gelten dabei strikte Sicherheitsvorkehrungen: ausreichend Abstand zu anderen Menschen und Tieren halten sowie gründliches Händewaschen nach der Rückkehr. Quarantäne Während der Quarantäne ist ein Verlassen der eigenen vier Wände strikt untersagt. Das gilt auch fürs Gassigehen - und zwar unabhängig von der Uhrzeit, also ob tagsüber oder nachts. Wie lange eine verhängte Quarantäne andauert, hängt individuell vom Fall ab. Laut Infektionsschutzgesetz drohen bei Zuwiderhandlung eine Geld- oder s ogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Betroffene müssen Freunde, Nachbarn oder einen Ausführdienst um Hilfe bitten.

Garten Im Falle einer Infektion dürfen wir Menschen nicht raus - der Hund schon. Sollte man einen Garten besitzen, so darf dieser für den Hund als Auslauffläche genutzt werden. Aber: Herrchen und Frauchen müssen drin bleiben! Sollte ein Hundehalter in einem Mehrparteienhaus wohnen, zu dem ein Garten oder eine Grünfläche gehört, so sind diese laut Regelung jedoch nicht als Auslauffläche freigegeben. Quelle: Dt. Tierschutzbund

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