Thurnau
Weihnachtstöpfermarkt

Thurnauer Weihnachtstöpfermarkt feiert Jubiläum

Der Thurnauer Weihnachtstöpfermarkt (6. bis 8. Dezember) findet zum 30. Mal statt. Organisatorin Andrea Labuhn blickt im Interview auch auf die Anfangsjahre zurück.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Töpfermarkt findet vor einer traumhaften Kulisse statt. Bei der Premiere 1990 war das noch anders. Die Aussteller präsentierten damals ihre Werke "in den Ruinen des Schlosses", wie Veranstalterin Andrea Labuhn erklärt. Das Schloss wurde in den vergangenen Jahrzehnten Zug um Zug saniert. Foto: Luka Popp
Der Töpfermarkt findet vor einer traumhaften Kulisse statt. Bei der Premiere 1990 war das noch anders. Die Aussteller präsentierten damals ihre Werke "in den Ruinen des Schlosses", wie Veranstalterin Andrea Labuhn erklärt. Das Schloss wurde in den vergangenen Jahrzehnten Zug um Zug saniert. Foto: Luka Popp
+2 Bilder

30 Jahre Weihnachtstöpfermarkt im Schloss Thurnau. Die Veranstaltung, auf der sich Keramikkünstler aus halb Europa präsentieren, feiert ein besonderes Jubiläum. Der Keramik-Spezialmarkt ist ein Besuchermagnet, lockt Jahr für Jahr Zehntausende. In den Anfangsjahren war seine Durchführung schwierig, sagt Organisatorin Andrea Labuhn im Interview.

Frau Labuhn, 30 Jahre Töpfermarkt. Aus einer kleinen Veranstaltung in einem damals noch wenig ansehnlichen Rahmen hat sich ein großes Event im Schmuckstück Thurnauer Schloss entwickelt. Andrea Labuhn: Das kann man so sagen. Bei der Premiere 1990 waren es 13 Töpfer, die ihre Werke in den Ruinen des Schlosses präsentiert haben. Die Infrastruktur war desaströs - der erste Markt war dennoch ein großer Erfolg. Im Jubiläumsjahr kommen jetzt 61 professionelle Töpferbetriebe aus halb Europa, die in einem nun traumhaften Ambiente ihre Keramik anbieten können.

Man hat den Eindruck, ganz Thurnau steht hinter dem Markt. War das immer so? Marianne und Roger Le Dieu von der Töpferei am Museum, bei der ich damals das Töpferhandwerk erlernt habe, haben den Weihnachts-Töpfermarkt im Schloss 1990 ins Leben gerufen. Ziel war es und ist es bis heute unverändert, dem mittlerweile zur Nische gewordenen Töpferhandwerk ein attraktives Verkaufsforum zu bieten und gleichzeitig der über Jahrhunderte gewachsenen Thurnauer Töpfertradition einen internationalen Vergleich zur Seite zu stellen, um den Blick über den Thurnauer Tellerrand zu werfen. Dieser Ansatz wurde durchaus auch kritisch gesehen.

Das Schloss ist eine jahrzehntelange Dauerbaustelle. Hatten Sie als Veranstalter damit zu kämpfen? Natürlich. Bedingt durch die Sanierungsarbeiten am Thurnauer Schloss war eine verlässliche Marktplanung, die monatelangen Vorlauf braucht, oft ganz schwierig: Wie viele Teilnehmer sind möglich? Wo gibt es welche Standflächen? Wo stehen Baugerüste? Welche Zugänge sind gesperrt? Wir hatten oft schlaflose Nächte. Dank des Sanierungsfortschritts des Thurnauer Schlosses und der professionellen Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gräflich Giech'schen Spitalstiftung ist mittlerweile aber ein sehr positiver Zustand für den Töpfermarkt entstanden, der für Aussteller und Besucher in jeder Hinsicht ansprechend ist. Man kann sagen, dass der Töpfermarkt die Sanierung von Schloss Thurnau ausgehalten und die Treue gehalten hat und Schloss Thurnau nun in seinen Höfen dem Töpfermarkt einen einzigartigen Veranstaltungsraum zur Verfügung stellt.

Es gibt keine Hobbytöpfer, kein anderweitiges Kunsthandwerk, keinen Weihnachtskitsch, keine Konservenweihnachtslieder, die bei anderen Weihnachtsmärkten fester Bestandteil sind. Warum? Es ist ein Keramik-Spezialmarkt, kein Weihnachtsmarkt. Es gibt hochwertige Keramik und sonst nichts in der heimeligen vorweihnachtlichen Atmosphäre der Sandsteinhöfe des Schlosses. Der Erfolg gibt diesem konsequenten Marktkonzept recht. Der bedeutendste Keramik-Spezialmarkt in Nordbayern gehört zu den renommiertesten Töpfermärkten in Deutschland. Darauf sind wir stolz. Der Eintritt ist übrigens frei.

Wie breit gefächert ist das Angebot? Geboten wird die ganze Vielfalt der europäischen Töpfertradition auf erlesenem Niveau: Gebrauchskeramik, das sind in engerem Sinne Koch- und Tafelgeschirr sowie Kachelöfen, aber auch Keramikkunst wie Vasen, Dosen, Pflanzgefäße, Lampen, Schmuck oder Skulpturen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Kommune? Der Markt Thurnau hat die gesamtwirtschaftliche Dimension des Töpfermarktes und seine positive touristische Außenwirkung für die Region erkannt und unterstützt uns ganz unkompliziert überall da, wo es nötig ist. Insbesondere bedanken wir uns an dieser Stelle beim Bauhof und der Feuerwehr Thurnau für die Umsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnung, was unsere Kräfte übersteigen würde.

Pünktlich zum 30. Töpfermarkt ist die Sanierung des Schlosses in großen Teilen abgeschlossen. Ein Grund zum Feiern? Wir sind auf jeden Fall sehr froh darüber, dass wir jetzt alle Hofflächen, den oberen und unteren Schlosshof, den Brandplatz und den Rosengarten, dauerhaft und in funktionaler Weise nutzen können. Mal vom jeweiligen Wetter abgesehen, finden Aussteller und Besucher optimale Rahmenbedingungen vor.

61 Keramikbetriebe sind diesmal zu Gast. Ist eine Ausweitung mit einer noch größeren Teilnehmerzahl denkbar? Nein. Mehr geht nicht, und das soll auch nicht sein. Einerseits wollen wir das Schlossgelände mit der heimeligen Atmosphäre nicht verlassen, und andererseits wollen wir die Kaufkraft der Besucher auf unsere fünf Dutzend keramischen Qualitätsbetriebe gebündelt wissen. Das Gespräch führte Alexander Hartmann

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren