Thurnau

Thurnauer Töpfereien optimistisch: Kunden suchen wieder Regionales

Am bundesweiten Wochenende der offenen Töpfereien hatten über 500 Handwerksbetriebe zum "Schauen, Anfassen und Staunen" eingeladen.
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Der Verkaufsraum der Töpferei RennerHorst Wunner
Der Verkaufsraum der Töpferei RennerHorst Wunner
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Allein in Thurnau gibt es vier Werkstätten, die alle fußläufig erreichbar sind.

Im Töpfermuseum konnten die Besucher einen Blick in die lange Geschichte dieser individuellen Kunst werfen. Gabi Müller führte durch die üppig ausgestatteten Räume, die viele Preziosen bereithalten. Kinder durften zudem vorgefertigte Schälchen bemalen.

In der Töpferei Schnauder & Sanke am See empfing Franziska Schnauder-Sanke die Gäste, während sie mit feinen Pinselstrichen ein Stilleben verzierte. "Die Industrie ist schon eine große Konkurrenz, weil die viel billiger ist", meinte sie. Aber der Trend gehe wieder mehr zum Kunsthandwerk, die Leute bevorzugten verstärkt Regionales.

Ein Superstandort

Ein Einzelkämpfer ist Bernhard Noë, seit 1996 betreibt er seine Töpferei in Thurnau. Der 54-Jährige fertigt verschiedene Accessoires, interessant die Aphorismen von bedeutenden Persönlichkeiten, die er auf Tassen und Bechern verewigt. Hart sei das Geschäfts schon, gibt er zu, "aber echte Qualität hat immer eine Chance, und unsere individuellen und nach persönlichen Wünschen kreierten Unikate sind gefragt". Thurnau sei ein Superstandort, "ich fühle mich hier richtig wohl".

In der Töpferei Renner ist Werkstattatmosphäre pur zu spüren. So wie früher. Sie ist die Älteste des Marktes, seit 1884 wird hier getöpfert. Man trägt sein Wissen seit sechs Generatonen weiter. Eva Potzel, die Gesellin, führt nun das Geschäft. Sie zeigt e auf die vielen Sachen, die in jedem Haushalt gut zu nutzen sind: Kuchenformen, Butterdosen und Brottöpfe. Eine Besonderheit ist der Erbsentopf mit fast hundert kleinen runden Öffnungen, prima geeignet für Pürree und Apfelbrei.

"Töpfern ist kein Modeberuf"

Auffallend ebenso das intensive, leicht gesprenkelte Gelb auf den Waren, ein Markenzeichen von Renner. "Wir haben schon schwere Zeiten erlebt", sagte Eva Potzel, sie schaue dennoch einigermaßen optimistisch in die Zukunft. Eines wollte sie noch loswerden: "Töpfern ist kein Modeberuf, sondern verlangt eine dreijährige Lehrzeit."

Nicht weit war es auch für einen Abstecher nach Peesten zur dortigen Töpferei. Julia Naether und Bernhard Trommler sind da seit 1988 aktiv, bereichern die Keramiklandschaft . Ihre Hingucker: Gartentische mit Keramikplatte und Gartenbrunnen mit Solartechnik. Trotz des miesen Wetters war Trommler mit der Resonanz zufrieden, so sein Fazit.

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