Thurnau
Einweihung

Thurnauer Rettungswache feierlich eingeweiht

Die neue Rettungswache für den südlichen Landkreis Kulmbach ist am Freitag in Thurnau offiziell eingeweiht worden. Ein altes, unbewohntes Haus hat sich binnen weniger Monate in ein modernes Funktionsgebäude mit Fahrzeughalle, Lager, Umkleideen und Unterrichtsraum verwandelt.
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Eigentümer Hans Schwender (rechts) überreichte an BRK-Kreisvorsitzenden Klaus Peter Söllner (Mitte) und Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold einen handgefertigten Schlüssel. Foto: Sonja Adam
Eigentümer Hans Schwender (rechts) überreichte an BRK-Kreisvorsitzenden Klaus Peter Söllner (Mitte) und Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold einen handgefertigten Schlüssel. Foto: Sonja Adam
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"Dieser Weg wird kein leichter sein" - mit dem Hit von Xavier Aidoo verglich BRK-Kreisvorsitzender Landrat Klaus Peter Söllner die mehr als holprige Entstehungsgeschichte.

Wohngemeinschaft mit der Wehr

Vor exakt 13 Jahren habe der Helfer vor Ort in Thurnau seine Arbeit aufgenommen. Wenige Jahre später keimte die Idee, die Leistungen auszubauen. Die Rettungswagen-Besatzung bildete mit der Feuerwehr eine "Wohngemeinschaft", die länger dauerte als anfangs gedacht. Schon 2005 wurden die Betriebszeiten von neun auf zwölf Stunden ausgeweitet.

Dann kam 2009 die Novellierung des Rettungsdienstgesetzes. Klaus Peter Sölllner witterte die Chance, in Thurnau einen eigenen Rettungswagen-Stellplatz auf Dauer zu etablieren. "Doch bis die Ausführungsverordnung fertig war, vergingen weitere zwei Jahre. Dann mussten wir auch noch europaweit ausschreiben", blickte Söllner zurück.


Doch all die Hürden seien genommen, das bestehende Gebäude in der Kirschenallee aufwändig saniert worden.
Im Juni zogen die Rettungskräfte um, weitere Außenarbeiten folgten. Und jetzt erstrahlt die neue Rettungswache in vollem Glanz - als modernes Funktionsgebäude mit Fahrzeughalle und allem drum und dran. Am Standort Thurnau sind ein Rettungswagen und ein Krankentransportwagen stationiert. Ein Notarzt kann über die Integrierte Leitstelle jederzeit hinzu alarmiert werden.

Hans Schwender geehrt

Viel Schützen- und Geburtshilfe hat Hans Schwender geleistet, dankte Landrat Söllner und übergab dem Thurnauer Unternehmer, der das Grundstück samt Haus erworben und den Umbau in die Wege geleitet hatte, eine Ehrenmedaille.

Schwender erklärte, dass er im vergangenen Jahr selbst Herprobleme bekam. "Ich war froh, dass der Rettungswagen und der Hubschrauber schnell da waren. Und ich habe mir gesagt, dass, wenn man den Glauben hat, dass man etwas bewirken kann, dies auch schaffen kann", sagte er. "Aus diesem alten Gebäude ist etwas Gutes geworden", betonte Schwender, der die Investitionen auf 670.000 Euro bezifferte.

"Rettungsdienst wirkt", das wünschte sich Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold. Und ein Beispiel, wie Rettungsdienst wirken kann, hatte er auch parat: Gabi Hablowetz hat mit 53 Jahren einen Herzinfarkt erlitten und musste zwölf Mal defibrilliert werden, erzählte sie selbst. Hätte es die Rettungskräfte am Standort Thurnau nicht gegeben, wäre dieser Vorfall ganz anders ausgegangen, sagt Hablowetz und ist unglaublich dankbar, dass sie vollständig wiederhergestellt ist und nach nur vier Monaten Auszeit schon wieder arbeiten konnte.

"Jeder, der schon mal auf Hilfe gewartet hat, weiß, wie wichtig es ist, dass Hilfe schnell kommt", betonte auch Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU): "Das BRK ist für uns im ganzen Landkreis ein verlässlicher Partner. Wir sind froh, dass das BRK in Thurnau seinen Ankerpunkt gesetzt hat."

Walter Feyer verabschiedet

Insgesamt 12.000 bis 14.000 Einsätze absolviert das Bayeri sche Rote Kreuz pro Jahr allein im Landkreis Kulmbach. Rund ein dutzend Mal ist das BRK in der Lage, Menschen zu reanimieren, zog der Kreisgeschäftsführer Bilanz. "Dass wir hier den Rettungswagen-Stellplatz Thurnau einweihen, ist ein historischer Moment", freute sich Dippold. Und bei der Gelegenheit verabschiedete er den langjährigen Leiter des Rettungdienstes Walter Feyer. Irmgard Harz aus Thurnau wurde für mehr als fünfzig Jahre ehrenamtlichen Blutspendedienst ausgezeichnet.

Auch Gerhard Renk von der Polizei und Berthold Hofmann von der n Feuerwehr Thurnau sowie zahlreiche Vertreter der Vereine wünschten dem BRK in seiner neuen Unterkunft alles Gute. Dekan Hans Roppelt und Pfarrerin Evelyn Leupold nahmen die Weihe vor. Das BRK habe die christliche Botschaft schon in seiner Werbung, so Roppelt: Aus Liebe zu den Menschen.

Dabei waren auch die Kindergartenkinder aus Thurnau, Hutschdorf und Limmersdorf, die den Bauzaun verschönert hatten. Der Musikverein sorgte für den musikalischen Rahmen.

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